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Areal an der Riesaer Straße vor Sanierung: Verein friedrichstadtZentral nimmt sich des Geländes an

Areal an der Riesaer Straße vor Sanierung: Verein friedrichstadtZentral nimmt sich des Geländes an

Es tut sich etwas auf dem Gelände an der Riesaer Straße 32. Seit Jahren steht das ehemalige Fabrikgebäude leer, der Zahn der Zeit nagt.

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Quelle: Dietrich Flechtner

Jetzt hat sich der Verein friedrichstadtZentral e.V., der 2013 den Förderpreis der Stadt Dresden erhielt, des Areals angenommen. Wohnen, Arbeiten und Kunstproduktion sollen unter einem Dach kombiniert werden.

Der Bauantrag für die Sanierung ist bereits eingereicht, gestern folgte die Unterzeichnung einer Städtebaulichen Vereinbarung im Dresdner Rathaus durch den Ersten Bürgermeister der Stadt, Dirk Hilbert (FDP), und den Sächsischen Innenminister Markus Ulbig (CDU).

Bereits im Sommer sollen die Arbeiten auf dem Gelände beginnen. Dieser Tage wird in Eigenregie entrümpelt und demontiert. Nach der Sanierung soll das Gebäude 22 Wohneinheiten aufweisen. Größtenteils aber wird es zu einem Arbeits- und Austauschort für Kulturschaffende. Auf zwei Dritteln der Fläche entstehen 50 Ateliers sowie ein großer Gemeinschaftssaal, nutzbar für Künstler und Initiativen. „Einen Kulturort für den Stadtteil“ stellt sich Barbara Lubich vom Vereinsvorstand des friedrichstadtZentral e.V. vor. Insgesamt 6,5 Millionen Euro fließen in das Projekt. Der Freistaat steuert Fördergelder in Höhe von 900 000 Euro zu, weitere 450 000 Euro kommen von der Stadt. Bis Ende 2016 sollen die Arbeiten dauern.

Genutzt wird die ehemalige Fabrik aber bereits vorher. Ab Mai werden dort Treffen von ehemaligen Mitarbeitern der Druckerei „VEB Grafischer Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden“ stattfinden, die das Gebäude zu DDR-Zeiten beheimatete. Der Verein möchte sich so mit der Vergangenheit des Geländes auseinandersetzen, Geschichten und Kontakte sammeln. Dafür gehen die Mitglieder auch einen weiteren Schritt zurück in die Geschichte. Während des Zweiten Weltkriegs fungierten die damaligen Goehle-Werke als Rüstungsbetrieb, in dem Zwangsarbeiter schuften mussten. Zudem wurden die Bunkertürme von 1944 bis 1945 als Außenlager für das KZ Flossenbürg genutzt. Ein Treffen mit der jüdischen Zwangsarbeiterin Henny Brenner, die das Martyrium überlebt hat, soll Aufschluss über dieses Kapitel der Fabrikgeschichte geben.

Die neuen Nutzer wollen sich dieser Verantwortung stellen und gleichzeitig eine neue, zukunftsgewandte Nutzung mit Kulturarbeit und Kunstproduktion anbieten. „Wir sammeln zunächst das Material, das bei den Ehemaligentreffen und dem Gespräch mit Henny Brenner zusammen kommt. Vergangenheit ist nichts Starres, vielmehr wollen wir in den Austausch treten, um dann künstlerisch damit umzugehen. Derzeit arbeiten wir an Formaten, wie genau das aussehen kann. Ein Museum wird das Gebäude aber auf keinen Fall“, kündigt Barbara Lubich an.

Der Verein hat sich viel vorgenommen. Für das Millionenprojekt wurde eigens die Genossenschaft Zentralwerk e.G. gegründet. „Wir haben einen großen Kredit aufgenommen, das ist ein enormes Risiko. Die Gründung einer Genossenschaft schien für uns der geeignete Weg, das Projekt zu wuppen“, sagt Lubich. Der Verein bleibe aber weiterhin kultureller Arm. Wofür der sich stark macht, davon können sich die Dresdner am Tag des offenen Denkmals im September selbst ein Bild machen.

cg

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