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Archäologen legen Reste der kurfürstlichen Orangerie in Dresden frei

Archäologen legen Reste der kurfürstlichen Orangerie in Dresden frei

Kleine Porzellanpuppen, Blumentöpfe, Tassenscherben sowie Besteck, alte Bierflaschen und zahlreiche Tabakspfeifen: Das Team von André Zakrozinsky, Grabungsleiter des Areals An der Herzogin Garten, hat mittlerweile 267 Fundstücke, die zum Teil 600 Jahre alt sind, auf dem 1,4 Hektar großen Baufeld in der Nähe des Dresdner Zwingers gefunden.

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Zwei Mitarbeiter des Landesamt für Archäologie untersuchen die Steinblöcke im Weißeritzmühlgraben.

Quelle: Nadine Steinmann

Bis Ende Juni sollen die archäologischen Grabungen beendet sein.

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Im neuen Pavillon am Zwingerteich erhalten die Dresdner künftig einen kleinen Snack.

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Zwei Drittel des Areals sind nach Angaben von Zakrozinsky bereits komplett freigelegt. „Wir liegen also gut im Zeitplan“, so der Archäologe. Neben den Gebrauchsgegenständen, die größtenteils im Weißeritzmühlgraben entdeckt wurden, konnte das Grabungsteam auch Teile der Gewächshäuser, die im 19. Jahrhundert zur Zucht von Gemüse und Zierpflanzen dienten, freilegen. „Es gibt Brandspuren und Wasserröhren von den Dampfheizungen, die ganzjährig liefen“, erklärt der Sprecher des Landesamtes für Archäologie, Christoph Heiermann. Vom einst fürstlichen Prachtgarten blieben allerdings nur schwache Befunde in etwa 3,80 Meter Tiefe. Dafür stellten die Experten mehrere Bleiplomben mit Zeichen oder Firmennamen sicher, mit denen im 18. und 19. Jahrhundert Warenlieferungen gesichert wurden. „Eine stammt von einem Düngerwerk in Hamburg, das Vogelmist lieferte“, berichtet Heiermann. Ebenfalls freigelegt wurden die Grundmauern der berühmten Orangerie des sächsischen Kurfürsten August der Starke.

Doch mit den archäologischen Untersuchungen ergeben sich auch immer wieder neue Rätsel. So fand das Team um Zakrozinsky im Weißeritzmühlgraben, der bereits Ende des 14. Jahrhunderts angelegt wurde, große Steinblöcke, die wahrscheinlich von der ehemaligen Befestigungsanlage stammen. „Vermutlich wurden die Steine aus der Bastion sekundär im Kanal verarbeitet. Wir hoffen nun, dass uns die Steinmetzzeichen Klarheit verschaffen können“, so der Grabungsleiter.

Sind die Grabungsarbeiten im Sommer dann beendet, plant der Investor – es handelt sich um den Siegener Unternehmer Reinhard Saal – im September mit dem Bau seines 70 Millionen Euro teuren Wohnprojektes zu starten. Insgesamt entstehen auf sechs Etagen 105 Wohnungen sowie einige Ladeneinheiten. „Wir haben sowohl für die Wohnungen als auch für die Geschäftsflächen schon zahlreiche Interessenten“, erklärt Projektleiterin Janet Nagel. Der Quadratmeterpreis wird voraussichtlich zwischen 3000 und 5000 Euro liegen. „Dafür ist den künftigen Besitzern aber ein einmaliger Blick garantiert“, so Nagel. Zusätzlich zum Wohnbauprojekt entstehen noch zwei Tiefgaragen sowie eine öffentliche Parkanlage, die tagsüber von den Dresdnern zur Erholung genutzt werden kann.

Neben dem Unternehmer Reinhard Saal plant auch die Firma Baywobau Dresden auf dem südlichen Teil des Areals An der Herzogin Garten hochwertige, voll möblierte Wohnungen – insgesamt rund 190 Stück. Die Fassade der Residenz wird dabei komplett in Sandstein verkleidet sein. Das Projekt schließt auch eine kleinere Gartenanlage mit ein, die allerdings – im Gegensatz zum Nachbargrundstück – nicht öffentlich zugänglich sein wird.

In den letzten Zügen sind bereits die Arbeiten am neu entstandenen Pavillon auf der gegenüberliegenden Straßenseite – ebenfalls ein Projekt der Saal GmbH. Hier stehen den Dresdnern und den Gästen der Stadt zukünftig ein Bistro und öffentliche Toiletten zur Verfügung. Bereits nächste Woche soll die Eröffnung sein, erklärt Janet Nagel.

Nadine Steinmann/dpa

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