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Anlaufstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und Familien: Zehn Jahre Beratung in der Louisenstraße in Dresden

Anlaufstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und Familien: Zehn Jahre Beratung in der Louisenstraße in Dresden

Eine alleinerziehende Mutter weiß nicht mehr weiter. Ihre Kinder haben schulische Probleme, können sich nicht konzentrieren. Ein zerstrittenes Ehepaar will sich scheiden lassen, weiß aber nicht, wie es diese Hiobsbotschaft den Kindern beibringen kann.

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Das Team der Beratungsstelle (v.l.): Katja Vogel, Anikke Nimoth, Petra Richter und die Leiterin Rita Müller. Auf dem Bild fehlt Anne Lorenz.

Quelle: Christian Juppe

Von Annette Thoma

Besorgte Eltern haben Angst um ihren Sohn, der sich zunehmend aggressiv und wütend verhält.

Probleme, die für das Team der Beratungsstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und Familien in Dresden-Neustadt alltäglich sind. Das Spektrum ist breit gefächert, wie die Leiterin der Beratungsstelle, Diplom-Sozialpädagogin Rita Müller, erzählt. Es reiche von einfachen, kleinen Erziehungsproblemen, beispielsweise, wenn Kinder nicht einschlafen, über Verhaltensauffälligkeiten und Lernprobleme bei Jugendlichen bis hin zu Trennungen und sogar körperlicher Gewalt. "Besonders die Trennungs- und Scheidungsarbeit ist in den letzten Jahren angestiegen", sagt Rita Müller. "Aber auch die Komplexität der Fälle hat zugenommen. Bei einer Trennung kommen zum Beispiel noch finanzielle und berufliche Probleme dazu." Die Arbeit in der Beratungsstelle sei wie ein Spiegel der Gesellschaft. Müller merkt die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit in den Sitzungen, und wie sie die Menschen verändert. "Heutzutage ist alles möglich, es besteht ein Überangebot, jeder ist immer erreichbar. Die Leute brauchen einfach mehr Zeit für sich."

In diesen Tagen jährt sich das Bestehen der Beratungsstelle im freien Träger "Malwina e.V." bereits zum zehnten Mal. Seit 2002 hilft das Team, bestehend aus Pädagoginnen und Psychologinnen, Familien, Jugendlichen und Kindern bei Problemen aller Art. Die Klienten kommen gelegentlich und vor allem in Krisen wöchentlich in die Louisenstraße. In Gesprächen wird ein Blick auf das gesamte familiäre Umfeld geworfen, um das Problem gänzlich zu erfassen. Eine psychotherapeutische Einrichtung ist die Beratungsstelle allerdings nicht. "Das Beratungsangebot ist kurz bis mittelfristig", so die Leiterin. "Wenn wir aber merken, dass ein tieferliegendes Problem vorliegt, dann besteht ein Netzwerk zu Psychotherapeuten und dem Jugendamt." Enge Zusammenarbeit zwischen den Institutionen ist unabdingbar, wenn es um das Wohl eines Kindes geht, dennoch reiche es in Dresden noch nicht aus. "Es ist so wichtig, dass sich Jugendämter, die Mitarbeiter von Beratungsstellen und die Richter an einen Tisch setzen", betont Rita Müller. "Das passiert leider immer noch zu wenig. Wir müssen gemeinsam Konzepte zu unserer Arbeit entwerfen."

Einen Anstoß dazu gab die Feierlichkeit zum zehnjährigen Bestehen diese Woche. Im Kinder- und Jugendhaus Louise, das auch Teil des Trägers "Malwina" ist, wurden rund 50 Fachleute aus dem Jugendamt, aus anderen Beratungsstellen und Familienrichter eingeladen, sich auszutauschen, zu diskutieren und sich einen Vortrag zur "Lösungsorientierten Arbeit in Zwangskontexten" anzuhören. Dabei wurde deutlich, dass Elternschaft und Partnerschaft so eng miteinander verwoben sind, dass man sie nicht mehr trennen kann. Gerade in Streitsituationen müssen Eltern lernen, diese beiden Ebenen voneinander zu trennen - zum Wohle des Kindes, sagt Diplompsychologin Katharina Behrend. Denn "Konflikte werden über Gespräche gelöst".

In genau diesen Punkten setzt auch die Beratungsstelle in der Louisenstraße an. Es geht nicht darum, Eltern wieder zusammenzuführen, sondern "neue Wege der Kommunikation zu erschließen", so Rita Müller. Denn Elternteil bleibt man immer - auch wenn man sich vom Partner trennt. Läuft die Trennung bei zutiefst zerstrittenen Paaren aber über mehrere Jahre, entsteht beim Kind ein Loyalitätskonflikt, es spaltet sich quasi in zwei Teile.

Die Beratungsstelle hat immer mittwochs von 15 bis 18 Uhr eine offene Beratung, für die man keine Voranmeldung braucht. Andere Termine werden telefonisch, persönlich oder per Mail ausgemacht. Jugendliche können sich auch alleine beraten lassen, ohne ihre Eltern informieren zu müssen. Jede Sitzung ist kostenlos und anonym.

Malwina e.V., Beratungsstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und Familien, Louisenstraße 54, 1. Etage, Tel.: 21 52 19 0; Internet: www.malwina-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.10.2012

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