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Auf das Huhn gekommen - Projekt "Knastvögel" im Jugendarrest

Auf das Huhn gekommen - Projekt "Knastvögel" im Jugendarrest

Normalerweise bietet der Jugendarrest auf dem Hammerweg Platz für 14 Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren. In den sieben Zimmer sind Arrestanten unter anderem wegen Diebstahl, Ordnungswidrigkeiten, Schulschwänzen oder ständigem Schwarzfahren in Bahnen und Bussen untergebracht.

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Sandy Schaaf (l.) und Lydia Wolff brachten Hühner in den Jugendarrest.

Quelle: Monika Löffler

Der Arrest ist kein Gefängnis, sondern eine erzieherische Maßnahme, eine Art Schuss vor den Bug, damit jugendliche Straftäter lernen, dass eine mögliche kriminelle Laufbahn auch im "richtigen" Knast enden kann. Auch wenn sie im Arrest maximal vier Wochen verbringen könnrn, freiwillig kommt keiner her.

Jetzt hat der Arrest acht Neuzugänge im Außenbereich bekommen. Sieben Hennen und ein Hahn haben auf dem Außengelände am Hammerweg Quartier genommen, auch sie nicht ganz freiwillig, sondern auf Wunsch von "Plan b", einem Projekt für junge Menschen, die nach dem Jugendgerichtsgesetz mit Arrest beauflagt wurden.

Mit dem "Hühnerhof" wollen die Sozialarbeiter das Verantwortungsbewusstsein und emotionale Bindungen der Arrestanten stärken, Aggressionen abbauen und soziale Kompetenzen entfalten. "Viele der Jugendlichen haben keinen strukturierten Alltag, sie leben einfach in den Tag hinein und machen, was sie wollen. Jetzt müssen sie Verantwortung übernehmen", so die Leiterin des Jugendarrests Ulrike Lange.

Ausgedacht und erarbeitet hat das externe Projekt "Knastvögel" Lydia Wolff. Die Kunsttherapeutin hat sich schon bei ihrem Studium an der TU Dresden mit tiergestützter Pädagogik befasst. "Inzwischen werden in einigen Anstalten in Deutschland Tiere gehalten und das Ergebnis ist sehr positiv", erklärt sie. Für ihr Projekt hat die junge Frau Partner gefunden, zum Beispiel Sandy Schaaf vom Geflügelhof Großenhain, der das Projekt für ein Jahr sponsert.

Der Tagesablauf der Jugendlichen und des Federviehs wurden aneinander angepasst. Gibt es für die Arrestanten Frühstück oder Abendbrot, sollen auch die Hühner Futter und Wasser bekommen. Die Jugendlichen müssen den Stall reinigen, die Tiere auf Auffälligkeiten oder Krankheiten untersuchen und abends wieder in den Stall sperren. "Hab ich vergessen" oder "keine Lust" geht da schlecht. So sollen sie lernen, für andere da zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Die Eier der Hennen sind ein angenehmer Nebeneffekt, sie werden im Projekt "Kochen im Arrest" verarbeitet. So haben alle etwas davon.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.10.2013

Monika Löffler

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