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Angriff auf Asylbefürworter: Täter in Dresden von Gericht

Nach Hetzjagd in Freital Angriff auf Asylbefürworter: Täter in Dresden von Gericht

Am 23. Juni vergangenen Jahres wurde nach einer Veranstaltung vor einem Asylbewerberheim in Freital ein Auto mit Asylbefürwortern von Asylgegnern attackiert. Ein Insasse wurde dabei verletzt. Nun stehen die mutmaßlichen Täter vor Gericht

Die Angeklagten Timo S., Tom R. und Torsten L. ( v. l.) mit ihren Anwälten zur bei der gestrigen Verhandlung.
 

Quelle: Monika Löffler

Dresden. Am 23. Juni vergangenen Jahres wurde nach einer Veranstaltung vor einem Asylbewerberheim in Freital ein Auto mit Asylbefürwortern von Asylgegnern attackiert. Zwei Autos hatten sich nach Ende der Kundgebung an den Golf gehängt. Es folgte eine wilde Verfolgungsjagd Richtung Dresden, bei der der Golf fast von der Straße gedrängt wurde. An der Tankstelle Tharandter Straße erfolgte der Angriff der Asylgegner. Der Golf wurde von den anderen Wagen eingekesselt, einer der Verfolger stieg aus und zerschlug mit dem Baseballschläger eine Scheibe des Autos. Ein Insasse wurde dabei durch Glassplitter verletzt.

Der Vorfall hatte damals für Schlagzeilen gesorgt. Zum einen wegen der Vorfälle in Freital, zum anderen, weil in dem verfolgten Wagen auch der Sohn des SPD-Landeschefs und Sächsischem Wirtschaftsminister Martin Dulig saß. Johann Dulig kam mit dem Schrecken davon. Der 20-Jährige sitzt im Meißner Kreistag und hatte über Twitter zu Protesten gegen die Anti-Asyl-Demos vor dem Freitaler Hotelheim aufgerufen.

Am Mittwoch sollte am Amtsgericht der Prozess gegen drei der mutmaßliche Täter beginnen. Tom R., Torsten L. und Timo S. müssen sich unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Bevor die Sache ins Rollen kam und die Anklage verlesen wurde, grätschte die Nebenklägerin, die Johann Dulig vertritt, mit einem Befangenheitsantrag gegen Richter Markus Vogel dazwischen. Der, so begründete sie ihren Antrag, habe Daten zu den wirtschaftlichen Verhältnissen ihres Mandanten an die Verteidigung weitergegeben. Dabei ging es um einen Antrag zur Prozesskostenbeihilfe – ein ziemlich umfangreiches Pamphlet. Er habe die Daten versehentlich an die Verteidiger weitergegeben, erklärte Vogel. Es sei keine mutwillige Entscheidung gewesen. Zudem hätten die Verteidiger die Daten nicht an ihre Mandanten weitergegeben. „Wir haben derzeit andere Gesprächsthemen, als die wirtschaftlichen Verhältnisse von Herrn Dulig“ erklärte Anwalt Bürger.

Über den Befangenheitsantrag muss nun Richter Hermann Hepp-Schwab befinden. Da der am Mittwoch selbst verhandelte, konnte er nicht darüber entscheiden. Am 10. Februar ist der nächste Verhandlungstag angesetzt. Wird der Befangenheitsantrag abgelehnt, geht es normal mit Richter Vogel weiter. Wird dem Antrag stattgegeben, wird der Prozess wohl ausgesetzt und mit einem anderen Richter neu begonnen.

Von Monika Löffler

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Johann Dulig, der für die SPD im Meißener Kreistag sitzt, hatte damals über den Kurznachrichtendienst Twitter zu Gegenprotesten aufgerufen.

Als Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) am vergangenen Donnerstag seine beachtliche Anti-Rassismus-Rede im sächsischen Landtag hielt, hörte einer ganz besonders aufmerksam zu: Martin Dulig, SPD-Landeschef, Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident.

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