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Anlässlich des internationalen Tages der Arbeitslosen erzählt eine Betroffene von ihrem Schicksal

Anlässlich des internationalen Tages der Arbeitslosen erzählt eine Betroffene von ihrem Schicksal

Als Hartz IV-Empfänger hat es der Betroffene nicht immer leicht. Oft wird er in eine Schublade gesteckt. Hartz IV-Empfänger sind faul, liegen nur auf der Couch, schauen Fernsehen und genießen es, auf Kosten des Staates zu leben.

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Simone Dutschmann ist seit rund zweieinhalb Jahren arbeitslos, hat aber die Hoffnung auf einen Job noch nicht aufgegeben.

Quelle: Norbert Neumann

Das sind die typischen Vorurteile, mit denen die Arbeitslosen kämpfen müssen. Ständig müssen sie sich gegenüber der Gesellschaft verteidigen und fallen dabei oft selbst in ein tiefes, schwarzes Loch, aus dem es schwer ist, wieder herauszukommen.

Das Projekt "Auftrieb" des Deutschen Roten Kreuzes möchte helfen, hat sich vor allem die psychosoziale Betreuung der Betroffenen auf die Fahne geschrieben. Den Menschen aus der eigenen Isolation zu holen - das ist das Ziel des Projektes, wie Sozialarbeiterin Claudia Zippe erklärt. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Ute Lämmel bietet sie den Arbeitssuchenden von Montag bis Freitag, immer zwischen 9 und 13 Uhr, in ihrer Begegnungsstätte an der Rehefelder Straße 16 die Möglichkeit, mit anderen Arbeitslosen ins Gespräch zu kommen, Hilfe und Unterstützung zu suchen und zu finden.

Eine Frau, die schon sehr viel Hilfe und Unterstützung durch "Auftrieb" erfahren hat, ist die 56-jährige Simone Dutschmann. Sie ist ein lebensfroher Mensch, sprüht vor Energie und hat immer ein Lächeln auf den Lippen. Doch auch sie ist seit rund zweieinhalb Jahren arbeitslos, findet auf Grund ihres Alters keinen Job mehr. "Ich habe 19 Jahre lang als Verkäuferin gearbeitet. Erst im Karstadt, dann im Konsum. Doch dann mussten Stellen abgebaut werden", erzählt die Dresdnerin. Sie versuchte, sich umzuorientieren. Nahm einen Minijob im Bereich Wellnessmassage an. "Ich habe dort sehr viel gelernt." Schließlich übernahm sie das Studio ihrer Chefin, stand wieder auf eigenen Beinen. Doch die Selbstständigkeit hatte ihren Preis. "Ich war von früh bis abends im Geschäft und auch an den Wochenenden konnte ich nicht immer frei nehmen", erzählt die 56-Jährige. Zeit für ihre drei Kinder und sechs Enkelkinder hatte sie kaum noch. Schließlich fällte sie eine schwere Entscheidung und löste das Studio auf. Seitdem ist sie arbeitslos.

Ihren Mut und ihre Lebensfreude hat sie dennoch nicht verloren. Bei"Auftrieb" haben sich ihr sogar neue Möglichkeiten geboten. "Ich engagiere mich jetzt ehrenamtlich für das Projekt", so die Dresdnerin. Jeden Dienstag leitet sie einen Nordic Walking-Kurs, möchte demnächst auch eine Schwimmgruppe eröffnen. Die Hoffnung auf einen festen Job hat sie noch nicht aufgegeben, schreibt weiterhin Bewerbungen. Doch sie weiß, dass es schwer wird, in ihrem Alter auf dem Arbeitsmarkt noch einmal eine Chance zu bekommen.

"Die Betreuung durch das Arbeitsamt lässt aber oft auch zu wünschen übrig. Ich würde mir beispielsweise mal einen Englisch- oder Computerkurs wünschen. Denn ohne diese Kenntnisse bekommt man sowieso selten einen Job", musste die 56-Jährige schon mehrmals feststellen. Deshalb suchen die Mitarbeiter von "Auftrieb" derzeit auch einen Ehrenamtlichen, der sich vorstellen könnte, den Arbeitslosen bei der Verbesserung ihrer Englisch-Kenntnisse und damit ihrer Referenzen zu helfen.

Weitere Informationen bei auftrieb@drk-dresden.de oder unter der Tel. 7952999

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.04.2015

Nadine Steinmann

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