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Apotheken klagen über wirtschaftliche Schieflage - Zahl in Dresden bisher stabil

Apotheken klagen über wirtschaftliche Schieflage - Zahl in Dresden bisher stabil

Apotheker gelten oft als verwöhnte Berufsgruppe. Immer mehr von ihnen klagen dagegen über eine wirtschaftliche Schieflage ihres Geschäftes. "Die Rahmenbedingungen für unsere Arbeit sind schlechter geworden", sagt Rolf Leonhardt, Inhaber der Kronen-Apotheke an der Bautzner Straße.

Zum einen liege das an der Apothekendichte. Allein in der Neustadt gibt es inzwischen ein Dutzend Apotheken. Zum anderen sorgen höherer Zeitaufwand, um Kunden die Medikamente zu erklären, und ein deutlicher Bürokratieanstieg für Mehrarbeit, der kein Gewinn gegenübersteht. Ein Beispiel dafür ist die neue Gefahrstoffverordnung von 2010, in deren Folge alle Sicherheitsetiketten auf Chemikaliengefäßen erneuert werden mussten. Die alten Piktogramme - etwa der schwarze Totenkopf - sollten verschwinden und durch europaweit standardisierte ersetzt werden. "Wir haben davon überhaupt nichts, nur zusätzliche Kosten und Mehraufwand", so Arnold Hertzsch von der Augustus-Apotheke.

"Amnog hat vielen von uns noch den Rest gegeben", sagt Ilona Proske von der Galenus-Apotheke. Amnog, das Arzneimittelneuordnungsgesetz, hat den Zwangsabschlag an die Krankenkassen von 1,75 Euro auf 2,05 Euro pro verkaufter Packung erhöht. Den Verlust, den er dadurch im Jahr einfährt, beziffert Rolf Leonhardt auf 15 000 bis 20 000 Euro. Wie lässt sich darauf reagieren? "Im Prinzip gar nicht", meint Leonhardt, "darauf kann nur die Politik reagieren, durch gerechtere Preise und Bürokratieabbau". Landesweit fordern Apotheker ähnliche Maßnahmen.

Manche suchen ihr Heil indes in neuen Geschäftsfeldern. Einige, wie Proske, widmen sich der Alternativheilkunde und erweitern ihr Sortiment um Naturheilprodukte. Leonhardt versorgt neben seinen Kunden auch Krankenhäuser mit Arzneimitteln. Den Anteil dieses Geschäftes an seinem Gesamtertrag beziffert er auf fast 20 Prozent.

"Trotzdem ist es inzwischen keine Ausnahme mehr, dass Inhaber von Apotheken weniger verdienen als ihre Angestellten", so Hertzsch. Rund 3600 Euro stünden ihm laut Tarif bei einer Vierzigstundenwoche zu. Tatsächlich verdient er oft nicht mal die Hälfte, trotz Sechzigstundenwoche und der vollen Verantwortung. Mittel, um die Kosten zu begrenzen, gebe es kaum. "Auf die Medikamentenpreise haben wir keinen reellen Einfluss, die legt vor allem die Pharmaindustrie fest." Am ehesten sparen ließe sich noch beim Personal. Doch von der Praxis, Verkäuferinnen durch ungelernte Billigkräfte zu ersetzen, hält er nichts.

Bundesweit schlossen 2011 mehr als 200 Apotheken. In Dresden ist ihre Zahl bislang stabil geblieben. Im Moment gibt es hier 123 Apotheken, die Fluktuation hält sich in Grenzen: Standen 2010 drei Neueröffnungen zwei Schließungen gegenüber, so öffneten 2011 zwei Geschäfte, während eines seine Arbeit einstellte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.05.2012

stk

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