Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+
Asylbewerberheim spaltet Laubegast

Flüchtlinge im Hotel Prinz Eugen Asylbewerberheim spaltet Laubegast

Bei einer Informationsveranstaltung in Laubegast gibt Dresdens Sozialbürgermeisterin Kaufmann (Linke) die aktuellen Prognosen zur Flüchtlingszuweisung bekannt: Bis Ende Januar muss die Landeshauptstadt 3871 Asylbewerber aufnehmen – deutlich mehr als zuvor.

Wortmeldung aus dem Publikum

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Das Publikum in der Staatsoperette war gestern Abend gespalten: Die einen klatschten Beifall, wenn Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) an die Menschlichkeit der Dresdner appellierte. Die anderen applaudierten Rednern, die vor einem Ansteigen der Kriminalität warnten. Die Stadt hatte zur Einwohner-Informationsveranstaltung zum geplanten Asylbewerberheim im Hotel „Prinz Eugen“ im beschaulichen Stadtteil Laubegast geladen. Einer, der sich mit den Besucherzahlen auskennt, schätzte 350 Gäste – Wolfgang Schaller, als Intendant der Operette Hausherr in Leuben.

Ein Riss ging durch das Publikum, aber Moderator Andreas Tietze von der Landeszentrale für Politische Bildung konnte am Ende konstatieren: Es war eine ruhige Informationsveranstaltung. Ein Redner pro Asyl wurde lautstark zum Aufhören aufgefordert, ansonsten gab es hin und wieder höhnisches Gelächter und bissige Kommentare wie: „Es bleibt uns ja nichts anderes übrig, als Montag zu Pegida zu gehen.“

In das „Prinz Eugen“ in Laubegast sollen im Dezember 94 Asylbewerber einziehen. Kaufmann präsentierte die Zuweisungsprognosen der Landesdirektion Sachsen für die Dezember- und Januarwochen: 392, 245, 392, 294, 441, 392, 441, 441, 392 und 441. Heißt: Bis Ende Januar muss die Landeshauptstadt Dresden 3871 Asylbewerber unterbringen. Das sind deutlich mehr, als die ersten zehn Monate des Jahres angekommen sind. „Da brauchen wir ja jede Woche drei bis vier Hotels vom Format des ‚Prinz Eugen‘“, sagte eine Frau aus dem Publikum, und Kaufmann erklärte: „Wir müssen diese Menschen unterbringen und wir werden sie unterbringen.“ Die Stadt prüfe dafür sämtliche Optionen und könne keinem Dresdner sagen: „In Ihrem Stadtteil nicht!“

Die Stadt könne sich auch nicht aussuchen, wen sie unterbringen müsse. „Wir bekommen 24 Stunden vor Ankunft der Busse gesagt, wie viele Menschen aus welchen Ländern kommen und wie viele Frauen und Kinder unter ihnen sind“, erklärte die Sozialbürgermeisterin. „Versetzen wir uns doch einmal in die Flüchtlinge hinein“, forderte eine Laubegasterin die Anwesenden auf, „sie erfahren auch erst 24 Stunden vorher, dass sie die Erstaufnahmeeinrichtung verlassen. Wohin sie kommen, erfahren sie meist nicht.“ Die Frau geht einmal pro Woche in den ehemaligen Praktiker-Baumarkt nach Heidenau und betreut Kinder von Asylbewerbern.

„Hundertprozentige Sicherheit gab es nicht und wird es nicht geben“, entgegnete Kaufmann einem Vater, der sich Sorgen um seine 16-jährige Tochter macht. „Ich habe nur diese eine Tochter. Sie muss auf dem Weg zur Arbeit zweimal an dem Prinz Eugen vorbei“, erklärte er. Es sei falsch, meinte Kaufmann, in Asylbewerbern nur eine Bedrohung zu sehen. Sie erhielt Unterstützung aus dem Publikum: „Warum sollen sich ausgerechnet alle Kriminellen aus Syrien auf den Weg nach Deutschland gemacht haben?“, fragte eine ältere Frau.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Flüchtlinge

Anwohner haben Dienstagabend einmal mehr vor dem Hotel "Prinz Eugen" in Laubegast gegen das geplante Asylbewerberheim protestiert. In dem Gebäude haben nach Angaben der Stadt bereits die ersten Umbauarbeiten begonnen.

mehr
Mehr aus Lokales
Anzeige
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.