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Bankrotterklärung beim Sachsenbad

Gebäude verfällt weiter Bankrotterklärung beim Sachsenbad

Stillstand beim Sachsenbad. Seit mehr als zwei Jahrzehnten verfällt das Gebäude und es gibt keinen tragfähigen Plan, daran etwas zu ändern. Das gestand jetzt der Erste Bürgermeister Detlef Sittel (CDU) auf Anfrage des CDU-Stadtrats Veit Böhm ein. Der finanzielle Aufwand für die Herrichtung des Gebäudes stünde nicht zur Verfügung.

Das Sachsenbad verfällt weiter.

Quelle: D. Flechtner

Dresden. Stillstand beim Sachsenbad. Seit mehr als zwei Jahrzehnten verfällt das Gebäude und es gibt keinen tragfähigen Plan, daran etwas zu ändern. Das gestand jetzt der Erste Bürgermeister Detlef Sittel (CDU) auf Anfrage des CDU-Stadtrats Veit Böhm ein. Der finanzielle Aufwand für die Herrichtung des Gebäudes – ein Betrag um die 20 Millionen Euro – stünde weder kurz- noch mittelfristig im Haushalt zur Verfügung, so Sittel. Auch eine Komplementärfinanzierung durch Fördermittel sei nicht in Aussicht gestellt.

Obwohl die Stadt nicht in der Lage ist, das denkmalgeschützte Bauwerk in Pieschen zu sanieren, plane sie keine Ausschreibung. „Vor dem Hintergrund der Stellung des Objektes im Gebiet, seiner Eigenschaft als Kulturdenkmal und des erheblichen öffentlichen Interesses an einer Nutzbarmachung des Gebäudes für Zwecke der Bürgerschaft müsste vor einer Ausschreibung ein entsprechender Grundsatzbeschluss durch den Stadtrat zu fassen sein“, erklärte Sittel.

Grundsätzlich eigne sich das Gebäude sowohl für die Reaktivierung als Bad als auch für einen Umbau zum soziokulturellen Stadtteilzentrum. Aber das vernichtende Urteil: „In keinem Fall konnte – unter Beachtung potenzieller Folgekosten – eine wirtschaftliche Betreibung oder Refinanzierung der Umbau- und Sanierungskosten prognostiziert werden“, so der Erste Bürgermeister. In allen Fachbereichen der Verwaltung werde zwar regelmäßig abgefragt, inwieweit Fördermittelprogramme zur Verfügung stünden, die entsprechende Maßnahmen am Objekt stützen könnten. Doch aktuell sei nichts in Sicht. Und selbst wenn Land oder Bund ein passendes Programm auflegen würden, sei mit einem hohen städtischen Eigenanteil zu rechnen.

Wie könnte das Sachsenbad gerettet werden und in welchem zeitlichen Horizont, wollte Böhm wissen. Sittels Antwort liest sich wie eine Bankrotterklärung: „Neben der Schaffung der haushalterischen Voraussetzungen unter Einbeziehung potenzieller Fördermöglichkeiten bedarf es angesichts der Objektspezifik eines fundierten Nutzungs- und Betreiberkonzepts einschließlich der Einschätzung und Gewährleistung von Folgekosten sowie der Schaffung aller bauordnungsrechtlichen Voraussetzungen, insbesondere auch der Herstellung des Einvernehmens mit dem Denkmalschutz.“

Die Stadt als Eigentümerin des Gebäudes muss rund 14 000 Euro in den Unterhalt pro Jahr investieren, listete Sittel auf. 2014 musste die Stadt rund 56 500 Euro für Reparaturen der Zäune und an der Gebäudesubstanz ausgeben.Das gesamte Gelände sei ausreichend gegen den Zutritt von Dritten gesichert.

Mehrere Initiativen wie der Verein Pro Pieschen engagieren sich seit Jahren für eine Wiederbelebung des Sachsenbades. Auch die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit hatte nach ihrem Wahlsieg Hoffnungen geweckt, es gebe eine Zukunft für das Gebäude. Das ist mittlerweile anderthalb Jahre her.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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