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Bevölkerungsprognose: Dresden wächst langsamer als gedacht

Statistiker schrauben ihre Prognosen deutlich zurück Bevölkerungsprognose: Dresden wächst langsamer als gedacht

Die Dresdner Bevölkerung wächst. Aber nicht in dem Tempo, das die Statistiker noch in den Vorjahren erwartet haben. Es ist nicht absehbar, wann die Bevölkerungszahl die magische Grenze von 600 000 erreicht. Das Niveau des Dauerrivalen Leipzig wird die Landeshauptstadt auch nicht erreichen.

Die Geburtenrate ist auf einem Höchststand, wird aber wieder sinken.
 

Quelle: dpa

Dresden. Dresden wächst. Das ist die gute Nachricht. Aber wann die Stadt 600 000 Einwohner zählen wird, lässt sich noch nicht absehen. Und an die ewige Konkurrenz Leipzig wird die Landeshauptstadt in überschaubaren Zeiträumen auch nicht herankommen. Das sind zwei schlechte Nachrichten, die die Leiterin der Kommunalen Statistikstelle Lioba Buscher am Mittwoch überbrachte. Die städtischen Mathematiker haben ihre Prognosen aus den vergangenen Jahren überarbeitet und deutlich nach unten korrigiert.

Sagten die Experten 2015 noch 569 900 Einwohner für 2020 vorher, so sind es jetzt nur noch 561 600. Bis 2030 wird die Einwohnerzahl auf 582 300 kletterten, prophezeien jetzt die Statistiker. Vor einem Jahr rechneten sie noch mit 587 900 Dresdnern in 14 Jahren.

Die Dresdner Bevölkerung wächst. Aber nicht in dem Tempo, das die Statistiker noch in den Vorjahren erwartet haben. Wir zeigen hier alle Daten zur Bevölkerungsprognose 2016.

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Statistiken sind immer mit Unsicherheiten behaftet. Die größte Unbekannte in der Prognose ist der Zuzug von Asylbewerbern. Die Statistikstelle hat nicht eine derart dramatische Entwicklung wie Ende 2015 und Anfang 2016 eingerechnet, erwartet künftig einen Anstieg der freiwilligen Rückreisen und hat einen Familiennachzug nicht in ihre Prognose eingepreist, erklärte Holger Oertel, Leiter Einwohner- und Regionalstatistiken.

Für das erwartete gedämpfte Wachstum gibt es Gründe. Zwar ist die Geburtenzahl mit 6386 Babys von 1. Juli 2015 bis 30. Juni 2016 auf dem höchsten Stand seit 1990, zwar wächst die Fertilität von derzeit 1,54 Kindern pro Frau auf 1,6 bis 2025. Doch die Zahl der gebärfähigen Frauen nimmt wegen des Einbruchs der Geburtenzahlen nach der Wende in den nächsten Jahren ab. Liegt die Zahl der Sterbefälle gegenwärtig noch deutlich unter der der Geburten, so werden sich ab 2023 neue Erdenbürger und Gestorbene in Dresden die Waage halten.

Die Stadt ist auf Zuzüge angewiesen, um wachsen zu können, aber eine signifikante Steigerung ist laut Oertel lediglich von Personen aus dem Ausland zu erwarten. Dabei handelt es sich nicht nur um Asylbewerber, sondern auch um Bürger aus EU-Staaten und sogenannte „Bildungswanderer“. „Insbesondere Chinesen werden eine große Rolle spielen“, sagt der Abteilungsleiter voraus. Dagegen werden mehr Dresdner in die alten Bundesländer ziehen als sich Bewohner von dort in der Landeshauptstadt ansiedeln werden. Aus den neuen Bundesländern werden mehr Neudresdner erwartet als Wegzüge aus Dresden in diese Regionen. Schmerzhaft wird der verstärkte Wegzug von Familien mit Kindern ins Umland von Dresden ausfallen, prophezeien die Statistiker.

Bis 2030 wird es weniger Kleinkinder, dafür aber deutlich mehr Schulkinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 24 Jahre geben, so Oertel. Er geht von einer Zunahme in dieser Altersgruppe von 25 Prozent aus, während die Zahl der Unter-Zweijährigen um fünf Prozent sinkt. Dafür wird es 2030 zehn Prozent mehr Senioren im Alter über 65 Jahre in Dresden geben. Die Lebenserwartung steigt auf 81,7 Jahre bei Männer und 86,4 Jahre bei Frauen.

Die Statistiker sagen auch Wanderungsbewegungen in der Stadt voraus und beziehen dabei Baugenehmigungen und fertiggestellte Wohngebäude mit ein. Den größten Anstieg werden die Stadträume Altstadt und Friedrichstadt mit 19,9 Prozent bis 2021 verzeichnen, Kaditz/Mickten/Trachau wachsen um 9,1 Prozent, Klotzsche und die nördlichen Ortschaften um 4,1 Prozent. Wegzüge sagen die Experten in den Stadträumen Prohlis/Reick (minus 3,3 Prozent), Tolkewitz/Seidnitz Gruna (minus 1,6 Prozent) und Johannstadt (minus 1,2 Prozent) vorher. In den anderen Vierteln gibt es laut Prognose keine signifikanten Bewegungen.

Die Bevölkerungsprognose ist eine wichtige Grundlage für die Planungen des Eigenbetriebes Kindertagesstätte und das Schulverwaltungsamt, so Buscher. In diesem Jahr liegen die städtischen Experten zum ersten Mal seit Jahren ganz nah bei den Werten, die die Kollegen vom Statistischen Landesamt in Kamenz berechnet haben.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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