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Baustellenrundgang im Kulturpalast Dresden: Viel Staub, ein Riesensaal und zwei Musterstühle

Baustellenrundgang im Kulturpalast Dresden: Viel Staub, ein Riesensaal und zwei Musterstühle

Die Nachricht ist, dass es keine gibt. Kulturbürgermeister Ralf Lunau freute sich beim Baustellenrundgang im Kulturpalast, dass keine spektakulären Neuigkeiten aus dem „Kulti“ zu berichten sind: „Wir bewegen uns zeitlich, finanziell und baulich in dem Umfang, wie es geplant war“, sagte er am Freitag.

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Wo einst der "Kulti"-Saal war, tut sich jetzt ein riesiger Raum vor dem Besucher auf.

Quelle: Tanja Tröger

Spektakulär ist allerdings der derzeitige Einblick im Kulturpalast – wenn sich der Staub mal legt. Der ehemalige Saal ist nahezu vollständig entkernt, ein riesiger Raum gähnt den Betrachter an. Vom Schnürboden über der einstigen Bühne kann man rund 20 Meter in die Tiefe schauen, bis in den Keller. Unter ohrenbetäubendem Lärm knabbern Bagger und Presslufthämmer an den letzten Seitenrängen des Saals und an den alten Wänden im Kellergeschoss. Der hellgraue Betonstaub kriecht überall hin, nach wenigen Minuten auf der Baustelle knirscht es sogar zwischen den Zähnen der Besucher.

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Die Bauarbeiten im Kulturpalast laufen planmäßig, der Saal ist entkernt.

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Abriss und Aufbau laufen parallel

Damit die Standfestigkeit des Gebäudes immer gewährleistet bleibt, beginnen bereits die Wiederaufbau-Arbeiten. Im Kellergeschoss werden die ersten Fundamente für den neuen Saal errichtet. Der neue, kleinere Saal wird in den alten eingebaut. In etwa zwei bis drei Meter Abstand von den bestehenden Stahlbetonwänden wird eine neue Konstruktion eingepasst. Die Treppenhäuser bleiben auf Wunsch des Denkmalschutzes erhalten. Dafür wurden extra die Treppenaufgänge geschützt sowie die historischen Handläufe abmontiert und sicher verwahrt.

Die künftigen Nutzer des Kulturpalastes – Philharmonie, Kabarett „Herkuleskeule“ und Städtische Bibliotheken – planen inzwischen die Feinheiten ihrer Räume: Raumaufteilungen, Medienanschlüsse, Veranstaltungstechnik und die Ausstattung des Backstagebereichs.

Fassade bleibt erhalten – bis auf die bronzierten Scheiben

Auch die Außenansicht des Kulti bleibt weitgehend gleich. Lediglich die bronzierten Fensterscheiben werden ausgebaut und durch eine „zeitgemäße Verglasung“ ersetzt, erläuterte Projektleiter Thomas Puls. Die Scheiben hätten ihre braune Farbe erst nachträglich erhalten, weil es die Bronzierungs-Technik zur Bauzeit des Kulti in der DDR noch nicht gab. Die filigranen Aluminiumbleche zwischen den Fenstern werden jedoch weiter genutzt. Auch Gerhard Bondzins Mosaik „Der Weg der roten Fahne“ bleibt erhalten.

Wie der Kulti einmal aussehen wird, können sich Passanten ab Juli anschauen. Eine riesige Plane, die rund um das Fassaden-Gerüst gespannt wird, zeigt sowohl die künftigen Außenansichten als auch einen Blick in den Saal.

Führungen durch die Kulti-Baustelle

Ab August 2014 können sich die Dresdner dann selbst ein Bild machen, wie es im Kulturpalast vorwärts geht. Der Förderverein der Dresdner Philharmonie bietet diese kostenlosen Rundgänge an. Los geht’s am Stadtfestwochenende am 16. und 17. August. Die etwa einstündigen Führungen starten 10 Uhr, 11.30 Uhr, 14 Uhr und 15.30 Uhr. Jeweils 25 Personen können teilnehmen. Dazu ist eine Voranmeldung unter der Telefonnummer (0351) 486 63 69 oder unter der E-Mail-Adresse foerderverein@dresdnerphilharmonie.de. Der Verein will auch im Rahmen der Baustellenbesichtigungen Spenden für die neue Orgel sammeln.

Schwarz oder dunkelrot? Stuhl-Prototyp vorgestellt

Vorwärts geht es auch in Sachen Inneneinrichtung. In der slowenischen Hauptstadt Ljubljana wurden Musterstühle produziert. Die Planer müssen nun noch zwischen den beiden Bezügen wählen – ein etwas verwaschen wirkendes Dunkelrot oder ein Schwarz mit dunkelroten Einwebungen. Auch der Brandschutz-Check steht noch bevor: „Wir werden wohl fünf oder sechs Stühle abfackeln“, sagte Projektleiter Puls augenzwinkernd. Etwas Altbekanntes bleibt aber auch bei den Stühlen: Wie früher strömt Frischluft aus den Füßen der „Kulti“-Sitze. Wenn alles geklärt ist, wird die Produktion der rund 1790 Sessel ausgeschrieben. Etwa 650 Euro soll einer davon kosten.

Insgesamt kostet der Umbau des Kulturpalastes rund 81,5 Millionen Euro. Davon sind gegenwärtig 26,6 Millionen Euro beauftragt: etwa 11 Millionen Euro für Bauleistungen und 15 Millionen Euro für Baunebenkosten wie Planung und Genehmigungen.

ttr

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