Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Google+
Anwohner sehen Ausweichstraße nach Tolkewitz skeptisch

Einmal quer durch den Flutgraben Anwohner sehen Ausweichstraße nach Tolkewitz skeptisch

Die Stadt plant aufgrund der bevorstehenden Bauarbeiten an Wehlener Straße und Österreicher Straße eine Ausweichstraße direkt durch den Seidnitzer Flutgraben. Anwohner haben nicht nur Bedenken wegen der Verkehrsbelastung in ihrem Wohngebiet, auch ein Stück Tradition soll verschwinden.

Voriger Artikel
Sezieren am Monitor – TU-Dresden präsentiert neues Highlight
Nächster Artikel
Nazifrei geht am 13. Februar wieder auf Täterspuren-Rundgang

Wilfried Seifert sieht die Pläne der Stadt kritisch, denen der Rodelhang zum Opfer fallen würde. Vor allem geht es ihm aber um die Verkehrsbelastung.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Der Niedersedlitzer Flutgraben trennt bekanntermaßen die beiden Stadtteile Tolkewitz und Laubegast auf natürliche Weise. Doch aufgrund der bevorstehenden Bauarbeiten an den Hauptverkehrsrouten Wehlener Straße und Österreicher Straße bedarf es laut Straßen- und Tiefbauamt (STA) einer Interimslösung. Deshalb plant die Behörde eine Ausweichstraße quer durch den Flutgraben, um vor allem den Bus- und Schwerlastverkehr während der zukünftigen Straßenbauarbeiten zu entlasten.

Für Anwohner Wilfried Seifert wirft der Plan des Straßen- und Tiefbauamtes aber gleich mehrere Fragen auf. Anvisiert ist eine 6,50 Meter breite und 328 Meter lange Fahrbahn zwischen der Steirischen Straße in Laubegast und der Schulze-Delitzsch-Straße in Tolkewitz. „Die geplante Straße würde genau zwischen Toeplerpark und der benachbarten Gartensparte hinweg in das Wohngebiet einmünden, da wo jetzt der Rodelhang steht“, erklärt der 70-jährige Seifert. Er lebt seit seiner Geburt in Tolkewitz und war schon selbst als Kind dort rodeln. Doch Seifert sorgt sich nicht nur um den Rodelhang. „Die Ausweichstraße würde für Bus- und LKW-Verkehr unmittelbar neben dem großen Spielplatz im Toeplerpark sorgen. Bei gutem Wetter spielen hier täglich dutzende Kinder“, so der Rentner.

Laut dem 70-jährigen sorgen sich Anwohner um den Fortbestand des Parkes. Doch STA-Leiter Reinhard Koettnitz gibt gegenüber DNN Entwarnung: „Bis auf den Rodelhang soll der Toeplerpark nicht angetastet werden.“ Auch CDU-Stadtrat Peter Krüger wohnt am Toeplerpark und sieht die Pläne von Koettnitz mehr als kritisch. „Die geplante Einmündung auf die Schulze-Delitzsch-Straße würde nicht nur unzählige Parkplätze verschwinden lassen, sondern auch Bus- und LKW-Verkehr direkt durch eine klassische Anwohnerstraße umleiten“, so Krüger. Er setze alles daran, die geplante Ausweichstraße noch zu kippen. „Die Stadt soll zumindest noch andere Optionen prüfen. Ich halte sowohl die Bodenbacher Straße als auch die Winterbergstraße für belastbar genug, um dort den Verkehr umzuleiten“, so Krüger. Zudem sei laut dem Stadtrat die geplante Ausweichstraße viel zu teuer. Auch in Sachen Umweltschutz sei noch nicht alles geklärt: „Ich habe diesbezüglich eine Anfrage gestellt, die Antwort steht noch aus.“ Ob Krüger Erfolg haben wird, ist derzeit aber mehr als offen. „Die Planfeststellung bei der Landesdirektion Sachsen ist schon beantragt. Bei erfolgreicher Planfeststellung ist Baurecht gegeben“, so Amtsleiter Koettnitz.

Wie das STA weiter mitteilt, scheiden alle anderen Varianten weitestgehend aus. „Nördlich der Wehlener Straße liegt ein Vogelschutzgebiet. Die nächstmögliche Querung über die Salzburger Straße ist für Busnutzer nicht zumutbar“, so Koettnitz. Die neue Ausweichstraße soll nach Beendigung der Arbeiten an Wehlener Straße und Österreicher Straße auch wieder zurückgebaut werden. „Dazu erfolgt ein Mutterbodenabtrag und ein Vlies wird aufgebracht. Darauf bauen wir dann 30 Zentimeter Asphalt.“

Anwohner Wilfried Seifert sieht den Plan trotzdem skeptisch. „Natürlich muss eine Umleitung her. Doch ich finde, man sollte den Plan noch einmal überdenken. Vor allem die Anwohner sollten mit einbezogen werden“, erklärt der 70-Jährige. Laut STA sollen Bau und Rückbau der Ausweichstraße etwa 450 000 Euro kosten. Der Bau soll zügig nach erfolgreichem Planfeststellungsverfahren beginnen. Der traditionsreiche Rodelhang wird dann aber für immer verschwunden sein.

Von Sebastian Burkhardt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.