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Bande knackte mehr als 63 Automaten

Vier Männer wegen schweren Diebstahls angeklagt Bande knackte mehr als 63 Automaten

So richtig erfolgreich war das Leben der vier Männer, die gestern auf der Anklagebank des Landgerichts saßen, bisher nicht - Gelegenheitsjobs, arbeitslos, selbstständig ohne finanziellen Erfolg, Schulden.

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Quelle: dpa

Dresden. Die Geschäftsidee, die sie Anfang des Jahres ausbrüteten, spülte zwar Geld in die klammen Kassen, war allerdings nicht legal. Wegen schweren Bandendiebstahls müssen sich Jens H., Ronald G. Daniel V. und Marcus M. nun vor Gericht verantworten. Die Männer im Alter zwischen 34 und 39 Jahren sollen in wechselnder Besetzung von Mitte Januar bis Anfang Mai Zigaretten- und Parkscheinautomaten geknackt haben - und das im großen Stil. Angeklagt wurden 63 Taten - einige Fälle wurden bereits eingestellt. Das Quartett erbeutete in knapp vier Monaten Bargeld und Zigaretten im Wert von rund 40 000 Euro und verursachte einen Sachschaden von knapp 180 000 Euro.

Angefangen hatte es mit einem Zigarettenautomaten, den sie noch mühsam abgesägt und mit dem Fahrrad nach Hause transportiert hatten. Sie machten sich mit dem Innenleben bekannt, fanden eine Lösung, die Technik zu überwinden und zogen dann nächtelang durch Dresden. Dann half ihnen auch noch "Kollege Zufall". Auf der Meußlitzer Straße entdeckten sie einen Transporter der Automatenfirma und brachen ihn auf. Darin befanden sich Auftragszettel, Schlüssel und Listen der Automaten sowie technisches Zubehör. Jetzt mussten sie nicht mehr mühsam die Schlösser aufbohren, Zugschrauben eindrehen und die Schlösser herausziehen - nein, sie konnten die Automaten einfach aufschließen und ausräumen. Ab April entdeckten sie dann auch Parkscheinautomaten für sich - die warfen einfach mehr ab, sagte einer der Angeklagten. Egal, ob Tiefgarage oder Parkplatz, Schillergalerie, Uniklinik, Semperoper, Hotel, sie machten überall Beute. Sie fuhren mitten in der Nacht sogar bis zur Bastei nach Rathen. Die Angeklagten waren wirklich fleißig und hartnäckig. Als sie einen Parkautomaten in der Tiefgarage Prager Straße nicht aufbekamen, fuhren sie mit dem Taxi nach Hause, um Werkzeug zu holen und starteten einen zweiten Versuch. Als sie am 7. Mai in der Tiefgarage auf der Kesselsdorfer Straße werkelten, kam die Polizei.

Zwei der Angeklagten wollten sich zu den Vorwürfen nicht äußern, einer legte bei seiner Einlassung einen regelrechten Eiertanz hin. Nur Daniel V. machte, so gut es ging, reinen Tisch, obwohl er sich bei gewissen Dingen auch zurückhielt. Grund für die Diebestouren waren finanzielle Probleme, Schulden und ihr Drogenkonsum. Das Geld für Crystal holten sie sich wohl aus den Automaten. Der Prozess wird fortgesetzt.

Monika Löffler

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