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Angesprüht: Dresdner Sprayer weihen Graffiti-Park am Puschkinplatz ein

Angesprüht: Dresdner Sprayer weihen Graffiti-Park am Puschkinplatz ein

Heißersehnter Zuwachs für die Dresdner Sprayer-Szene: Am Puschkinplatz können sich Graffiti-Künstler künftig auf einem neuen „legal plain“ austoben, also einem offiziell genehmigten „Sprüh-Areal“.

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Adé, kahle Wand: Graffitikünstler "Evolution Art" ist begeistert vom neuen legal plain am Puschkinplatz.

Quelle: Tanja Tröger

Binnen eines reichlichen Jahres ist auf der einstigen Brache an der Ecke Leipziger/Eisenberger Straße ein kleiner Graffiti-Park ganz nach den Wünschen der Sprayer entstanden.

Sechs 2,5 Meter hohe und etliche Meter lange Wände stehen zwischen den Bäumen und laden zum Bemalen ein – unabhängig von Kunstfertigkeit und Motiv. Betonwürfel neben den Wänden dienen als Sitzfläche und Abstellmöglichkeit für Dosen und Arbeitsmaterial. Damit kein Müll liegenbleibt, gibt es große Müllboxen aus Beton, die extra entwickelt wurden, um leere Farbdosen zu sammeln. In den kommenden Monaten soll noch ein Container als Aufenthaltsraum aufgestellt werden, der ebenfalls bunt gestaltet werden kann.

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Impressionen vom "Ansprühen" im neuen legalen Graffiti-Park am Puschkin-Platz.

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Entwickelt hat das Konzept das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft gemeinsam mit der Dresdner Landschaftsarchitektin Ina Franzke und den Graffiti-Experten vom Jugendhaus „Spike“. Rund 66.000 Euro hat die Umgestaltung gekostet. Am Montag weihen Bürgermeister Detlef Sittel, „Spike“-Chefin Ellen Demnitz-Schmidt und Ortsamtsleiter Christian Wintrich den legal plain offiziell ein.

Spike lädt zum „Ansprühen“: „Ein super Spot“

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"Evolution Art" beim "Ansprühen".

Quelle: Tanja Tröger

Damit beim „Festakt“ auch ersichtlich ist, wozu die Wände gut sind, hatte der Spike e.V. am Sonntagnachmittag zum Ansprühen geladen. Ein gutes Dutzend „Dosenmaler“ kam, sah und war begeistert.

„Ich find das ziemlich cool“, sagt Sprayer „Evolution Art“. „Vor allem, wenn man alleine sprüht, sind die Einzelwände super. Das ist hier ein super Spot: Jeder, der an der Haltestelle auf die Bahn wartet, kann sich das angucken. Und der Platz ist recht zentral gelegen.“ Der bärtige junge Mann weiß, wovon er spricht, denn er sprüht schon seit über zwölf Jahren und hat inzwischen mehrere Tausend Skizzen und Zeichnungen angefertigt. An Neustädter Parkautomaten, einem Hauseingang an der Alaunstraße und im Gorbitzer Graffiti-Tunnel sind seine Werke beispielsweise zu sehen. Lediglich einen Mangel erkennt der Künstler am neuen Graffiti-Park: „Für größere Jams sind die einzelnen Wände nicht so günstig, weil man nicht so gut miteinander quatschen kann.“

„Natürlich würden wir uns wünschen, dass es noch eine richtig lange Wand gäbe, sodass man gemeinsam als Crew malen kann“, sagt auch Spike-Mitarbeiter Sebastian Girbig. Vielleicht ließe sich da an der Grundstücksgrenze zu den Kleingärten etwas machen, sinniert er.

Schmerzfrei andere Bilder übermalen

Girbig und seine „Spike“-Kollegen werden künftig regelmäßig nach dem Rechten sehen, gelegentlich Workshops und Projekte anbieten sowie die entstandenen Bilder dokumentieren. Denn jedes Graffiti auf einem legal plain darf jederzeit übermalt werden.

„Es kann sein, dass morgen schon jemand über mein Bild drübergegangen ist“, weiß auch „Evolution Art“. „Aber ich gehe ja auch schmerzfrei über andere Sachen, versuche aber, zuerst schlechtere zu übermalen. Dafür sind’s eben freigegebene Flächen.“

Der neue Graffiti-Park am Puschkinplatz ist der sechste legal plain im Dresdner Stadtgebiet. Die übrigen fünf legalen Flächen befinden sich an der Scheune/Katy's Garage, an der Flutrinnenbrücke unterhalb der Washingtonstraße, am Jugendhaus Game an der Gamigstraße, am Vereinsgebäude des Spike Dresden e. V. sowie am Skatepark Marienberger/Ecke Altenberger Straße.

ttr

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