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Bio-Fleisch aus der Dresdner Heide - Staatsminister Frank Kupfer eröffnete die Wildbretsaison

Bio-Fleisch aus der Dresdner Heide - Staatsminister Frank Kupfer eröffnete die Wildbretsaison

Forstminister Frank Kupfer (CDU) sieht sich nicht als Kochspezialist. Dennoch habe er sich kürzlich an einen Rehbraten gewagt und alle, die davon kosteten, waren begeistert, erzählte er am Freitag vor Journalisten am Forstweg Kreuz Sieben in der Dresdner Heide.

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Quelle: Bernd Lichtenberger

Die Anekdote hatte ihren Grund, denn Kupfer eröffnete dort die diesjährige Wildbretsaison. Gemeinsam mit dem Präsidenten des  Landesjagdverbandes  Sachsen Knut Falkenberg appellierteder Forstminister an die Bevölkerung, mehr Wild zu essen. „Wildbret aus sächsischen Wäldern ist nicht nur reich an Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen. Es ist fettarm und leicht verdaulich – kurz: ein Genuss“, so der Minister.

Am dafür erforderlichen Wildbret fehlt es nicht. Im März 2013 zu Ende gegangenen Jagdjahr wurden in Sachsen mehr als 36 000 Rehe, fast 4000 Stück Rotwild und mehr als 32 000 Wildschweine erlegt. Überschlägig wurden damit rund 850 000 Kilogramm reines Fleisch erzeugt. Öko- Fleisch sozusagen, denn „wenn das nicht Bio ist, was sonst?“, betonte auch Falkenberg. Dennoch sei diese Tatsache

noch nicht so recht im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen, ärgert er sich. Momentan liegt der Anteil von Wildbret am  esamtfleischverzehr im  Freistaat gerade mal bei 0,5 Prozent.Auch in Sachsens Landeshauptstadt könnte mehr Wildbret gegessen werden,

bestätigt Markus Biernath, Chef des Forstbezirks Dresden.

Schließlich sei die Stadt mit ihren 500 000 Einwohnern von großen wildreichen Waldgebieten umgeben – und damit der Weg vom Jäger zum Verbraucher ideal kurz. Allein in der Dresdner Heide wurden im Jagdjahr 2011/12 fünf Stück Rotwild, 210 Rehe und 96 Wildschweine geschossen. Im Jagdjahr zuvor schossen die Forstbediensteten und die sie auf der Basis eines Jagdscheins unterstützenden privaten Jäger in der Dresdner Heide sogar 181 Wildschweine. Vor allem beim Schwarzwild  wünschen  sich Forstleute und umliegende Landwirtschaftsbetriebe auch für das laufende Jagdjahr wieder derartig hohe Abschusszahlen, denn der Schwarzwildbestand steige derzeit wieder deutlich, erklärt Biernath. Das sei nicht nur den Superbedingungen geschuldet, die die Landwirtschaft den Wildschweinen mit ihren riesigen Maisfeldern biete.

Auch die Buchen und Eichen im Wald haben mit ihrem Großangebot  in nahrhaften Früchten dazu beigetragen. Dagegen blieb der Rehwild-Bestand unbeeinflusst von solchen Faktoren in den letzten Jahren konstant. Auch die Rotwildpopulation der Dresdner Heide ist mit geschätzten 30 Tieren unverändert klein. Mufflons gibt es gar nicht mehr. „Ende Januar dieses Jahres wurde de letzte alte Widder geschossen“, berichtet der Forstbezirkschef. Dass die Dresdner Heide trotz ihrer Stadtnähe und der daraus resultierenden großen Anzahl von Waldbesuchern als wildreich angesehen werden kann, zeige der Umstand,  lass es im Gegensatz zum Osterzgebirge hier keinen Mangel an Jagdinteressenten gibt, sagt Biernath.

So werden auch bei den im November anstehenden zwei Drückjagden in den Revieren Langebrück und Bühlau/Ullersdorf wieder zwischen 30 und 100 Jäger erwartet. Das erlegte Wild vermarktet der Forstbezirk Dresden entweder selbst oder er liefert es an das Thiendorfer Hofgut Kaltenbach. „Wir bieten es dann unter anderem wöchentlich auf dem Markt an der Lingnerallee an“, bestätigt Andre Noack vom Hofgut. Aber auch der große Wildverkauf im Forsthaus Kreyern an einigen Wochenenden im Oktober, November und Dezember habe sich längst unter den Dresdnern herumgesprochen.

Bernd Lichtenberger

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