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Bewährungsstrafe: 23-Jährige war mit fremden Kreditkarten shoppen

Falsche Freundin Bewährungsstrafe: 23-Jährige war mit fremden Kreditkarten shoppen

Lisa S. ist knapp 23, hübsch, offen, kommunikativ. Aber die junge Frau nutzt ihre Intelligenz nicht für positive Dinge, sondern für Straftaten und das über längere Zeit und im großen Stil. Im Januar dieses Jahres wanderte sie in U-Haft. Gestern stand sie wegen Betrug, Computerbetrugs und Diebstahl vor dem Dresdner Amtsgericht.


Quelle: dpa

Dresden. Lisa S. ist knapp 23, hübsch, offen, kommunikativ. Aber die junge Frau nutzt ihre Intelligenz nicht für positive Dinge, sondern für Straftaten und das über längere Zeit und im großen Stil. Im Januar dieses Jahres wanderte sie in U-Haft. Gestern stand sie wegen Betrug, Computerbetrugs und Diebstahl vor dem Dresdner Amtsgericht. Die Anklage war äußerst umfangereich – über 70 Taten listete die Staatsanwaltschaft auf.

Lisa S. hat einige Leute böse vor den Kopf gestoßen. Besonders gemein: Es waren alles Menschen, die ihr voll vertraut haben. Sie wurden belogen, betrogen bestohlen. Die 23-Jährige hat sich auf deren Kosten ein angenehmes Leben gemacht und gelebt wie eine Schmarotzerpflanze.

Kurz vor dem Abschluss hatte Lisa S. ihre Ausbildung geschmissen, ihr behütetes Elternhaus verlassen und war dann quer durch die Lande gezogen. Sie lebte einige Zeit bei einem Freund, orientierte sich dann neu, lernte junge Frauen kennen und zog kurze Zeit später bei denen ein. Zunächst lief es meist gut, dann wurde es problematischer und die Angeklagte tröstete sich mit den Kreditkarten ihrer Lebensgefährtinnen – entweder sie stahl sie oder nutzte sie unbemerkt. Die PIN-Nummern hatte sie sich aus den Unterlagen der Frauen besorgt. Das war nicht schwer, wenn man mit jemanden zusammenlebt, schließt man seine Unterlagen nicht in den Safe ein. Die Angeklagte nutzte das knallhart aus.

Kleinlich war sie nicht, da wurde geklotzt und nicht gekleckert. Mit der Kreditkarte einer Lebensgefährtin kaufte sie in vier Monaten Klamotten, Schmuck, Kinotickets, zahlte Tankrechnungen, Restaurantbesuche, Hotelrechnungen und vieles mehr im Wert von mehreren Tausend Euro. Innerhalb weniger Tage hob sie zudem 780 Euro ab. Als sie eine neue Freundin kennenlernte, eine Soldatin in Rheinland-Pfalz, buchte Lisa S. dort mehrmals Hotelzimmer und mietete eine Wohnung, zahlte aber nicht. Das würde die Bundeswehr tun, erzählte sie, was man ihr zunächst auch glaubte.

Die junge Frau war ganz schön dreist und ausgebufft und nutzte das vertrauen, dass man ihr entgegen brachte, schamlos aus. Aber wie heißt es, der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht. Bei ihren letzten Taten wurde sie, da sie keinen festen Wohnsitz hatte, bereits per Haftbefehl gesucht und war völlig perplex als die Handschellen klickten. Bei den Ermittlungen hatte die Angeklagte alle Vorwürfe zurückgewiesen, die Opfer beschuldigt und sogar Gegenanzeige erstattet. Richter Markus Vogel hatte sich deshalb auf eine längere Verhandlung eingerichtet. Gestern legte Lisa S. aber überraschend ein Geständnis ab und ersparte dem Schöffengericht so eine umfangreiche Beweisaufnahme.

Die 23-Jährige wurde, da sie bei den meisten Straftaten noch Heranwachsende war, nach Jugendstrafrecht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem muss sie 120 Arbeitsstunden leisten und zur Schuldnerberatung gehen, da hatte sich einiges angesammelt. „Sie haben ganz schön viel verbrannte Erde hinterlassen und einige Leute sehr enttäuscht. Diese Falschheit gegenüber anderen muss aufhören“,gab ihr Vogel mit auf den Weg. „Die Intelligenz die sie haben sollten sie anders nutzen, als sich durchzumogeln.“

Von Monika Löffler

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