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Amtsgericht Dresden: Haftstrafen für dreiste Diebe

Klauen für Drogen und Spielhalle Amtsgericht Dresden: Haftstrafen für dreiste Diebe

„Sie müssen endlich die Kurve kriegen. Wenn Sie das jetzt nicht hinbekommen, schaffen Sie es nie. Alt genug sind sie ja“ gab Richter Frank Ponsold am Amtsgericht Dresden den Angeklagten mit auf den Weg. Alt genug sind die 32 und 33 Jahre alten Männer, um ihr Leben in den Griff zu bekommen - aber sie haben sich bisher erfolgreich geweigert erwachsen zu werden.

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Quelle: dpa

Dresden. „Sie müssen endlich die Kurve kriegen. Wenn Sie das jetzt nicht hinbekommen, schaffen Sie es nie. Alt genug sind sie ja“ gab Richter Frank Ponsold den Angeklagten mit auf den Weg. Alt genug sind die 32 und 33 Jahre alten Männer, um ihr Leben in den Griff zu bekommen - aber sie haben sich bisher erfolgreich geweigert erwachsen zu werden. Der Lebensweg von Marco S. und Christian K. ähnelt sich sehr: keine Ausbildung, viel begonnen aber nichts durchgezogen, Drogen, Spielhalle, klauen, Gericht, Gefängnis. Die Strafregister der beiden sind gut gefüllt – so gut, dass sie selbst den Überblick verloren haben und auch Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidiger Probleme hatten, alles richtig aufzulisten und nichts zu übersehen.

Gestern hatten beide mal wieder einen Termin am Amtsgericht, die Anklage war umfangreich: Kellereinbrüche, Fahrraddiebstähle, Werkzeugklau. Bei Christian K. wurden noch zahlreiche Ladendiebstähle aufgelistet, zudem hat er noch zwei Geldbörsen mit Ausweisen, Dokumenten und EC-Karten geklaut und mit denen für mehrere hundert Euro eingekauft. Bevorzugt Waren, die man gut weiter verkaufen kann, wie Kaffee, Kosmetikartikel und Süßwaren. Marco S. soll, so die Anklage, zudem den Wagen eines Hausmeisterservice aufgebrochen und darin befindliche Schlüssel von Wohnanlagen geklaut haben. Mit Hilfe der Schlüssel habe er Kellerboxen geöffnet und Räder und Zubehör geklaut.

Einen Teil der Vorwürfe gaben die Angeklagten zu, wiesen aber vieles zurück - vor allem die Diebstähle der Fahrräder und der Objektschlüssel. „Ich habe weder die Schlüssel noch die Räder geklaut. Ich habe mit Fahrrädern nichts am Hut,“ erklärte Marco S. Einen Kellereinbruch, bei dem Werkzeug und Wein für über 1000 Euro verschwanden räumte er ein. Zur Tatzeit stand er unter dreifacher Bewährung – da zu klauen, ist schon ziemlich dreist. Das einem das hart auf die Füße fällt, sollte man eigentlich wissen. „Da denkt man nicht daran“, erklärte er.

Genau das ist wohl das Problem der Angeklagten. Sie leben in den Tag hinein, und denken nur von der Tapete bis zur Wand. Selbst wenn andere ihnen goldene Brücken bauen und sich zum Beispiel um Arbeit für sie kümmern, wird das als nervig empfunden. Motto: Arbeit macht nur Spaß, wenn sie nicht in Arbeit ausartet.

Beide sitzen derzeit wegen anderen Sachen Gefängnisstrafen ab und da kommt jetzt noch etwas drauf. Christian K., der sich in Haft endlich um eine Drogentherapie gekümmert hat, wurde zu drei Jahren verurteilt. In die Entscheidung floss ein Urteil des Amtsgerichts Zwickau mit ein. Marco S. kassierte sieben Monate ohne Bewährung. Aber bei ihm steht noch ein Bewährungswiderruf an und bei der Staatsanwaltschaft liegen weitere Anklagen. Da gibt es noch einen Nachschlag.

Von Monika Löffler

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