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Bauverzug am Kulturkraftwerk: Neues Konzept soll Projekt wieder in den Zeitplan bringen

Bauverzug am Kulturkraftwerk: Neues Konzept soll Projekt wieder in den Zeitplan bringen

Mit den Temperaturen ist Axel Walther, Geschäftsführer des städtischen Unternehmens Kommunale Immobilien Dresden (KID), sehr zufrieden. Aber der Wind stört. Weil sich dann die Kräne nicht drehen dürfen auf der Baustelle von Staatsoperette und Theater Junge Generation auf dem Gelände des Kraftwerks Mitte.

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Die Baugrube für den Theaterneubau auf dem Kraftwerksgelände ist fertig. Der Bau der Bühnentürme hat begonnen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dabei müssen sich die Kräne sehr schnell drehen: Drei Monate Bauverzug sind aufzuholen.

Da wäre ein milder und windstiller Winter hilfreich. Im August 2016 sollen die Bühnen an ihre Nutzer übergeben und ab Ende 2016 bespielt werden. Die KID lässt es sich nun zusätzliches Geld kosten, damit das Projekt wieder in den Zeitplan kommt. Die Rechnung ist einfach: Dauern die Bauarbeiten länger, kostet das rund 250 000 Euro im Monat. Die Baustelleneinrichtung muss bezahlt werden, dazu der Wachdienst, auch die verspätete Einweihung verursacht Kosten. "Da ist es doch besser, ich investiere das Geld in eine pünktliche Übergabe", so Walther.

Gemeinsam mit Generalunternehmer Ed. Züblin AG sei ein Beschleunigungskonzept erarbeitet worden, das mit 500 000 Euro weniger koste als die 750 000 Euro bei dreimonatigem Bauverzug. Das Konzept beinhaltet mehr Leute, mehr Material, mehr Schichtbetrieb und zum Beispiel schneller härtenden Beton. "Im Rohbau können wir die meiste Zeit einsparen", weiß Walther, der mit Züblin ein Erfolgshonorar vereinbart hat. "Es wird nur fällig, wenn wir den Verzug aufholen. Das ist eine faire Lösung."

Schuld an dem Verzug ist der Baugrund für den Neubau auf dem Kraftwerksgelände. Massive Betonfundamente mussten aus dem Weg geräumt werden - mit hohem Aufwand. Das hat nicht nur Zeit gekostet, sondern auch Geld. 1,2 Millionen Euro mehr als geplant sind für den Aushub der Baugrube und Abtransport sowie Deponierung des Bauschutts laut Walther angefallen. "Wir haben mit unliebsamen Überraschungen gerechnet und deshalb die Verantwortung für die Baugrube behalten." Eine halbe Million Euro Risikobudget sei eingepreist gewesen, außerdem ein Kaufpreisnachlass für das Grundstück mit den Dresdner Stadtwerken (Drewag) vereinbart worden.

350 000 bis 400 000 Euro müssen aber noch gespart werden, so der KID-Geschäftsführer. So werden für Besucher nicht sichtbare Fenster nicht wie geplant aus Metall hergestellt, sondern aus Kunststoff. Ein Treppenaufgang im Besuchersaal der Operette erhält kein voll verglastes Geländer, sondern eine Edelstahlkonstruktion - mit diesen Änderungen sei man wieder im Budget. "Aber jetzt ist es auf Kante genäht. Wir hoffen, dass wir nicht noch an einer anderen Stelle aus der Bahn geworfen werden."

Danach sieht es nach den jetzt erfolgten Submissionen nicht aus. Die Gebote liegen im kalkulierten Rahmen. So sei gerade die Bühnentechnik vergeben worden, auch der Auftrag für die Audio- und Videotechnik sei ausgelöst worden. Für die Ausstattung der Bühnen habe er den Theatern ein umfangreiches Mitspracherecht eingeräumt, sagt Walther. "Ich habe Hochachtung vor den Künstlern. Sie machen finanziell keine Abstriche an dem, was auf der Bühne geschehen soll. Dafür sind sie bei allen Bereiche hinter der Bühne zu großen Einschnitten bereit."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.01.2015

Thomas Baumann-Hartwig

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