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Archäologen stoßen bei Grabungen im Dresdner Zwinger auf mittelalterliche Stadtmauer

Archäologen stoßen bei Grabungen im Dresdner Zwinger auf mittelalterliche Stadtmauer

Auf den Spuren vergangener Tage: Seit Oktober vergangenen Jahres haben Mitarbeiter des Landesamts für Archäologische Denkmalpflege (LfA) in Zusammenarbeit mit dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) die Hoheit über den Zwingerhof.

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Diese Stadtmauer stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.

Quelle: Christin Grödel

Oberste Frage dabei: Was befindet sich im Untergrund? „Wir wissen schon einiges, aber bei weitem nicht genug“, erklärt Thomas Westphalen, Abteilungsleiter beim LfA, die Motivation der archäologischen Untersuchungen.

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Zusätzlich zu den Grabungen setzt das SIB auch auf geophysikalische Untersuchungen

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An vier verschiedenen Stellen gruben sich die Experten dafür bis zu 2,50 Meter in die Erde – und sie fanden Erstaunliches: Neben einer Bastionsmauer aus der Mitte des 16. Jahrhunderts legten sie zudem eine spätmittelalterliche Stadtmauer mit Stadtgraben aus dem 13. Jahrhundert frei. Bei dem Bauwerk handele es sich nach Aussage des Grabungsleiters Hartmut Olbrich um eines der wenigen Beispiele mittelalterlicher Backsteinarchitektur.

Zudem stießen die Archäologen auf der insgesamt 550 Quadratmeter großen Untersuchungsfläche auf Ornamentformen des Pöppelmanngartens aus dem frühen 18. Jahrhundert, von dem man bislang annahm, dass er nie existiert hat. Insgesamt 400 Stück Keramik, rund 100 Originalbauteile des Zwingers sowie eine Vielzahl von Münzen des 18. Jahrhunderts gab die Erde außerdem frei. Als jüngsten Fund verzeichneten die Experten eine Bierdose, die während der Sanierung der Gemäldegalerie in den Jahren 1989 bis 1993 in die Erde gelangte. Verwahrt wurde dieses „zeitgeschichtliche Zeugnis“ allerdings nicht.

Zusätzlich zu den Grabungen setzt das SIB auch auf geophysikalische Untersuchungen, mit Hilfe derer der gesamte Hof genauer erforscht werden kann. Ein so genanntes Bodenradargerät sendet dabei elektromagnetische Wellen zwei Meter in den Boden, um verborgene archäologische Spuren aufzuspüren.

Bis Ostern sollen alle Arbeiten abschlossen sein. Die Grabungsstätten werden in den kommenden Wochen wieder zugeschüttet, die jetzige Hofgestaltung wieder hergestellt. Bereits am Freitag beenden die Geophysiker ihr Projekt. Absperrungen auf dem Gelände sind deshalb nicht mehr nötig.

Christin Grödel

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