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Baubürgermeister spricht Klartext: Kein beliebiger Wiederaufbau!

Quartier V/1 am Neumarkt in Dresden Baubürgermeister spricht Klartext: Kein beliebiger Wiederaufbau!

Die KIB-Gruppe aus Nürnberg hofft, noch in diesem Jahr mit dem Bau ihres „Moritz Hauses“ am Neumarkt beginnen zu können. Baubürgermeister Raoul Schmidt Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) verteidigt den modernen Entwurf und stellt klar: „Am Neumarkt wird es nur historisch belegten und keinen beliebigen Wiederaufbau geben.“

Bisher gibt es von Quartier V/1 nur die Baugrube.

Quelle: Archiv

Dresden. „Das ist mit Sicherheit das Projekt, auf das wir am Längsten warten. Aber jetzt freuen wir uns darüber, dass es bald losgeht“, erklärte Sebastian Greim, Geschäftsführer der KIB-Gruppe mit Sitz in Nürnberg. Seit mehr als acht Jahren will die KIB das Quartier V/1 neben der Heinrich-Schütz-Residenz auf dem Neumarkt bebauen.

Regte sich zunächst ein Proteststurm gegen die moderne Architektur des Gebäudes, geriet das Vorhaben wenig später in die Mühlen der Justiz. Grundstücksnachbarn hatten wegen der Abstandsflächen geklagt. Im vergangenen Jahr wurde das letzte Verfahren abgeschlossen, die KIB-Gruppe hat für ihr Projekt „Moritz Haus“ einen Bauantrag gestellt. „Wir erwarten im Sommer oder Herbst die Baugenehmigung und hoffen, noch in diesem Jahr beginnen zu können“, so Greim.

Rund 18 Millionen Euro investiert das Unternehmen in das Gebäude mit vier Etagen und zwei Dachgeschossen. Greim spricht von einem „lebendigen Stadtbaustein“ mit einem Mix aus Handel, Büro, Wohnen und Dienstleistung. „Wir wollen keine Monokultur, sondern eine gesunde Mischung.“

Die KIB-Gruppe sei sich der Lage und des sensiblen Standorts sehr bewusst, versichert Greim. „Wir sind extrem in die Tiefe gegangen bei der gestalterischen und architektonischen Ausformung des Gebäudes.“ Der Investor habe sehr intensiv sowohl mit dem Stadtplanungsamt als auch mit der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) zusammengearbeitet. „Auf die Anregungen und Vorschläge der GHND sind wir eingegangen. Deshalb hat uns die Stellungnahme der GHND sehr überrascht.“

„Es ist unverständlich, dass trotz scharfer Kritik aus der Bürgerschaft, von der GHND und von 21 prominenten Dresdnern im Jahr 2011 bis heute keine wesentliche Änderung an der Planung vorgenommen wurde“, erklärte GHND-Vorstand Torsten Kulke. Der Bauantrag entspreche bis auf marginale Änderungen immer noch dem damaligen Entwurf. „Das geplante Eckgebäude an der Galeriestraße widerspricht der Gestaltungssatzung für den Neumarkt. Es sollte eine Einladung zum Besuch des Neumarktes sein und sich nicht dem Kulturpalast anpassen“, so Kulke, der den Wiederaufbau des Gutbierschen Hauses fordert. Das sei der Wille der Dresdner Bevölkerung.

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) erteilte diesem Ansinnen eine Absage. „Das Gutbierhaus stand an einer Stelle, an der heute der Kulturpalast steht. Deshalb ist es auch nicht im städtebaulich-gestalterischen Konzept enthalten“, erklärte der Baubürgermeister auf DNN-Anfrage. „Am Neumarkt werden nur bauhistorisch und baukünstlerisch bedeutsame Gebäude wiedererrichtet, deren originaler Standort auch gewährleistet werden kann. Es soll ein historisch belegter und kein beliebiger Wiederaufbau vollzogen werden“, so Schmidt-Lamontain.

Die KIB-Gruppe besitze einen rechtsverbindlichen Bauvorbescheid und damit ein Baurecht. „Der Investor hat versucht, die von der Öffentlichkeit formulierten Erwartungen bei der Fortschreibung der Planung zu berücksichtigen“, sagte der Baubürgermeister und fügte an: „Er hat sich den Empfehlungen der Gestaltungskommission unterworfen.“ Wenn der Bauantrag geltendem Recht entspreche, habe der Investor einen Anspruch auf eine Baugenehmigung.

Die Grundsatzfrage für Grein lautet: „Baue ich die barocke Stadt weiter oder interpretiere ich sie neu?“ Die KIB-Gruppe versuche, Altes in eine moderne Formensprache zu übersetzen. „Dafür haben wir auch sehr positive Rückkopplungen erhalten“, so der Geschäftsführer.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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