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Angst vor neuer Fremdheit: Wie Dresden zur Pegida-Hochburg werden konnte

Angst vor neuer Fremdheit: Wie Dresden zur Pegida-Hochburg werden konnte

„Dresden ist die deutsche Stadt mit dem höchsten Tellerrand.“ Diesen Satz hat gestern Frank Richter gesagt, der Leiter der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung.

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Teilnehmer der «Pegida»-Kundgebung in Dresden

Quelle: dpa

Richter erklärte damit, wie es dazu kommen konnte, dass ausgerechnet die sächsische Landeshauptstadt zur Hochburg der islamkritischen Organisation werden konnte. Der Satz stamme nicht von ihm, so der Moderator und Mediator, der vor einer Woche zu einem ersten Gespräch zwischen Pegida-Befürwortern und -Gegnern in „sein“ Haus an der Schützenstraße geladen hatte. In der Elbestadt seien die Probleme der Nach-Wende-Transformation nun von Globalisierungsproblemen überlagert worden. 25 Jahre nach der Wende hätten sich viele Menschen nun eine Existenz aufgebaut, „und gerade dann kommt eine neue Fremdheit herein“, diagnostizierte Richter.

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Pegida und die Gegenproteste und Aktionen am 12. Januar 2015 in Dresden

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Anlass seiner Diagnose waren Medienanfragen zum Verlauf und den Schlüssen aus dem Treffen vor einer Woche. Fest steht: Es soll weitere Treffen dieser Art geben. Richter setzt dabei auch auf entsprechende Zusagen, die er den Reden von Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) vom Sonnabend entnommen hat. Auch er habe nicht kommen sehen, dass Pegida binnen weniger Wochen zu einer so großen Bewegung wird, wie sie es jetzt in Dresden ist. Aber Richter ist überzeugt: „Wenn Konflikte so heftig aufbrechen, wie jetzt, dann ist das ein Zeichen dafür, dass sie zuvor schon im Untergrund gearbeitet haben.“

Richter, der bereits in der Arbeitsgruppe 13. Februar erfolgreich zwischen Verfechtern unterschiedlicher Positionen vermittelt hat, glaubt an die Kraft der Kommunikation. „Reden, reden, reden“, beschrieb er, wie die aktuelle Spaltung der Stadt in Pro- und Contra-Pegida aufgelöst werden könne. Darüber hinaus hält er es mit dem Dresdner Politikprofessor Werner J. Patzelt. Der hat festgestellt, es gebe in Deutschland „eine Repräsentationslücke für den rechten Rand des Meinungsspektrums“. Richter fügte hinzu, die Pegida-Anhänger hätten „kein Vertrauen mehr in die repräsentative Demokratie“. Dennoch können sie mit Argumenten erreicht werden, ist er überzeugt. Jedenfalls die „Pegidisten“, die auf Gesprächsangebote wie das vom 6. Januar eingehen. Pegida e.V.-Chef Lutz Bachmann und Gesinnungsgenossen aus dem Vereinsvorstand gehörten bisher nicht dazu.

cs

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