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Aufregung um Asylbewerber: Ein Fallbeispiel

Schweigender Vermieter sorgt für Ärger Aufregung um Asylbewerber: Ein Fallbeispiel

Für die Anwohner in Bühlau ist es eine beunruhigende Sache: Plötzlich beziehen Asylbewerber die Nachbarwohnungen. Für die Verwaltung ist es Alltag in der Flüchtlingskrise, der durch schlechtes Informationsverhalten von Vermietern nicht leichter wird.

In dieses Haus in Bühlau zogen gestern Asylbewerber ein.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Für die Anwohner in Bühlau ist es eine beunruhigende Sache: Plötzlich beziehen Asylbewerber die Nachbarwohnungen. Für die Verwaltung ist es Alltag in der Flüchtlingskrise, der durch schlechtes Informationsverhalten von Vermietern nicht leichter wird.

Die Anwohner der Neukircher Straße in Bühlau sind verunsichert und verärgert. Durch offensichtlich polnische Handwerker, die ihre Nachbarwohnungen sanieren, erfahren sie vom bevorstehenden Einzug von Asylbewerbern in sechs der neun Wohnungen im Haus. "Wir wussten gar nichts", heißt es mit viel Wut im Bauch über den Vermieter, der seinen Sitz im fernen Herten im Ruhrpott hat. Auf mehrfache Anfrage erhielten auch die DNN gestern keine Antwort. "Er hätte doch wenigstens einen Aushang machen können, wir wissen nicht, was los ist, wer wann kommt", schilderten sie am Dienstagabend die Situation. Gestern hatten sie Gewissheit: Am frühen Nachmittag zogen die ersten Asylbewerber ein. Beruhigt hat die Anwohner das nicht, sie glauben, es gebe nicht einmal einen Betreuer.

"Wir bitten die Vermieter, die uns Wohnungen als Unterkunft anbieten, ihre Mieter zu informieren", erklärte Stadtsprecher Kai Schulz gestern die Situation. Mit dem vorhandenen Personal sei es der Stadtverwaltung unmöglich, dies den Eigentümern abzunehmen. "Das, was jetzt in Bühlau geschieht, machen wir praktisch jeden Tag irgendwo in Dresden, mal sind es zwei Wohnungen, mal sind es zehn, die von der Stadt angemietet und mit Asylbewerbern belegt werden müssen." Laut Schulz sind die Asylbewerber für die Neukircher Straße gestern erst vom Land der Stadt zugewiesen worden, stadtweit waren es insgesamt 49, Informationen zur Nationalität und anderem lägen da noch gar nicht vor.

Auf jeden Fall gebe es aber Sozialarbeiter als Betreuer, für die gelte jedoch ein Schlüssel von 1 zu 100 Asylbewerbern. Überall im Stadtgebiet gebe es auch Regionalkoordinatoren, die auch für Anfragen der Bürger zur Verfügung stehen. Schulz verwies dazu auf die Info-Angebote der Stadt am Info-Telefon-Asyl (0351-488 11 77), per E-Mail (asyl@dresden.de) oder im Internet unter www.dresden.de/asyl. Die Mitwirkung der Eigentümer könnte da helfen.

Ingolf Pleil

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