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Aus Schnapsidee Dresdner Studenten wird Schlump-Chili-Shop

Aus Schnapsidee Dresdner Studenten wird Schlump-Chili-Shop

Wer gern scharf isst, greift zu Chili. Dresdner Studenten haben aus einer kulinarischen Liebhaberei eine Geschäftsidee gemacht. Unter dem mittlerweile eingetragenen Namen "Schlump-Chili" verkaufen sie selbstgefertigte Chili-Pasten - vom eher dezent-scharfen Gretel-Fruchtaufstrich "mit frischen Erdbeeren, Original Schweizer Schokolade und einem Quentchen Habanero Chili" bis zur Aua-Aua-Paste, "Schärfegrad 11 von 10".

Die macht auch hartgesottenen Chilifreunden unweigerlich Feuer unterm Hintern und treibt die Tränen in die Augen.

Kaufen kann man die Pasten, Aufstriche und Cremes im Internet, auf Gourmetmessen und zum Beispiel demnächst auf dem "Fairen Weihnachtsmarkt" in Dresden. Leben können die Studenten von Schlump-Chili noch nicht. Aber die Fangemeinde und demzufolge der Kundenkreis wird stetig größer.

Der Anfang war eine Schnapsidee. Marcus Puschner, Landschaftsarchitekturstudent in Dresden, wollte auf dem Balkon seiner Studentenwohnung selbst Chili anbauen. Gedacht, getan. Den Samen bestellte er übers Internet, die Saat gedieh, die Chili-Schoten wurden erntereif. Doch dann war guter Rat teuer, denn der damals 25-Jährige plante, eine Zeit lang nach Hamburg zu gehen. Was tun mit den vielen Chilis?

"Auffädeln und mitnehmen war keine Option. Also hab' ich die Chili-Schoten zu einer Paste verarbeitet", erzählt Marcus Puschner. Die Paste nahm er auf eine Kneipentour mit Freunden durch die Neustadt mit. Die Schärfe schmerzte und beeindruckte. "Da kam schon die Idee, diese Paste auch für andere herzustellen." Bis zum Schlump-Chili-Onlineshop war es da allerdings noch ein weiter Weg.

Dass der Student diesen beschritt, hat er nicht nur seiner Familie und seinen Freunden zu verdanken, sondern auch "Vahid und Yvonne, den Inhabern der "Midsommer Sports- & Cocktailbar" in Hamburg. Die haben mir immer wieder Mut gemacht".

Mit Hilfe seines Onkels Uwe Conrad - einem Imker - wurde das Chili-Pasten-Angebot noch um eine Variante mit Honig ("Schlump-Bee-Chili-Creme") erweitert.

Ersten Verkaufserfolgen wie auf dem ökologischen Weihnachtsmarkt in Hamburg folgten jedoch auch Tiefschläge. "Die Harley Days in Hamburg waren für uns die falsche Veranstaltung, nicht nur wegen des Dauerregens. Dort haben wir Lehrgeld bezahlt. Und die Berliner mögen uns nicht." Auf der "Kulinaria und Vinum" im März dieses Jahres in Dresden dagegen "standen die Leute dann in Zweier- und Dreierreihe an unserem Stand". Das hat natürlich wieder motiviert. Und deshalb verfolgt Marcus Puschner - neben dem Abschluss seines Landschaftsarchitekturstudiums - weiter seinen Schlump-Chili-Businessplan. Unterstützt wird er dabei von Freundin Annekathrin Mäurer und Freund Fabian Götz, der kürzlich erfolgreich seine Diplomarbeit als Bauingenieur verteidigte.

Der Online-Shop läuft. Für neue Produkte kommen der Chili-Crew immer neue Ideen. Neben Schlump-Chili original (200 Gramm für fünf Euro), Schlump-Bee, Aua Aua und Gretel-Aufstrich (220 Gramm für vier Euro) gibt es auch Chutney mit Chili und Mango, "August der Scharfe"-Chilisalz und ein Samenset, - fix und fertig zum Chilianbau daheim. Verwendet werden "kein Glutamat, keine Verdickungsmittel, keine Konservierungsstoffe, sondern nur hochwertige Zutaten, frische Chili-Schoten und frische Früchte", betont Marcus Puschner. Um die Pasten herzustellen, mietet sich die Chili-Crew nach Bedarf in eine Profi-Küche in Löbtau ein. Dann geht's ans Kochen und Mixen - komplett in Schutzkleidung gehüllt und mit Brillen. "Das hat nicht nur hygienische Gründe", erklärt Marcus Puschner. "Wenn die heiße, scharfe Chili-Paste auf die Haut spritzt, brennt das wie die Hölle."

Bleibt eine Frage: Warum eigentlich "Schlump"-Chili? "Schlump heißt der Ortsteil, in dem ich in Hamburg wohnte. Außerdem taucht dieser Begriff im Wörterbuch der Gebrüder Grimm auf", erklärt der Jungunternehmer. "Das Wort ,Schlump' bedeutet unvermuteter Glücksfall."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.11.2013

Catrin Steinbach

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