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Betonwerk-Brache am Hauptbahnhof wird für eine Million Euro aufgewertet

Betonwerk-Brache am Hauptbahnhof wird für eine Million Euro aufgewertet

Der Untergrund in der Innenstadt birgt viele Geheimnisse. Das Areal des ehemaligen Betonwerks nahe des Hauptbahnhofs ist von Kellergewölben aus Sandstein durchzogen.

Sie sind die Überbleibsel der vier- und fünfstöckigen Gründerzeithäuser an der Strehlener Straße und der einst parallel zum Hochgleisdamm verlaufenden Ostbahnstraße, die 1945 den Bombardements zum Opfer fielen. Im Zuge der Revitalisierung der Brache hatten gestern Bauarbeiter an der Ecke zwischen Bahndamm und Franklinstraße den ersten vier Meter tiefen Keller freigelegt.

Bis Mai 2014 soll das 20 000 Quadratmeter große Gelände wieder nutzbar gemacht werden. Rund eine Million Euro investiert die Stadt - 75 Prozent der Summe wird durch EFRE-Mittel der EU gefördert -, um den Boden von Schadstoffen zu befreien und zu stabilisieren. Dabei werden die Keller durch eine so genannte Tiefenenttrümmerung beseitigt, so dass künftig das Niederschlagswasser wieder vollständig versickern kann, erklärt Bernd Richter, der als Experte für Umweltsanierung im Dresdner Umweltamt das Bauvorhaben begleitet.

Vor jedem Erdaushub sucht ein Kampfmittelräumer mit einem Minensuchgerät die Stellen auf den Zentimeter genau nach Kriegsmunition ab. Gefunden hat er in den ersten Stunden geschmolzene Türschlösser, einen alten Topf und ein Stück Meissner Porzellan. "Wir begleiten die Baumaßnahmen jetzt jeden Tag", sagt Robert Fiß von der Munitionsbergungsfirma Röhl aus Brandenburg. Vorsicht ist geboten, denn es ist gut möglich, dass Munitionsreste in der Tiefe liegen. Ganze vier Mal wird die Erde abgesucht: vor dem Aushub, beim Aufladen auf den Kipplader, beim Abladen und zuletzt bei der Entsorgung. 20 000 Kubikmeter Boden müssen ausgetauscht werden. Die Betonplatten auf dem Gelände werden zerstückelt und als Schotter wiederverwendet.

Ein "Wahnsinnsschandfleck" ist das Betonwerk zuletzt gewesen, sagt Bernd Richter. Für Graffiti-Sprayer waren die leeren Werkshallen allerdings das Eldorado, ständig entstanden neue Bilder. Das Freiluftatelier wurde jedoch immer gefährlicher, ganze Stahlträger wurden aus den Hallen gestohlen, Teile der Gebäude stürzten ein.

Seit 2002 hat die Stadt sich um das Areal bemüht, jedoch wurden ihr auf Grund der zergliederten Eigentumsverhältnisse immer wieder Steine in den Weg gelegt. Das allerletzte der insgesamt 34 Flurstücke sei erst 2012 von einer Erbengemeinschaft abgekauft worden, so Richter. Von Dezember 2012 bis Mai 2013 konnte dann die wacklige Ruinenlandschaft mit städtischen Eigenmitteln in Höhe von 150 000 Euro abgerissen werden.

Nun folgt der zweite Schritt. "Durch die Revitalisierung kann das von der Landeshauptstadt Dresden erworbene Gesamtgrundstück wieder für öffentliche Zwecke, z.B. Stellplätze, verwendet werden", freut sich der Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Ganz so schnell geht es dann aber doch nicht: Zunächst verwandelt sich die Brache in einen Schotterplatz mit Randbegrünung. 200 000 Euro wird unter anderem für die Pflanzung von Säuleneichen, Gingkobäumen und Birken ausgegeben. Frühstens ab dem Jahr 2015 könnte hier ein öffentlicher Parkplatz entstehen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.11.2013

Madeleine Arndt

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