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An den falschen „Kunden“ geraten – Dealer bietet Zivilbeamten Drogen an

Amtsgericht Dresden An den falschen „Kunden“ geraten – Dealer bietet Zivilbeamten Drogen an

Das Areal um den Wiener Platz und den Hauptbahnhof hat sich zu einem Drogenumschlagplatz entwickelt. Wird ein Dealer verhaftet, übernehmen andere das Geschäft. Einer von ihnen ist Samir H. Der 35-jährige Tunesier muss sich derzeit wegen Drogenhandels, Diebstahls und gefährlicher Körperverletzung vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.

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Symbolfoto

Quelle: dpa

Dresden . Das Areal um den Wiener Platz und den Hauptbahnhof ist ein heißes Pflaster. Das Gelände hat sich zu einem Drogenumschlagplatz und Kriminalitätsschwerpunkt entwickelt. Völlig ungeniert wird dort selbst am helllichten Tag Stoff vertickt. Die Dealer kommen meist aus dem nordafrikanischen Raum und gehen unverblümt ihrem Geschäft nach. Hinzu kommt noch die Beschaffungskriminalität – Diebstähle, Raub, Prügeleien. Die Polizei ist dort ständig im Einsatz und versucht mit Razzien, der Sache Herr zu werden. Oft vergeblich. Wird ein Dealer verhaftet, übernehmen andere das Geschäft. Einer von ihnen ist Samir H. Der 35-jährige Tunesier muss sich derzeit wegen Drogenhandels, Diebstahls und gefährlicher Körperverletzung vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am Bahnhof Haschisch und Marihuana unter die Leute gebracht und einen Landsmann bei einem Streit per Bierflasche und Faustschlag die Nase gebrochen zu haben. Angeklagt sind auch noch einige Diebstähle und Schwarzfahrten. Der Angeklagte wollte sich am Mittwoch zu den Vorwürfen nicht äußern. Es lässt sich streiten, ob dies sehr klug war. Immerhin hatte er die Drogen mehrmals auch Polizeibeamten in Zivil angeboten, die rund um den Hauptbahnhof als verdeckte Ermittler im Einsatz waren.

„Er fragte, wie viel wir wollen, und hielt mir einen Klumpen direkt unter die Nase, so dass ich daran riechen konnte“, erzählte ein Polizeibeamter. „Ich bat um ein Gramm, das wollte er aber nicht verkaufen, es war ihm zu wenig und er ließ nicht mit sich handeln.“ Samir H. scheint generell nur im großen Stil unterwegs zu sein. „Ich klaue für 500 oder 600 Euro, aber nicht für zehn“, hatte er einmal bei einer Polizeivernehmung in einem anderem Fall erklärt. Der Mann steht nicht zum ersten Mal vor Gericht

Der Tunesier kam im Mai 2014 nach einer jahrelangen Rundreise durch ganz Europa nach Deutschland, stellte einen Asylantrag, der aber abgelehnt wurde. Seine Abschiebungsanordnung wurde allerdings nicht umgesetzt, der 35-Jährige lebt mit einer Duldung hier. Viel Geld hat er da nicht, um seinen Drogen und Alkoholkonsum – nach eigenen Angaben Haschisch und ein halbes Gramm Crystal sowie zehn Bier oder eine Flasche Wodka pro Tag – zu finanzieren. Dafür, so rechnete Richter Markus Maier ihm vor, sind mindestens 1000 Euro im Monat nötig. Er verkaufe gelegentlich Drogen, ließ der Angeklagte durchblicken. Und begeht wohl auch Diebstähle – er scheint ab und an Mein und Dein zu verwechseln. Der Prozess wird fortgesetzt.

 

Von Monika Löffler

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