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Baustellenrundgang im Lahmann-Sanatorium Dresden: Heinrichshof spätestens im September fertig

Baustellenrundgang im Lahmann-Sanatorium Dresden: Heinrichshof spätestens im September fertig

Der Gegensatz könnte kaum krasser ausfallen: Die neu erbauten Häuser und Wohnungen im oberen Teil des Lahmann-Sanatoriums sind längst bezogen.

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Auf den fast fertig sanierten Heinrichshof (im Hintergrund) ist Baywobau-Chef Berndt Dietze besonders stolz.

Quelle: Carola Fritzsche

Die denkmalgeschützten Altbauten wie das desolate Doktor- und das Hirschhaus harren noch der Sanierung. Seit zwei Jahren wird auf dem Areal gebaut. Bis 2018 will der Dresdner Baywobau-Chef Berndt Dietze fertig sein.

Frage: Was empfinden Sie, wenn Sie sich jetzt auf der Baustelle umschauen?

Der aufwendig sanierte Heinrichshof, in dem Lahmann ja selbst wohnte, wird aller Voraussicht nach Ende August, Anfang September übergeben. Darauf freue ich mich und auch über die Grünanlagen, die ja schon fertig sind und einen parkähnlichen Eindruck vermitteln. In den neu gebauten 14 Einfamilienhäusern und den drei Stadtvillen wohnen Menschen, die – Gott sei Dank – zufrieden sind. Ich kann also mit guten Gefühlen über die Anlage gehen. 45 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen. Was die denkmalgeschützten Altbauten anbelangt, haben wir allerdings mit riesenhaften Problemen zu kämpfen. Wir mussten zwei Baufirmen kündigen – der einen wegen Insolvenz, der anderen, weil sie sonst gleichfalls in Insolvenz hätte gehen müssen.

Was für Folgen hat das für die alten Gebäude wie das Herren- und das Damenbad, das Hirschhaus und das Doktorhaus?

Wir sind stark im Zeitverzug. Aber die Käufer haben Verständnis und erkennen an, was wir und die Bauleute hier leisten. Sie wissen, dass sie irgendwann einmal in die schönste Wohnanlage Deutschlands einziehen werden.

Wann wird das sein? Wie lautet Ihre Prognose?

Ich gehe davon aus, dass das obere Wohnareal im Lahmann-Park mit seinen 81 Wohnungen, 8 Reihen- und 14 Einfamilienhäusern im Frühjahr, spätestens Sommer kommenden Jahres fix und fertig sein wird. Bis 2018 kommen noch einmal 50 Wohnungen, ein Ärztehaus und ein Bürogebäude an der Bautzner Straße hinzu.

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Auf den fast fertig sanierten Heinrichshof ist Baywobau-Chef Berndt Dietze besonders stolz. Vier Wohnungen sind hier drin entstanden.

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Schmuckstück dürfte der 1896 erbaute Heinrichshof sein, oder?

Er gehört zweifellos zu den imposantesten, am reichsten verzierten Immobilien Dresdens. Lahmann hat ja mit seiner Familie hier gewohnt. Anders als heute haben wohlhabende Leute damals ihren Reichtum vor Ort zur Schau gestellt und stellen können. Sehen Sie sich nur die Bleiverglasung der Fenster, die schönen alten Fliesen, die Kunstschmied-Gitter und die Sandsteinmedaillons an. Das wird momentan alles im Originalzustand wieder hergerichtet oder neu erstellt. Der Brandschutz aber muss natürlich heutigen Erfordernissen entsprechen. Vier hochherrschaftliche Wohnungen mit jeweils 180 Quadratmetern Fläche und eine Gewerbeeinheit entstehen hier.

Wem gehört das Türmchen auf dem Dach?

Es gehört zur obersten Wohnung. Von dort aus hat man einen wunderschönen Blick über den Lahmann-Park und die gesamte Stadt. Unterhalb des verglasten Türmchens sollen sich Fledermäuse ansiedeln. So will es der Artenschutz. Wir haben allein einen sechsstelligen Betrag für neue Fledermausunterkünfte ausgegeben.

Wer zieht in den Lahmann-Park?

Es sind eigentlich immer entweder Dresdner oder Leute, die ihre Wurzeln hier haben oder Dresden-Verliebte.

In was für einem Zustand befanden sich die anderen denkmalgeschützten Häuser?

In einem so maroden Zustand, dass man sie eigentlich hätte wegreißen müssen, um sie für ein Drittel weniger neu bauen zu können. Sie waren zu 80 Prozent desolat. Das gilt für das Hirschhaus, das Doktorhaus und auch für das Damenbad. Das ist die größte Herausforderung, vor der wir jemals standen. Ich weiß nicht, ob ich‘s noch einmal machen würde, wenn ich vorneweg wüsste, wie kaputt die alten Bauwerke sind.

Das Lahmann-Sanatorium hat viel zu lange vor sich hin gegammelt, oder?

Sie müssen Folgendes bedenken: Die Rote Armee hat den Krankenhausbetrieb 1991 aufgegeben. Von der Übergabe gibt es noch Belege. Die Lüster und anderes Interieur existierten damals noch. Allerdings haben „unsere sowjetischen Freunde“ auch nicht wieder gut zumachende Schäden angerichtet. Sie haben beispielsweise Schweine in der Kegelbahn gehalten und im oberen Geschoss des Damenbades eine Gärtnerei eingerichtet. Die Erde, die dort oben gelagert wurde, hat bewirkt, dass die gesamte Decke des Damenbades hinüber war.

Was passierte, als sie weg waren?

Die Häuser sind nur notdürftig gesichert worden. Es ist viel gestohlen worden. 1996 hat dann das Augustinum das Areal gekauft, 2010 haben wir es erworben.

Schauen wir uns das frühere Damenbad an. Wie ist die Situation?

Hier entstehen acht Reihenhäuser. Weil eine Firma Pfusch gebaut hatte, mussten wir allerdings vieles wieder wegreißen. Das hat Zeit gekostet. Trotzdem hoffen wir, dass das Damenbad mit Hilfe der verlässlichen Firma Dressler-Bau im Frühjahr 2016 übergeben werden kann.

Wann wird das Herrenbad fertig?

Anfang kommenden Jahres. Eine Firma, die hier gebaut hatte, war insolvent gegangen. Auch das hat uns zeitlich zurückgeworfen. In das 1904/05 erbaute Gebäude mit den beiden markanten Zwillingstürmen und den Bogenfenstern kommen 31 Wohnungen.

Die von der Bautzner Straße aus sichtbaren Häuser machen einen maroden Eindruck. Was tut sich hier?

Die Bausubstanz ist wirklich sehr desolat, dass zum Teil nur einige Wände stehen bleiben und wir alles andere original nachbauen müssen. Verhältnismäßig gut erhalten ist das ehemalige Speisesaalgebäude mit seiner mit Blattgold verzierten Decke. Dort hinein werden 17, besonders junge Leute ansprechende Galeriewohnungen gesetzt – von fast allen aus können die künftigen Bewohner auf die imposante Decke schauen.

Wieviel kosten denn die Wohnungen im Lahmann-Park?

Zwischen 3000 und 4500 Euro pro Quadratmeter. Am teuersten sind natürlich die Wohnungen im Heinrichshof.

Gespräch: Katrin Richter

Katrin Richter

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