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Banner wirbt für religiöse Toleranz

Kirche Banner wirbt für religiöse Toleranz

Die evangelische Martin-Luther-Kirche in der Dresdner Neustadt ruft zu friedlichem Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichem Glauben auf. Am Baugerüst mit dem gelben Schutznetz, das den 81 Meter hohen Kirchturm derzeit bis hinauf zur Spitze umhüllt, hat die Gemeinde vier große Banner anbringen lassen.

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Seit gestern werben die Banner für mehr Toleranz

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Die evangelische Martin-Luther-Kirche in der Dresdner Neustadt ruft zu friedlichem Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichem Glauben auf. Am Baugerüst mit dem gelben Schutznetz, das den 81 Meter hohen Kirchturm derzeit bis hinauf zur Spitze umhüllt, hat die Gemeinde vier große Banner anbringen lassen. In drei Sprachen - Deutsch, Arabisch, Englisch - geben sie Empfehlungen zum toleranten Umgang miteinander.

„Respektiere Ähnlichkeiten und Unterschiede und finde heraus, wie wir gut miteinander auskommen“, heißt es da zum Beispiel. Positiv vom eigenen Glauben statt negativ über den anderen zu sprechen, werden Menschen aufgefordert, und dazu, sich von anderen erzählen zu lassen, woran diese glauben. Auch auf terroristische Einzeltäter, die den Ruf einer ganzen Religionsgemeinschaft zu bestimmen drohen, spielt einer der Sätze an: „Beurteile Menschen nicht anhand von Taten jener, die den gleichen Glauben haben.“

Jeder der vier Empfehlungen hat Gemeindepfarrer Eckehard Möller eine seiner Predigten gewidmet. Angesichts einer zunehmend heterogenen Gesellschaft hält er es für nötig, solche Botschaften für möglichst viele sichtbar zu machen und damit zum Nachdenken anzuregen. „Das gilt auch für das Verhältnis zwischen Anhängern einer Religion und Menschen, die keiner Konfession angehören“, so Pfarrer Möller.

Die Idee stammt aus Birmingham, der mit über 1,1 Millionen Einwohnern zweitgrößten Stadt Großbritanniens nach London. Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenbezirks Dresden Nord hatten im Juni eine Bildungsreise in die Stadt im Westen Englands unternommen. Fast 26 Prozent der Bewohner dort stammen aus Migrantenfamilien. Rund 21 Prozent sind Muslime. Außerdem leben Sikhs, Hindus, Buddhisten und Juden dort. Knapp 60 Prozent der Engländer wiederum gehören der Anglikanischen Kirche an.

Die Pfarrer haben sich informiert, was Kirchgemeinden in einer multireligiösen und multiethnischen Gesellschaft tun. Dass die Geistlichen dort vor allem auf Gespräche setzen, hätten sie als wichtigste Erkenntnis mit nach Dresden gebracht, so Pfarrer Möller. „Die Begegnung mit den anderen Religionen erleben sie als bereichernd für den eigenen Glauben, weil sie Antworten finden auf Fragen, die sie sich selbst bisher nicht gestellt hatten. So entdecken sie Gemeinsamkeiten und entwickeln Umgangsformen miteinander.“ Als Quintessenz aus dem Dialog seien diese Plakate entstanden.

Die Dresdner Banner hat die sächsische Arbeitsgemeinschaft „Kirche für Demokratie“ (www.kirche-fuer-demokratie.de) finanziert. Wenn das Gerüst abgebaut ist, will sie die auch anderen Kirchgemeinden zur Verfügung stellen.

Noch bis Ende August schließen Steinmetze in den Sandsteinmauern des Turms der 1887 im Stil des Historismus errichteten Kirche Löcher, Risse und Fugen, durch die Regenwasser eingedrungen war. Künftig besteht dann auch nicht mehr die Gefahr, dass, wie einmal geschehen, Steine sich lockern und herunterfallen. Auf rund 995.000 Euro sind die Kosten veranschlagt, wobei der größte Teil davon für das teure Spezialgerüst anfällt. Um Spenden zu sammeln, will die Kirchgemeinde wertvolle alte Möbel versteigern. Zu besichtigen sind sie ab sofort im Gemeindesaal am Martin-Luther-Platz 5. Kaufgebote einreichen kann man bis 28. August schriftlich bei der Verwaltung des Kirchspiels Dresden-Neustadt.

Kirchspielverwaltung: Martin-Luther-Platz 5, 01099 Dresden, Tel. 0351 / 8985130, Internet www.kirchspiel-dresden-neustadt.de

Von Tomas Gärtner

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