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Betrüger in Dresden zu drei Jahren und sieben Monaten verurteilt

Erst Gefängnis, dann Kloster Betrüger in Dresden zu drei Jahren und sieben Monaten verurteilt

„Es tut mir leid, ich werde den Schaden wieder gutmachen,“ erklärte der Angeklagte bestimmt. Ob Benjamin B. da den Mund nicht etwas zu voll genommen hat? Im Laufe der Jahre ist ziemlich viel zusammengekommen. Am Mittwoch stand er wegen Betruges vor dem Dresdner Amtsrichter.

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Symbolfoto

Quelle: dpa

Dresden. „Es tut mir leid, ich werde den Schaden wieder gutmachen,“ erklärte der Angeklagte bestimmt. Ob Benjamin B. da den Mund nicht etwas zu voll genommen hat? Im Laufe der Jahre ist ziemlich viel zusammengekommen. Der 33-Jährige wurde oft verurteilt, eigentlich überall, wo er einmal lebte, und verbrachte viel Zeit im Gefängnis, da sitzt er auch derzeit. Am Mittwoch stand er wegen Betruges vor dem Dresdner Amtsrichter. Er hatte im großen Stil Waren bestellt, aber nicht bezahlt.

Liest man das Sammelsurium, wird man stutzig: Bachblüten für 345 Euro, Ginseng, Aroniabeeren, Gelee Royal Kapseln für circa 500 Euro, einen Bauchmuskelrückentrainer, Gymnastikmatten, Bibeln und theologische Schriften für mehrere Hundert Euro, ein geschnitztes Holzkreuz, CDs, Noten und zahlreiche Pflanzen. Kennt man seinen Lebenslauf, macht die Sache Sinn. Der Mann ist Gärtner, hat eine Ausbildung als Heilpraktiker absolviert, ein Theologiestudium begonnen und spielt seit Jahren Geige. Er hatte für alles Verwendung – wenn er auch gelegentlich den Überblick verlor und doppelt orderte. Da halfen auch bestellte Bücher über Gedächtnistraining nicht.

Der Angeklagte räumte die Vorwürfe ein und hatte dafür auch eine Erklärung – seine Krankheit. Benjamin B. leidet unter depressiven Schüben, bekam Medikamente und half mit einer Flasche Rum pro Tag nach. Dass dieser Cocktail aufs Gemüt schlug, ist logisch. Aber so krank und völlig daneben, wie er es darstellte, war er wohl nicht. Im Gegenteil, seine Gaunereien waren gut und clever geplant. Besonders perfide: Benjamin B. bestellte mit Namen und Kontonummer von Leuten, die ihm nahe standen – sein Lebensgefährte, ein Freund, seine Vermieterin. Die hatten zunächst den ganzen Ärger mit den Lieferanten. Einiges ließ er sogar in ein Kloster liefern, in dem er zeitweise als Gärtner arbeitete. Das ist wirklich nicht nett. Ins Kloster will er aber zurück. „Ich habe ja nicht umsonst ein Theologiestudium begonnen. Ich will ins Kloster eintreten, das ist mein großes Ziel.“

Studium und Kloster müssen noch warten. Der 33-Jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sieben Monaten verurteilt. In die Entscheidung floss ein Urteil des Amtsgerichts Weiden ein, wo er wegen einer ähnlichen Betrugsserie verurteilt worden war. Bis Januar 2019 wird Benjamin B. seine Zeit zunächst im Gefängnis verbringen.

Von Monika Löffler

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