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Archäologen legen bei Grabungen im Herzogin Garten Dresden Reste eines Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert frei

Archäologen legen bei Grabungen im Herzogin Garten Dresden Reste eines Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert frei

Wenn in Dresden eine historisch interessante Fläche bebaut werden soll, kommen zuvor die Archäologen zum Zuge. Das Areal Herzogin Garten gegenüber vom Zwinger ist so ein Grundstück.

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Grabungsleiterin Susanne Schöne zeigt Gegenstände, die sich im Kriegsschutt fanden. Neben Fundamenten und Mauern stießen die Archäologen auch auf einen verfüllten Bombentrichter und eine Müllgrube.

Quelle: Dietrich Flechtner

Auf 6000 Quadratmetern entlang der Hertha-Lindner-Straße/Ecke Ostra-Allee will der Investor CTR Immo Dresden GmbH einen u-förmigen Wohnkomplex errichten. Dieses Gelände - bzw. ein reichliches Drittel davon - untersucht seit Anfang März das Landesamt für Archäologie. Gestern wurden erste spannende Funde vorgestellt.

Grabungsleiterin Susanne Schöne und ihre drei Helfer haben großflächig Schichten abgetragen und Mauern freigelegt. Keller sind es diesmal nicht, wie im inneren Stadtzentrum, sondern Teile von Gebäude-Außenmauern und Fundamente. Dort, wo das Mauerwerk aus Industrieziegeln besteht, stammt die Bebauung wahrscheinlich aus dem 19. Jahrhundert. Das ist noch nicht der große Knüller. Viel interessanter scheint die Fundament-Ecke zu sein, die im Bereich der Straße Am Queckbrunnen aus dem vorwiegend lehmigen Boden geschält wird. "Wir wissen noch nicht, was es für ein Gebäude war. Aber es stammt aus dem 16. Jahrhundert, aus der Zeit vor dem Garten", erläutert Schöne.

Botanische Raritäten oder Reste von Gewächsen für die Hofküche kamen bis jetzt nicht zutage. Aber dass man sich auf Gartenland befindet, können die Archäologen beweisen. Im Erdreich heben sich dunkle Flächen ab: Es sind Beeteinfassungen, datiert ins 17. Jahrhundert. Ein Stück weiter finden sich ähnliche Verfärbungen, nur etwa 80 Zentimeter höher, und dazu noch Scherben von Blumentöpfen. Allerdings sind diese Funde rund 200 Jahre jünger. Wahrscheinlich sei das Bodenniveau angehoben worden, weil es sich hier um ein Feuchtgebiet handelte. Auch Pflanzgruben könnten entdeckt worden sein. Da wollte sich Schöne aber nicht festlegen.

Die 37-Jährige, von Haus aus Historikerin, leitet das zweite Mal eine Grabung und war an mehreren beteiligt. An der Hertha-Lindner-Straße verweist sie auf Zeichen, die auf den Weißeritzkanal hindeuten, der das Gelände durchfloss. An Profilschnitten erkennt sie Strukturen, die beweisen, dass wir uns hier im Schwemmgebiet der Weißeritz des 15./16. Jahrhunderts befinden. Zu den Funden gehören auch diverse Keramik- und Glasscherben. Die Keramik sei aber noch nicht vollständig geborgen, so Schöne. Bis Ende des Monats bleibt Zeit. Alle Erkenntnisse werden dokumentiert. Den Bauherrn kosten die Arbeiten rund 29000 Euro.

Die Grabungsfläche nimmt nur einen Bruchteil des ehemaligen Gartens der Herzogin ein, Dresdens ältester Gartenanlage. Um mehr zu erfahren, braucht es einen weiteren Investor, der bauen will.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.04.2013

Genia Bleier

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