Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Beim "Sonnenschutz-Tag" lernten kleine und große Dresdner was gegen UV-Strahlung hilft.

Beim "Sonnenschutz-Tag" lernten kleine und große Dresdner was gegen UV-Strahlung hilft.

Sobald die ersten Sonnenstrahlen auf der Haut kitzeln, heißt es für viele: Endlich runter mit den langen Klamotten und rein in die knappe Sommerkluft. Dass genau das aber der falsche Weg ist, konnten gestern 200 Kindergartenkinder aus Dresden im Hygiene-Museum lernen.

Das Präventionszentrum des Universitäts-Krebscentrums am Dresdner Uniklinikum hatte gemeinsam mit dem Bundesamt für Strahlenschutz, der Klinik für Dermatologie am Uniklinikum, dem Hygiene-Museum und dem Zoo zum ersten "Dresdner Sonnenschutz-Tag" eingeladen.

Sowohl der Nachwuchs als auch die Erzieher wurden dabei in Sachen Sonnenschutz auf den neuesten Stand gebracht. Neben einem Theaterstück von Clown Zitzewitz, konnten die Vier- bis Fünfjährigen spielerisch an sechs Stationen ihr Wissen aufbessern - von einem Quiz bis hin zur Erkenntnis, dass sich Elefanten durch das Wälzen im Sand vor der gefährlichen UV-Strahlung schützen. Angehende und alteingesessene Erzieher erhielten darüber hinaus Informationen in den Bereichen Haut, Schönheit und Hautkrebs.

"Dass man sich am Strand eincremen muss, das ist vielen klar", erklärte Friederike Stölzel vom Präventionszentrum an der Dresdner Uniklinik. "Viele vergessen das Thema aber im Alltag völlig", mahnte die Diplom-Psychologin. So sei ein ordentlicher Sonnenschutz bereits ab einem UV-Index von 3 bis 4 nötig. In unseren Gefilden ist der schon ab Ende April erreicht. Hier lauert eine besondere Gefahr, denn, so erläuterte Stölzel: "Viele bringen UV-Strahlung ausschließlich mit Wärme in Verbindung. Die Sonne strahlt aber auch ordentlich, wenn es nicht so heiß ist."

Dass Sonnenstrahlen nur solange das Wohlbefinden steigern, wie man mit ihnen verantwortlich umgeht, untermauern erschreckende Zahlen: Hautkrebs ist inzwischen die häufigste Krebsart in Deutschland - mit enormen Steigungsraten. Bei der gefährlichsten Form, dem schwarzen Hautkrebs, stieg die Zahl zwischen 2005 und 2012 um 60 Prozent, beim sogenannten hellen Hautkrebs um 80 Prozent. Rund zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden inzwischen an einer Form der Erkrankung.

Genau deshalb ist es auch wichtig, mit der Prävention bereits von Kindesbeinen an zu begingen und sie ein Leben lang zu betreiben. "Dabei reden wir nicht nur von ein bisschen Creme im Badeurlaub", erklärte Dr. Cornelia Baldermann vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Denn, was viele nicht wüssten, Sonnencreme beugt zwar einem Sonnenbrand vor, vor Hautkrebs schützen die Pasten und Lotionen aber nicht wirklich. "Zwar blocken die die UV-Strahlung zunächst ab, ihr Schutz lässt aber schnell nach - zum Beispiel durch das Abrubbeln mit dem Handtuch oder schon durch das Schwitzen", verdeutlicht Baldermann. Nach und nach dringt die UV-Strahlung immer stärker in unsere Hautzellen ein und verursacht dort Erbgutschäden. Diese Schäden repariert die Haut zwar bis zu einem gewissen Grad von selbst. "Irgendwann ist das Maß aber voll", so die Strahlenexpertin weiter. Die Folge: Zellmutationen, die Hautkrebs auslösen können. Deshalb warnt Baldermann auch vor dem Schönheitsideal der "gesunden Bräune". Die Bräunung sei vielmehr als eine Art Hilfeschrei der Haut zu verstehen. "Um sich zu schützen, bildet die Haut dunkle Farbpigmente. Das heißt also, in unseren Zellen ist bereits etwas passiert, das so nicht vorgesehen ist", erläutert sie.

Bei den Dresdener Kindergartenkindern schienen die Worte der Strahlenschutz-Expertin bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben: Mit Sonnenhut, Schutz-Shirt und einer ordentlichen Portion Sonnenmilch bewaffnet, schlenderten sie nach der gestrigen Veranstaltung aus dem Hygiene-Museum in den sonnigen Nachmittag.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.07.2014

Susann Schädlich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.