Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Aschenbrödels letzter Tanz in Moritzburg

Aschenbrödels letzter Tanz in Moritzburg

Noch tanzt und reitet die coole Prinzessin durch Moritzburg, aber nach diesem Winter ist erst einmal Schluss. "Man muss vom Pferd absteigen, bevor es stirbt", sagt Ingrid Möbius, Leiterin des Schlosses Moritzburg.

Voriger Artikel
Dresdner will mit Feuer, Tanz und Salto die Million gewinnen
Nächster Artikel
Am Samstag startet der Verkauf von Raketen und Böllern - Zoll beschlagnahmt Tausende illegale Böller in Sachsen und Thüringen

Schau "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel".

Quelle: dpa

Neue Ideen müssen her. Dabei war die Resonanz bislang bombastisch. Mehr als 450 000 Besucher aus vielen Ländern Europas sahen die Winterausstellungen in Moritzburg, wo der Film 1973 gedreht wurde. Der Ausflug in die Welt der coolen Märchenprinzessin bescherte dem Barockschloss 2012 den Rekord von knapp 300 000 Besuchern.

Aschenbrödel spülte viel Geld in die Kassen, mit dem neue Barock-Exponate eingekauft werden konnten. So konnte Möbius mit einer fünfstelligen Summe die Kunstmärkte abgrasen nach Porzellan und Gläsern für die Moritzburger Sammlung. Schon seltsam, denn das Wirtschaftswunder baut in Moritzburg auf einem Haufen alter Filmkostüme auf. Das Prinzip der Ausstellung ist auch im fünften Jahr einfach: Stell Kleiderpuppen hin und die Leute kommen! Das funktioniert, denn die deutsch-tschechische Co-Produktion von 1973 war in vielem stilbildend und völlig neu. Da wartete kein überschminktes Prinzesschen mit Haarspray-Frisur auf den Traumprinzen. Nein, da ritt ein rehäugiges Gör im Hippie-Pelz selber los und fing sich den Prinzen ein.

Die tschechische Schauspielerin Libuse Safrankova gab der smarten Aufsteigerin das Gesicht. Der Film ist charmant, witzig und eigentlich mehr Jugendfilm als Kinderkram. Abgesehen davon, dass hier aus Haselnüssen schöne Kleider springen, kommt der Film ohne faulen Zauber aus. Bis heute geblieben ist der Walzer von Karel Svoboda, der auch die "Biene Maja" für Karel Gott schrieb. Und die Kostüme von Theodor Pistek, der 1985 mit der Arbeit für Milos Formans "Amadeus" einen Oscar gewann. Im Aschenbrödel waren viele echte Könner am Werk. Der Film wirkt durch Darsteller, Kostüme und den Schnee rund um Schloss Moritzburg.

Hier werden auch dieses Jahr wieder die 82 Minuten deutsch-tschechische Filmgeschichte auf 2000 Quadratmetern über vier Etagen seziert. Zu manchen Exponaten werden Filmszenen eingespielt. Gäste können nachgeschneiderte Kostüme anprobieren. Selbst die randständigste Info wird von den Hardcore-Fans aus der "3hfa"-Szene aufgesogen.

August der Starke ist derweil über den Winter mit seinem Krempel ausgezogen. Selbst die Jagdtrophäen im Speisesaal sind abgehängt, sie werden über den Winter geputzt. Im Saal steigt der Aschenbrödel-Ball. Dieses Mal wurde die Königs-Tribüne nachgebaut, original mit Hofnarr. Zwischen den Kleiderpuppen kann der Gast in die Szene eintreten.

Die meisten Besucher kommen aus Sachsen, nicht wenige sind Stammgäste. Die schauen zwar alle Jahre wieder rein, wollen aber auch Neues sehen. Doch Neues anzubieten ist nicht leicht, wenn es um einen einzigen Film geht. Man stehe jetzt "vor der Herausforderung, um die Kerninformation etwas Neues zu machen", sagt Ingrid Möbius. "Wir haben vier Jahre lang um den Film geforscht, wir haben drei Bücher veröffentlicht, wir hatten die Schauspieler da." Jetzt will sie auch das Ausstellungssystem ändern.

"Aschenbrödel soll zu einer festen Dauerausstellung werden", sagt Schlossleiterin Möbius. "Aber wie genau das aussieht, dafür brauchen wir die nächsten eineinhalb Jahre." Kleinere Ausstellungen gibt es nach diesem Winter an weiteren Drehorten, wie der Burg Svihov, die im Film das stiefmütterliche Gut spielt. Dorthin wollen die Tschechen den Besucherstrom umleiten. In Moritzburg bleibt dann mehr Platz für August.

iDie Ausstellung "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel - Ein Mythos?!" ist noch bis zum 2. März auf Schloss Moritzburg (Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr) zu sehen. Eintritt Tageskasse: 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro (Vorverkauf teurer)

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.12.2013

Christine Keilholz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.