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Bald 1600 Asylbewerber in Dresden: Für Unterkunft und Betreuung sind 7,5 Millionen Euro zusätzlich nötig

Bald 1600 Asylbewerber in Dresden: Für Unterkunft und Betreuung sind 7,5 Millionen Euro zusätzlich nötig

Die Bürgerkriege, Kriege und Unruhen in Syrien, im Irak, in der Ukraine und in Nordafrika mögen auf den ersten Blick wie weit entfernte Ereignisse auf dem Fernsehschirm erscheinen.

Doch die Folgen dieser Wirren sind global und betreffen auch Dresden und die Dresdner - nicht zuletzt auch durch die Menschen, die hier nach Asyl vor Gewalt, Vertreibung und Entrechtung fragen. "Immer mehr Menschen suchen in Deutschland Schutz vor Unruhen oder flüchten vor den Lebensbedingungen in ihrem Heimatland", betonte Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos). "Dieser deutschlandweite Trend wirkt sich auch auf die Landeshauptstadt Dresden aus." Inzwischen hat die Landesdirektion angekündigt, dass sich Dresden bis zum Jahresende auf etwa 1340 neue Flüchtlinge einstellen sollte - für die Obdach und Versorgung zu sichern sind. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatte Dresden 748 neue Asylsuchende aufgenommen. Berücksichtigt man, dass manche Flüchtlinge wieder gehen, andere kommen, ist laut Hochrechnungen der Stadtverwaltung damit zu rechnen, dass bis zum Jahresende 1600 Männer, Frauen und Kinder in der Stadt untergebracht werden müssen - ein Viertel mehr als zu Jahresbeginn.

"Diese Entwicklung war bei Aufstellung des städtischen Doppelhaushalts 2013/14 im Jahr 2012 so nicht absehbar", schätzte Seidel ein. "Aus heutiger Sicht benötigen wir 7,5 Millionen Euro zusätzlich zum bereits vorhandenen Etat, um unseren gesetzlichen Pflichten als Stadt nachzukommen." Sprich: Es handelt sich um eine Pflichtaufgabe der Kommune, um die Flüchtlinge und deren Unterkunftskosten kann die Stadt nicht groß herumfeilschen. Ein Teil der Mehrkosten soll nun durch erhöhte Landespauschalen gedeckt werden, der große Rest muss aber anderweitig in den städtischen Budgets aufgetrieben werden.

Mit dem zusätzlichen Geld sollen unter anderem 72 weitere Wohnungen in diesem Jahr angemietet und eingerichtet werden. Auch hatte das Sozialdezernat beispielsweise im November 2013 ein ehemaliges Hotel an der Leipziger Straße angemietet - das Gebäude soll nun als dauerhaftes Asylbewerber- Heim für bis zu 60 Bewohner festgelegt werden. Auch für die soziale Betreuung der Asylbewerber seien Mehrausgaben zu erwarten, erklärte Seidel. Erst kürzlich hatte der Ausländerrat wegen Überforderung Alarm geschlagen: Insbesondere die Erstberatung für ausländische Familien mit Kindern sei angesichts ihrer schieren Zahl, aber auch wegen der vielen Nationalitäten und Sprachen kaum noch zu bewältigen.

Daher haben Mitglieder des Jugendhilfeausschusses nun vorgeschlagen, für die "interkulturelle Elternarbeit" des Ausländerrates mehr Sachkosten- und Personalzuschüsse bereit zu stellen. "Das sind teils ganz elementare Dinge, über die der Ausländerbeirat die Flüchtlingsfamilien erst mal aufklären muss, zum Beispiel den Sinn einer Kita und wie man die Kinder dort anmeldet", sagte einer der Antragsteller, Carsten Schöne vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Sachsen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.06.2014

Heiko Weckbrodt

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