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Apotheken in Sachsen droht massiver Nachwuchsmangel

Apotheken in Sachsen droht massiver Nachwuchsmangel

Die Zahl der Apotheken deutschlandweit sinkt. Um rund 1000 Filialen hat sich ihre Zahl in den vergangenen fünf Jahren verringert. Sachsen allerdings entwickelt sich gegen den Trend.

"Hier sind die Verluste nicht so groß, weil die Apothekendichte in den neuen Bundesländern nach der Wende äußerst gering war. Die Anzahl ist nicht so explodiert wie in den alten Ländern und deshalb nicht so anfällig", erklärt Göran Donner, Vizepräsident der Sächsischen Landesapothekenkammer. Tatsächlich gibt es in Dresden im Vergleich zu 2010 lediglich vier Filialen weniger.

Insgesamt 123 Apotheken gibt es derzeit in der Landeshauptstadt, der Großteil hat sich in der Innenstadt angesiedelt. "Die Lage ist natürlich beliebt. In anderen Gebieten entstehen keine neuen Apotheken, aber die, die es gibt, bestehen weiter. Es gibt keinen Versorgungsengpass in Dresden, der Bedarf ist gedeckt", versichert der 48-Jährige. In den vergangenen Jahren auch durch die Angebote der Internet-Apotheken, die seit 2004 ihre Arzneien verschicken dürfen. "Das trifft die Apotheker massiv, aber der Verkauf über das Internet hat sich mittlerweile ein- gepegelt, der Markt stagniert", sagt Donner. Auch dass Kunden vermehrt bei Apothekern im angrenzenden Ausland einkaufen, habe sich inzwischen gelegt, weil die Preise sich angenähert hätten.

Müssen wir uns also hinsichtlich der Dresdner Apothekerlandschaft keine Sorgen machen? Ganz im Gegenteil, sagt Donner. Denn: "Der Nachwuchs ist ein riesiges Problem." Das liege einerseits daran, dass der Beruf an Attraktivität verloren habe. "Viele scheuen die Verantwortung, sich selbstständig zu machen", so Donner. Andererseits hätten sich die Ausbildungsmöglichkeiten verschlechtert. Voraussetzung für die Eröffnung einer Apotheke sind ein vierjähriges Pharmazie-Studium und ein einjähriges Praktikum. Der Studiengang Pharmazie stehe in Leipzig aber kurz vor dem Aus.

"Seit dem vergangenem Jahr sind in Leipzig 36 Studenten immatrikuliert. Die reichen für Leipzig, vielleicht auch noch für Dresden, aber nicht mehr für die ländlichen Gebiete", erklärt der Vizepräsident. Hinzu komme, dass die Ausbildung zum Pharmazie-Ingenieur, der einen Apotheker bis zu vier Wochen im Jahr vertreten darf, nach der Wende abgeschafft wurde. "Spätestens ab 2020 gehen die Ingenieure in Rente, dann braucht es dringend Apotheker, um die Lücke zu füllen. Es droht ein massiver Mangel", so Donner.

Schon jetzt habe Sachsen deutschlandweit den geringsten Anteil an Apothekern in einer Apotheker. Der müsse aber immer vor Ort sein. Pharmazeutisch-Technische-Angestellte (PTA) zum Beispiel dürfen nur unter Aufsicht eines Apothekers arbeiten. Pharmazie-Ingenieure konnten dieses Dilemma ausgleichen, werden aber nicht mehr ausgebildet.

Göran Donner weiß, wovon er spricht. Seit 2003 betreibt er die Löwen-Apotheke in Dippoldiswalde. Sein Motto lautet: "Am ehesten bekommt man einen Apotheker, wenn man ihn selbst macht. Eine andere Chance gibt es nicht." Die Landesapothekerkammer holt künftige Pharmazie-Experten deshalb schon sehr früh ab, präsentiert sich auf Bildungsmessen, bietet Schnupperpraktika an. "Und wenn man Glück hat, findet man den Richtigen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.06.2014

Christin Grödel

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