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Besucherterrasse auf dem Lingnerschloss öffnet im Frühling 2013

Besucherterrasse auf dem Lingnerschloss öffnet im Frühling 2013

Ende 2014 wird das Lingnerschloss saniert sein und den Dresdnern voll zugänglich sein - so wie es der Industrielle und Mäzen Karl August Lingner (1861-1916) verfügt hatte, als er sein Schloss der Stadt vermachte.

Ende 2014 wird das Lingnerschloss saniert sein und den Dresdnern voll zugänglich sein - so wie es der Industrielle und Mäzen Karl August Lingner (1861-1916) verfügt hatte, als er sein Schloss der Stadt vermachte. Das kündigte Fördervereins-Vorsitzender Peter Lenk an. Äußerlich präsentiert sich das Haus aber schon früher in neuer Pracht: Im Herbst werden die Fassaden fertig und die neue Dachterrasse mit Superausblick auf das Elbtal wird im Frühjahr 2013 eröffnet.

Von Heiko Weckbrodt

Man sieht es dem Bauarbeiter-Getümmel auf der Schlossbaustelle an der Bautzner Straße an, dass aus dem früheren Spenden-Rinnsaal für den Förderverein Lingnerschloss ein mittlerer Tsunami geworden ist: Wo noch vor ein paar Jahren ein paar vereinzelte ABMler an Details herumbastelten, werkeln jetzt die Vollprofis en gros. Im Zwischengeschoss ganz oben ziehen Maurer Stützwände für die neue Glaspyramide der Dachterrasse hoch, zwei Etagen tiefer setzen Steinmetze Foyer-Gewölbe, Strahlmeister haben sich hinter Gerüsten verkrochen, um die Schlossfassaden wieder schön Sandstein-hell zu machen, auch die Dach-Balustraden sind in der Hand von Experten.

Möglich gemacht hatte dieses forcierte Bautempo die Fünf-Millionen-Spende des Pharma-Unternehmens "Glaxo-Smith-Kline" (DNN berichteten). So richtig herumposaunen will Vereins-Chef Lenk dies im Moment aber nur ungern: "Seit die Firmen wissen, dass wir Geld haben, wird alles plötzlich teurer", erzählt er. Und: Auch der Fluss der Kleinspenden versiegt merklich. "Viele glauben wohl, mit dem Glaxo-Geld wäre nun alles finanziert - dabei fehlt uns noch eine ganze Million!"

Dennoch sieht Lenk nicht wirklich unglücklich aus. Kein Wunder: Als er und andere engagierte Dresdner vor zehn Jahren den Förderverein gründeten, um den Verfall des Lingnerschlosses zu stoppen, sprach man in Dresden nur vom Wiederaufbauwerk "Frauenkirche" - da stießen Lenk & Co. noch auf einige Skepsis mit ihrem Großprojekt auf Spendenbasis. Doch diese Skepsis ist längst dem Zuspruch gewichen. Wer das Restaurant im fertig restaurierten Ostflügel besucht und dort den Ausblick auf Dresden genossen hat, der weiß: Der Aufwand hat sich gelohnt und die umtriebige Truppe wird auch den Rest schaffen.

So ist erst kürzlich der einst zugemauerte Westflügel fertig geworden, der nun die Transparenz des Ostflügels aufnimmt. Auch das frischgepflanzte Grün auf der anderen Schlossseite lässt schon die künftige freundliche Anmutung der Außenanlagen erahnen.

Voll eingerüstet ist im Moment der Haupttrakt, dessen Sandstein jetzt von Schmutz und Eisenkorrosion der Jahrhunderte befreit wird. Hier sollen die Hüllen Ende Oktober fallen. Mit Volldampf arbeiten die Arbeiter auch auf dem Dach: Das wird bald abgedeckt, neu gesetzt, mit Zinkblech gepflastert und dann mit einer Besucherplattform versehen. Wenn gerade keine Feste gefeiert anstehen, kann man dort ab dem Frühling 2013 gegen ein kleines Entgelt von zwei Euro eine 1a-Aussicht ins Elbtal genießen. Zugelassen sind jedoch aus statischen Gründen nur bis zu 60 Besucher gleichzeitig, ein Automat wird den Einlasskontrolleur spielen.

Ist das geschafft, beginnt der Innenausbau mit den Festsälen, größtenteils im Stile des Klassizismus. Allerdings sollen sich auch andere Bauzustände letztlich wiederfinden: Der Kinosaal des Dresdner Clubs zum Beispiel wird im DDR-Stil der 1950er und 60er Jahre rekonstruiert. "Über Geschmack dieser Zeit lässt sich sicher streiten", räumt Lenk ein. "Aber auch dies gehört eben zur Schlossgeschichte dazu."

Spendeninfos: www.lingnerschloss.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.08.2012

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