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Apotheke im Dresdner Seidnitz-Center ist zahlungsunfähig - Besitzer will Ladenkonzept ändern

Apotheke im Dresdner Seidnitz-Center ist zahlungsunfähig - Besitzer will Ladenkonzept ändern

Betritt man die Apotheke von Helmut Michael (45) im Seidnitz-Center bekommt man den Eindruck, dass die Geschäfte gut laufen. Wenn sich auch keine Schlangen bilden, an jeder Kasse stehen Kunden, hinter dem Thresen wuseln die weißbekittelten Angestellten mit Rezepten in der Hand zwischen den Regalen und verkaufen Arzneien aller Art.

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Helmut Michael will in Zukunft sein Sortiment ausdünnen und verstärkt rezeptfreie Waren anbieten, um sein Geschäft aus der Schuldenfalle zu befreien. Wegen des großen Kundenstamms, den er sich in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, ist er optimistisch, das auch zu schaffen.

Quelle: Hauke Heuer

Von Hauke Heuer

Doch der Schein trügt, denn gestern musste Michael beim Amtsgericht Dresden einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit stellen.

"Ich sehe mich nicht mehr in der Lage, meine Kredite zu tilgen und die Rechnungen des pharmazeutischen Großhändlers zu begleichen", beschreibt Michael seine Lage und sieht die Gründe für die prekäre Situation zwar durchaus im eigenen wirtschaftlichen Fehlverhalten, aber auch in der Politik. "Als ich 1997 den Laden übernahm waren die Zukunftsaussichten noch rosig und man konnte davon ausgehen, dass sich auch hohe Investitionen nach 15 Jahren amortisieren", sagt Michael und fügt hinzu: "Früher hatten wir bei der Medikamentenausgabe auf Rezept einen Ertrag von 25 Prozent. Nach den zahlreichen Gesetzesänderungen der vergangenen Jahre können wir in diesem Bereich nur noch 14 Prozent Gewinn verbuchen." Das sei für die Apotheke im Seidnitz-Center besonders schwerwiegend, denn sie arbeitet eng mit dem angrenzenden Ärztehaus zusammen, weshalb 80 Prozent der verkauften Medikamente auf Rezept herausgegeben würden, so Michael. "Da bringt es auch nichts, dass wir 400 bis 500 Kunden am Tag bedienen. Ich habe die hohen Personalkosten, um diesen Andrang auffangen zu können, mache aber am Ende keinen Gewinn", ärgert er sich.

Nun hofft er, dass das Gericht seinem Antrag auf Eigenverwaltung zustimmt. Sollte, wie sonst in Insolvenzverfahren üblich, ein Verwalter eingesetzt werden, müsste die Apotheke schließen. Denn nach dem Apothekengesetz darf nur ein approbierter Apotheker die Geschäfte einer Apotheke führen.

Doch Michael hat sich bereits mit seinen größten Gläubigern verständigt und hofft, dass sein Betrieb nicht abgewickelt wird. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, versucht er jetzt den hohen Andrang zu nutzen und seinen Kunden verstärkt auch andere rezeptfreie Waren zu verkaufen. Parallel hat er sein Sortiment verkleinert und bietet zum Beispiel nur noch zwei statt fünf Präparate mit dem gleichen Wirkstoff an, um Einkaufskosten zu senken. Die 19 Angestellten bräuchten sich keine Sorgen um ihre Jobs zu machen. "Mit Entlassungen würden wir uns nur kaputt sparen", sagt er.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.11.2012

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