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Bauen am Pohlandplatz: Geschäftsleute vor sechs schwierigen Wochen

Bauen am Pohlandplatz: Geschäftsleute vor sechs schwierigen Wochen

Die Gegenwart ist übel und die Zukunft sieht noch schlechter aus. Die Geschäftsleute am Pohlandplatz bangen um ihre Läden. "Wir haben ungefähr 60 Prozent unseres Geschäfts eingebüßt", berichtete gestern Bäcker Alexander Bresan.

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Baubürgermeister Jörn Marx erklärt Kosmetikerin Kerstin Randau und Fotograf Andreas Keck, die ihre Läden am Pohlandplatz haben, wie es mit den Bauarbeiten weitergeht.

Quelle: Christian Juppe

Von christoph Springer

So wie ihm geht es auch seinen Nachbarn und die schlimmste Bauzeit steht erst noch bevor. Sie beginnt in einer reichlichen Woche. Dann wird der Pohlandplatz für die Bauarbeiten komplett gesperrt. Sechs Wochen lang. Eine Durststrecke, die so mancher Ladenbesitzer nicht durchstehen könnte, fürchtet Bresan.

Die Pohlandplatzerneuerung ist Teil des ersten Bauabschnitts der Sanierung von Borsbergstraße und Schandauer Straße. Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) stellte sich gestern den Ladeninhabern und verbreitete Durchhalteparolen. "Wir liegen voll im Plan, das ist ein gutes Zeichen", sagte Marx, jetzt sei auch zeitlich passend der Planfeststellungsbeschluss für die Sanierung des Pohlandplatzes eingegangen. Darin enthalten ist die Neuerung, dass die Zufahrt von der Schandauer Straße, der Ermelstraße und der Schlüterstraße aus in Richtung "Wormser" erhalten bleibt. "Dafür haben wir gekämpft", sagten gestern unisono die Stadträte Steffen Kaden und Sebastian Kieslich (beide CDU), die zu dem Treffen an der Baustelle eingeladen hatten.

Diese Entscheidung ist ganz im Sinne von Kosmetikerin und Friseurin Kerstin Randau und ihren Nachbarn. Sie alle haben ihre Geschäfte direkt am Pohlandplatz zwischen der großen Kreuzung und der Wormser Straße. Aber es fällt ihnen schwer, sich zur Zeit ganz ihrem Geschäft zu widmen. Denn die Baustelle vor der Tür sorgt regelmäßig für neue Überraschungen. "Wir werden nur davon in Kenntnis gesetzt, wenn die Tinte trocken ist", beschreibt Bäcker Bresan diesen Zustand, die Stadt müsse besser informieren. Gerade mal ein Infocontainer am Kaufland ist aus Sicht der meisten Pohlandplatz-Geschäftsleute nicht genug. "Vielleicht gibt es einen Prospekt mit den Haltestellen und den Parkplätzen während der Bauzeit", hofft Kerstin Randau. Sie hat mit Terminverschiebungen und kurzfristigen Absagen zu kämpfen, weil Kunden nicht rechtzeitig zu ihr oder keinen Parkplatz finden.

Das kennen auch Kathrin Melchior und Carolin Janich, die in einer Rechtsanwaltskanzlei am Pohlandplatz arbeiten. "Wir kommen schon mal 20 Minuten zu spät, weil wir keinen Parkplatz finden", sagt Carolin Janich. Nicht die Suche an sich sei ein Problem, sondern Veränderungen bei Absperrungen oder Straßenzeichen, die auch mal über Nacht kommen können. "Ab und zu hat man Glück und es fährt gerade jemand weg", beschreibt Carolin Janich die Parkplatzsuche. Sie kann sich aber nicht vorstellen, was werden soll, wenn ab dem 15. Juli die Parkplätze auf dem Pohlandplatz weg sind, weil dort gebaut wird. "Ich frage mich gerade, wie wir da rankommen an die Kanzlei", grübelt sie.

"Das ist eine Belastung, ein harter Eingriff", räumt Baubürgermeister Marx ein, man müsse bei Bauarbeiten aber eben "gewisse Restriktionen akzeptieren". Danach werde schließlich alles besser, Marx sprach gestern gar von einer Wertsteigerung bei Immobilien und Umfeld. "Danach haben Sie ja eine gute bauliche Situation für viele Jahre", machte er Kerstin Randau und ihren Nachbarn Mut.

Die Borsbergstraße und die "Schandauer" bis zur Junghansstraße werden seit Mitte März von Grund auf saniert und zum Teil umgebaut. Dieser erste Bauabschnitt soll Mitte November abgeschlossen werden, die Arbeiten kosten rund 22 Millionen Euro. Im nächsten Jahr wird dann zwischen Junghansstraße und Ludwig-Hartmann-Straße gebaut, sechs Millionen Euro sind für diesen Bauabschnitt veranschlagt. Der dritte und letzte Sanierungsabschnitt beginnt an der Ludwig-Hartmann-Straße und reicht weiter in Richtung Wasserwerk Tolkewitz. Die Arbeiten an diesem Stück kosten voraussichtlich etwa drei Millionen Euro.

www.dvb.de/de/Aktuelles/Baustelle-Zukunft-/Borsbergstrasse/

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.07.2013

Christoph Springer

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