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Auch als Pensionär kümmert sich Eberhard Burger um die Frauenkirche

Auch als Pensionär kümmert sich Eberhard Burger um die Frauenkirche

Eberhard Burger: Seit dem 1. Oktober 1992 war die Stiftung Frauenkirche als eingetragener Verein arbeitsfähig und als Bauherr tätig. An diesem Tag habe ich im Georgenbau des Schlosses meinen Arbeitsplatz eingerichtet.

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Ist stolz auf seinen Stein gewordenen Traum: Der ehemalige Baudirektor der Frauenkirche, Eberhard Burger, vor seinem Bau auf dem Neumarkt.

Quelle: Hannibal/dpa

Wann war ihr erster offizieller Arbeitstag als Baudirektor der Frauenkirche und wissen Sie noch, was Sie damals getan haben?

Auch zuvor gab es schon Aktivitäten zur Schaffung der Voraussetzungen für den Wiederaufbau, die ich als Kirchenbaurat in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen verantwortet habe.

Die ersten Aufgaben am neuen Arbeitsplatz waren die Vorbereitung der Planung für den Wiederaufbau, einschließlich der Suche eines Planungsbüros und eines Bauunternehmens für die archäologische Enttrümmerung. Diese begann schon am 1. Januar 1993. Außerdem hatte ich die Baustelleneinrichtung zu konzipieren, die viele Jahre funktionieren musste. So bin ich 1993 aus dem Georgenbau auf die Baustelle umgezogen. Am 28. Juni 1994 ist dann die gemeinnützige Stiftung Frauenkirche genehmigt worden und seitdem als Bauherr verantwortlich.

Mit der ersten Steinversetzung am 27. Mai 1994 begann der eigentliche Wiederaufbau. Wie haben Sie dieses besondere Datum erlebt?

Mit gemischten Gefühlen! Wir hatten einen Probebereich geschaffen und mussten feststellen, dass die vorgesehene Technologie für die Versetzung der Steine untauglich war. Es sollten ursprünglich vier Turmdrehkräne eingesetzt werden. Nun musste also eine neue Technologie gefunden werden. Wir suchten nach Beispielen, fanden aber keine.

Freude habe ich an diesem Tag über die Beteiligung der Dresdner empfunden, die ja anfangs dem Wiederaufbau skeptisch gegenüberstanden. Mit dem Mauerwerk zwischen Eingang A und dem Choranbau war ein erster Abschnitt gebaut. Und wenn etwas sichtbar wird, glaubt man eher daran, dass daraus etwas werden könnte.

Wie hat die Frauenkirche Ihr berufliches und privates Leben beeinflusst?

Beim Wiederaufbau waren alle Fachbereiche beteiligt, die an einem Bauwerk tätig werden und mit denen ich vorher wenig zu tun hatte. Das war ein breites Spektrum von alten handwerklichen Fertigkeiten bis hin zu modernster Technik. Beruflich war diese Aufgabe ein Gewinn. Für privates Leben war oft zu wenig Zeit. Aber durch die vielen Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen über den baulichen Bereich hinaus habe ich persönlich gewonnen und auch viel gelernt.

Als Mitglied in Bauausschuss und Stiftungsrat sind Sie immer noch aktiv mit Ihrem Lebenswerk verbunden. Was waren oder sind denn Ihre aktuellen Tätigkeiten für das Gotteshaus?

Der Stiftungsrat ist das Aufsichtsgremium über die Tätigkeit der Stiftung und mit dem Aufsichtsrat eines Unternehmens vergleichbar. Dort werden aktuelle Probleme, aber auch jährlich wiederkehrende Aufgaben besprochen und beschlossen, wie zum Beispiel das jährliche Budget, das Leben in der Frauenkirche, die Musik in der Frauenkirche und die Zusammenarbeit mit der Fördergesellschaft.

Der Bauausschuss, dessen Vorsitzender ich bin, ist ein Gremium des Stiftungsrates und berät alle Fragen im Zusammenhang mit baulichen Angelegenheiten, so unter anderem die Beleuchtung der Außenfassade. Aktuell suchen wir nach einer Möglichkeit, das Auge Gottes im Strahlenkranz am Altar besser sichtbar zu machen. Weitere Probleme sind technische Maßnahmen zur Energieeinsparung und die Feuchte im Kuppelaufgang. Sie ist noch nicht behoben, aber wir wissen eine Lösung, für die wir jetzt die technischen Voraussetzungen schaffen. Wir müssen eine Lüftung vom Zugang, über den Wendelgang bis zum Ausgang in der Laterne organisieren. Nächstes Jahr soll sie fertig sein.

Sind Sie auch als Besucher anzutreffen und gibt es vielleicht einen Stammplatz für den Baudirektor a. D.?

Zu Beratungen besuche ich die Frauenkirche häufig, auch gern zum Gottesdienst und zu Konzerten. Oft ergeben sich dabei schöne Gespräche mit anderen Besuchern. Mein liebster Platz ist die zweite Empore, erste Reihe. Von da hat man den besten Raumeindruck.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.05.2014

Genia Bleier

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