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Auslaufmodell Garagengemeinschaften

Dresdner Stadtrat entscheidet am Donnerstag Auslaufmodell Garagengemeinschaften

101 kommunale Grundstücke sind in Dresden mit Garagen bebaut. Die Stadtverwaltung sieht die Standorte als städtebauliches Entwicklungspotenzial. Doch die Inhaber der Garagen wehren sich. Am Donnerstag entscheidet der Stadtrat über ein Vorkaufsrecht für die Garagengemeinschaften.

Soll für Wohngebäude weichen: Der Garagenstandort an der Braunsdorfer Straße.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Sie sind in zweifacher Hinsicht Relikte aus DDR-Zeiten: Die meisten Garagenhöfe in Dresden entstanden zwischen 1949 und 1989. Damals interessierte es wenig, wem der Grund und Boden unter den Gemeinschaftsanlagen gehört. Heute ist das anders. 101 Bauflächen im Eigentum der Landeshauptstadt Dresden sind gegenwärtig mit Garagen bebaut, erklärte jüngst Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf Anfrage der CDU-Stadträtin Annett Grundmann.

Grundsätzlich, so der OB, handelt es sich bei den Grundstücken um städtebauliches Entwicklungspotenzial. Was heißt: Die Garagen sind aus Sicht der Verwaltung ein Auslaufmodell. Für zwei Garagenstandorte an der Braunsdorfer Straße und der Mohorner Straße im Dresdner Westen hat der Stadtrat im August das Aus beschlossen. Die Flächen sollen per Konzeptausschreibung an Investoren vergeben werden, die darauf Wohnungen unter anderem für Asylbewerber errichten sollen.

Die Inhaber der Garagen haben erbitterten Widerstand angekündigt. Die AfD-Stadtratsfraktion hat einen Antrag eingebracht, mit dem den Garagengemeinschaften ein Vorkaufsrecht für die Grundstücke zugesichert werden soll. „Wir haben Kontakt zu zehn Garagengemeinschaften“, erklärte AfD-Fraktionsvorsitzender Stefan Vogel gegenüber DNN. Unter den Inhabern würden sich viele ältere und mobilitätseingeschränkte Personen befinden. „Diese Menschen brauchen Garagen in Wohnortnähe. Wenn diese wegfallen, wird den Inhabern die Mobilität entzogen.“

Vogel hofft auf Zustimmung aus der CDU-Fraktion für seinen Antrag, doch Grundmann sieht dafür keine Möglichkeit. „Der AfD-Antrag greift zu kurz“, erklärte sie. Unter den 101 von der Stadtverwaltung genannten Standorten gebe es in jedem Fall etliche, die für die Stadtentwicklung benötigt würden. „Das können wir nicht mit einem Vorkaufsrecht blockieren.“ Bevor die Stadt einzelne Standorte zum Verkauf ausschreibe, müsse sie aber ein gesamtstädtisches Konzept erarbeiten. „Das fehlt“, erklärt sie. Hilbert hatte ihr in der Tat mitgeteilt, dass bislang nicht feststünde, welche Flächen wann veräußert werden sollten.

Deshalb hält es Grundmann für willkürlich, dass ausgerechnet die Braunsdorfer und die Mohorner Straße ausgeschrieben werden sollen. Auf einen zweiten Punkt legt die CDU-Stadträtin großen Wert: „Die Kommunikation mit den Inhabern der Garagen muss verbessert werden. Es kann nicht sein, dass die Leute aus der Presse vom Verkauf ihrer Garagenhöfe erfahren.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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