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Bei einem Workshop lernten Kinder aus Dresden die Welt des Films kennen

Bei einem Workshop lernten Kinder aus Dresden die Welt des Films kennen

Wie fühlt es sich an, vor der Kamera zu stehen? Wie wirkt Musik auf eine Szene? Wie schreibt man ein Drehbuch? Und überhaupt: Wie entsteht ein Film? Zehn Kinder aus dem Kinderheim Pfarrer-Dinter-Haus in Dresden-Klotzsche haben genau dies in einem Kinderfilm-Workshop erfahren.

Von Annette Thoma

Im Sommer haben sie eine Woche lang ausprobiert, experimentiert und dabei gelernt, welche Komponenten für einen Film wichtig sind. Und als Abschluss natürlich selbst einen Film gedreht. Dieser feierte jetzt im Kinderheim Premiere.

Unter der Leitung von Nora Otte, freie Regisseurin und Regieassistentin im  Schauspielhaus, und Bernd Kilian, Sozialpädagoge und freischaffender Filmemacher, entstand als Endprodukt des Workshops der Film mit dem Titel "Sina mit den grünen Augen". Vorbild für die Thematik war die gleichnamige Radiogeschichte des Dresdner Autors Mario Göpfert. "Für den Film wurden Elemente aus der Geschichte übernommen", so der Schriftsteller. "Aber das Endprodukt ist etwas völlig neues."

Das liegt maßgeblich daran, dass die Kinder überall Mitspracherecht hatten. Sie durften sich ihre Aufgaben und Rollen selbst aussuchen - das ist auch der Grund, warum die Hauptrolle der Nixe Sina dreimal besetzt war - und bestimmten auch mit, wie die Geschichte verlaufen sollte. "Die Kinder hatten die volle Freiheit", erklärt Bernd Kilian. "Sie kannten die Geschichte schon vorher, wollten aber ein Happy End." Denn eigentlich hat "Sina mit den grünen Augen" ein offenes Ende. In der Version der Kinder allerdings wird die Nixe durch wahre Liebe von ihrem Bann befreit, wird zu einer richtigen Frau und heiratet ihren Retter Tom. 

Ein Film von Kinder für Kinder

Die Idee zu diesem Projekt kam Dorit Jeßner. Sie ist Teil der Dresdner Produktionsfirma "ravir film" und dort für die Produktionsleitung und das Marketing verantwortlich. Ihre erste Überlegung war, einen Kinderfilm zu drehen. Zusammen mit Nora Otte überlegte sie sich ein Konzept - und stellte sich bald die Frage, was die Kinder heute überhaupt interessiert. Im Gespräch mit Cordula Möbius, der Leiterin des Kinderheims, haben sie gemeinsam die Idee eines Workshops entwickelt. Darin sollten die Kinder erste Erfahrungen mit dem Medium Film sammeln, sich ausprobieren und selbst kreativ werden. In kleinen Szenen probierten sie aus, wie man pantomimisch Geschichten erzählt oder wie wichtig die Wirkung von Musik ist. Auch ein Besuch im SAEK Dresden, dem Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal, war während des Workshops für einen Teil der Kinder möglich. Dort lernten sie ein professionelles Tonstudio kennen und durften vor einem Green- screen drehen. Im Film, der im Anschluss an den Workshop an nur zwei Tagen gedreht wurde, setzten die Kinder ihre Eindrücke und Erfahrungen um. "Es sollte ein Kinderfilm aus kindlicher Perspektive sein", erklärt Nora Otte.

"Sina mit den grünen Augen" entstand ausschließlich im Kinderheim. Auch die Postproduktion und das Schneiden des Films verlegte das Team von "ravir film", das die technische Leitung übernahm, in die vertraute Umgebung der Kinder.

Premiere mit leuchtenden Augen

Als das Making-Of gezeigt wurde, waren die Kinder schon aufgeregt und gespannt. Spätestens aber, als es "Film ab!" hieß, waren sie alle Feuer und Flamme. Den Film verfolgten sie mit leuchtenden Augen und erinnerten sich an die im Sommer gedrehten Szenen.

Im Anschluss an die Premiere bedankten sich Nora Otte und Bernd Kilian bei Christian Bauer von der Dresdner Stiftung Jugend und Sport der Ostsächsischen Sparkasse und bei Steffen Hanspach von der Stiftung Diakonie-Sozialwerk Lausitz. Ohne die finanzielle Unterstützung der beiden wäre das Projekt so nicht durchführbar gewesen.

Das Ziel des Projekts kann man kaum in einem Satz zusammen fassen. So viele Komponenten und Aufgaben stecken in diesem Film - und genau so viele Wege und Ziele hatte die Arbeit von Kilian, Otte und Jeßner. Den Kindern einfach eine schöne Erinnerung zu bescheren, lag dem Team besonders am Herzen. Aber auch ihre Medienkompetenz solle dadurch gefördert werden, betont Dorit Jeßner. "Es war mir wichtig, den Kindern in Teamarbeit zu zeigen, dass das nur ein Film ist, und nicht die Realität."

Ein sinnvoller und bewusster Umgang mit Medien ist in der heutigen Zeit gerade für so junge Menschen unabdingbar. Außerdem kann diese Erfahrung neue Impulse für eine berufliche Perspektive im Medium Film und Fernsehen bieten. "Mein Ziel war, die Phantasie und Kreativität, die in den Kindern schlummert, zum Ausdruck zu bringen", so Nora Otte. "Und diese gewisse Selbstständigkeit, etwas eigenes auf die Beine zu stellen." Und Bernd Kilian ergänzt: "Jeder kann seine Stärken erleben und ein Selbstwertgefühl aufbauen. Dies alles ist hier in einem Ergebnis auf hohem Niveau gemündet."

Mehr Infos zu diesem Projekt im Internet unter www.ravir.de/projekte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.10.2012

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