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Aus für das Dresdner „Schneckenhaus“?

Kita sucht nach Ersatzstandort Aus für das Dresdner „Schneckenhaus“?

Seit reichlich 20 Jahren hat die Kita Schneckenhaus ihr Domizil auf der Prellerstraße 6 in Dresden-Blasewitz. 20 Kinder im Alter von eineinhalb Jahren bis zum Schuleintritt spielen, lernen, wachsen hier gemeinsam. Noch. Denn das Projekt, das sich an Montessori-Ansätzen orientiert und von einer Elterninitiative getragen wird, steht vor dem Aus.

Luciano, Frida und Emilia (v.l.) sind drei von insgesamt 20 Kindern, die im „Schneckenhaus“ gemeinsam spielen, lernen und wachsen.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Seit reichlich 20 Jahren hat die Kita Schneckenhaus ihr Domizil auf der Prellerstraße 6 in Dresden-Blasewitz. 20 Kinder im Alter von eineinhalb Jahren bis zum Schuleintritt spielen, lernen, wachsen hier gemeinsam. Noch. Denn das Projekt, das sich an Montessori-Ansätzen orientiert und von einer Elterninitiative getragen wird, steht vor dem Aus. Der Grund: Die Verwaltung hat das Gebäude nach einem Stadtratsbeschluss vom Juni 2007 verkauft, der Mietvertrag läuft im März 2018 aus. Die Suche nach einem alternativen Standort lieferte bisher keinen Treffer.

„Die notwendige Sanierung der Kindertageseinrichtung und vollständige Umsetzung der brandschutztechnischen Auflagen wäre aus finanzieller Sicht unwirtschaftlich gewesen“, begründet Sabine Bibas, Leiterin des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen, den damaligen Stadtratsbeschluss auf DNN-Anfrage. Der Eigenbetrieb sei seit Bekanntgabe dieser Entscheidung gemeinsam mit dem freien Träger „Elterninitiative Schneckenhaus e.V.“ auf der Suche nach geeigneten Objekte. Es finde ein regelmäßiger Austausch zwischen Stadt und Träger statt. So gab es bereits 2011 ein Angebot vonseiten der Verwaltung, das „Schneckenhaus“ an der Spenerstraße in einen Neubau zu integrieren. Seitens der Elterninitiative habe es aber noch im selben Jahr eine Absage wegen der geplanten Größe der kommunalen Kita gegeben. „Der freie Träger hätte aus seiner Sicht am neuen Standort sein eigentliches Konzept im Rahmen einer kleinen Kita nicht weiter verfolgen können“, informiert Bibas.

Und dieses Konzept sei einzigartig für die Stadt, wie Claudia Zenker, seit vergangenem November im Vorstand des Trägers und Mutter eines „Schneckenhaus-Bewohners“, sagt. Das reformpädagogische Konzept, die Größe der Gruppe und das gemischte Alter gebe es in dieser Kombination kein weiteres Mal. Ein Leiter, zwei Pädagoginnen, ein FSJler und ein Bufdi kümmern sich um die 20 Knirpse. „Und das ist gut für die Kids, sonst würden wir das nicht machen“, so Zenker. Alle Eltern sind Mitglieder des Vereins und damit in die Gestaltung des Alltags ihrer Sprösslinge voll integriert.

Die Suche nach einem Ersatzstandort ging nach der Absage der Eltern indes weiter. Mehrere öffentliche Ausschreibungen der Stadt verliefen ins Leere. Dann ein Hoffnungsschimmer: Für einen Standort an der Naumannstraße wurden bereits erste Schritte zur Standortentwicklung eingeleitet. Anfang 2015 allerdings zog der Vermieter sein Angebot zurück, „da er kurzfristig und ohne Umbaumaßnahmen das gesamte Gebäude an einen anderen Interessenten vermieten konnte“, teilt die Eigenbetriebsleiterin mit. Auch das Angebot, das „Schneckenhaus“ in eine Kita in Bühlau zu integrieren, lehnte der Träger wegen der räumlichen Entfernung ab.

Die Zeit drängt, wie Claudia Zenker sagt. Denn eigentlich müsste man bereits bis zum Ende dieses Jahres ein geeignetes Objekt gefunden haben, um 2017 die entsprechenden Umbaumaßnahmen in die Wege leiten zu können. Deshalb sind sie und ihre Vorstandskollegen jetzt auf der Suche nach privaten Vermietern oder Investoren. „Wir müssen raus in die freie Wirtschaft“, sagt sie. Vorteil für einen etwaigen künftigen Vermieter: Die Miete käme von der Stadt, pünktlich und regelmäßig. Mindestens 200 Quadratmeter sowohl innen als auch außen müssten der Kindergruppe zur Verfügung stehen. Das gilt für die jetzige Größe, könnte aber auch gern nach oben angepasst werden. Denn bei einem Umzug wäre auch die Vergrößerung der Gruppe eine Option. Die Nachfrage jedenfalls wäre da. „Bis zu 60 Kinder wären denkbar“, so Zenker.

Im schlimmsten Fall allerdings steht das „Schneckenhaus“ vor dem Aus. Das möchten weder Eltern noch Eigenbetrieb. „Durch regelmäßige Gespräche und Unterstützung möchte der Eigenbetrieb Kita als auch der Träger die Auflösung der Gruppe verhindern“, so Bibas. „Es sieht alles ein bisschen düster aus“, resümiert Zenker. Ausgang offen.

Wer dem „Schneckenhaus“ helfen möchte, kann sich per Mail an schneckenhaus.dresden@gmx.de beim Vorstand melden.

Von Christin Grödel

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