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Arzt will in in Friedrichstadt Erlweinbau retten

Arzt will in in Friedrichstadt Erlweinbau retten

Es ist eine sehr markante Ruine in Dresden: das Stadthaus in Friedrichstadt nahe des Bahnhofes Mitte. Seit vielen Jahren verfällt das an der Löbtauer Straße - zwischen Schäfer- und Berliner Straße - gelegene Gebäude.

Von Catrin Steinbach

Der Abriss des unter Denkmalschutz stehenden Erlweinbaus schien nur eine Frage der Zeit. Doch nun ist er offenbar passé, das Stadthaus gerettet.

"Ich habe das Erlweinhaus auf der Löbtauer Straße gekauft", sagte Dr. Herbert Fissan gegenüber DNN. Der begüterte Facharzt für Innere Medizin aus Bad Lippspringe (Nordrhein-Westfalen) ist in Dresden kein Unbekannter. Er ist fasziniert von der Stadt an der Elbe und investiert hier seit Jahren in die denkmalgerechte Sanierung von Häusern.

Längst fertiggestellt und bewohnt sind nach Dr. Fissans Angaben das Hinterhaus Fichtenstraße 5 und das Wohn- und Geschäftshaus Fritz-Reuter-Straße 14 in der Leipziger Vorstadt sowie die Reichenberger Str. 13 in Trachau. Zur Zeit saniert und restauriert der Mediziner, der sowohl ein Faible für moderne Architektur als auch für Häuser mit Geschichte hat, die Bautzner Straße 9 (Nähe Alaunstraße). Sein größtes Bauprojekt jedoch ist seit einigen Jahren das Rittergut in Eschdorf. "Das ist ein Projekt, von dem in Dresden wohl keiner mehr geglaubt hat, dass sich doch einer dran wagt", so Fissan. Herrenhaus und Pächterhaus des Gebäudekomplexes sind bereits fertig saniert, die neun entstandenen, hochwertig ausgestatteten Wohnungen alle bezogen.

Doch nicht nur harte denkmalpflegerische Auflagen galt und gilt es zu erfüllen. Auch Naturschützer schauen dem Arzt auf die Finger. Der hat für Sperlinge Einfluglöcher in den Traufbereich des Herrenhauses bohren lassen, für Bachstelzen Nistkästen am Bach aufgestellt und für Fledermäuse - den Dachboden des Pächterhauses als Sommerquartier und "Wöchnerinnenstube" herrichten lassen.

Gegenwärtig laufen die Arbeiten am Brauereihaus, in dem vier Wohnungen entstehen, von denen nur eine (230 Quadratmeter groß) noch nicht vermietet ist. Gerüste stehen auch an der denkmalgeschützten Stallhalle, die Fissan jetzt in Planung geben will. Dem Arzt schweben "oben Wohnungen und unten ein öffentlicher Bereich" vor. Gern würde er jungen Künstlern dort die Möglichkeit bieten, sich zu präsentieren.

Schon vor Jahren hatte ein Mitarbeiter des Denkmalamtes Fissan als "Glücksfall" für Dresden bezeichnet, weil er von sich aus so viel wie möglich historische Substanz retten wolle. Dieses Anliegen verfolgt der Doktor aus Bad Lippspringe nun offenbar auch mit dem Stadthaus in Friedrichstadt. "Ich will versuchen, sowohl die besondere Art des Jugendstils dieses Gebäudes als auch die Grundrisse bis auf minimale Eingriffe zu erhalten", sagt er. Zwölf bis 13 Mietwohnungen sollen in dem Stadthaus entstehen. Im Erdgeschoss hofft Fissan auf Freiberufler als Mieter.

Das Stadthaus Friedrichstadt wurde 1908 als Verwaltungs- und Wohngebäude fertiggestellt. Architekt war Hans Erlwein. Im Krieg wurde das Haus beschädigt, das Hinterhaus 1985 abgerissen. Zuletzt nutzten das Hauptgebäude die kommunale Wohnungsverwaltung und die Urania.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.10.2011

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