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Bayer schluckt Dresdner Factoring AG

Bayer schluckt Dresdner Factoring AG

Bei der börsennotierten Dresdner Factoring AG haben sich die Besitzverhältnisse entscheidend geändert. Großaktionär Jürgen Freisleben, langjähriges Aufsichtsratsmitglied und selber Chef der bayerischen Wegold Holding AG, hat über ein Pflichtangebot an alle Aktionäre der Dresdner Factoring AG seine Anteile von rund 30 auf rund 58 Prozent aufgestockt und damit das absolute Sagen.

"Das ist keine feindliche Aktion", trat die Dresdner Vorstandschefin Kerstin Steidte-Megerlin gegenüber DNN entsprechenden Befürchtungen entgegen, "das hat einen durchweg friedlichen Charakter".

Tatsächlich hatte Freisleben in seiner Offerte von Mitte Dezember 2012 deutlich gemacht, dass er nicht gedenkt, in die vielversprechend laufenden Geschäfte des Dresdner Finanzdienstleisters einzugreifen - dass er also weder an der Mitarbeiterzahl schrauben, noch Strukturen verändern oder gar den Firmensitz verlagern will. Allerdings sind solche Zusagen nicht rechtlich bindend.

Dass die Dresdner so unaufgeregt bleiben, hat damit zu tun, dass der Bayer Freisleben schon seit vielen Jahren einer von sechs Aufsichtsräten im Unternehmen ist. Es habe in den Sitzungen divers Abstimmungen zu dem Vorgehen gegeben, so Steidte-Megerlin. Sie habe "keinerlei Befürchtungen, dass es anders" komme, als in der Pflichtofferte beschrieben. Das Management habe ihr das volle Vertrauen ausgesprochen.

Freislebens Wegold Holding AG (Sitz Wendelstein bei Nürnberg) bündelt eine Edelmetalltochter und eine Factoringfirma. Sein Angebot von 6,08 Euro je Aktie für das Dresdner Unternehmen hat unter anderem Aufsichtsrat Thomas Agerholm angenommen, der über die HW Leasing GmbH 448230 Aktien und damit rund 15,9 Prozent der Anteile an der Factoring AG hielt.

Dass das Pflichtangebot vier Jahre zu spät kommt, sorgte bei der staatlichen Bankenaufsicht Bafin nicht für Ablehnung. Freisleben hatte bereits 2008 die 30-Prozent-Marke überschritten, allerdings zunächst unwissentlich. Die Bafin verdonnerte ihn nun lediglich dazu, rückwirkend 0,99 Euro Zinsen je Aktie zu zahlen. Bis 22. Januar mussten sich die Aktionäre für oder gegen das Angebot entscheiden. Den nun reichlich fünf Millionen Euro schweren Deal stemmt Freisleben mit Hilfe der Volks- und Raiffeisenbank Nürnberg.

Der neue Alleinherrscher hat sich mit der Dresdner Factoring AG ein profitables Unternehmen gesichert, dessen Kurs binnen Jahresfrist von 3,80 Euro auf rund 6 Euro gestiegen ist. 1999 gegründet, betreut es mit seinen rund 40 Mitarbeitern von Dresden aus Kunden in ganz Deutschland. Wahrscheinlich Ende nächster Woche will der Finanzdienstleister vorläufige Zahlen vorlegen. Vor einem Jahr lag der Forderungsumsatz im Konzern bei insgesamt 458 Millionen Euro, der Vorsteuergewinn bei fast 1,6 Millionen Euro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.02.2013

Barbara Stock

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