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Amtsgericht: Diebstahl von 33.000 Euro war nur erfunden

Diebstahlsprozess Amtsgericht: Diebstahl von 33.000 Euro war nur erfunden

Das Verfahren gegen eine 28-jährige Dresdnerin am Amtsgericht ist am Dienstag gegen eine Zahlung von 100 Euro an eine gemeinnützige Organisation eingestellt worden. Ihr Ex-Freund hatte sie wegen angeblichen Diebstahls angezeigt, ihm könnten jetzt Ermittlungen wegen falscher Verdächtigungen drohen.

Quelle: dpa

Dresden.  Ines E. war nach der Verhandlung richtig glücklich. Das Verfahren gegen die Angeklagte war vorläufig eingestellt worden. Für das angebliche „Opfer“, Carsten R., sah und sieht es weniger gut aus – auf ihn könnte noch einiges zukommen – vielleicht Ermittlungen wegen falscher Verdächtigung oder Erpressung. Der 46-Jährige hatte seine Ex-Freundin im April 2015 angezeigt, weil sie seinen Tresor geknackt und 33 000 Euro sowie einen Kfz-Schein für einen Audi gestohlen haben soll. Das Geld hätten er und sein Bruder von ihrer Oma als Geschenk erhalten. Sein Bruder bestätigte dies bei der Polizei. Wegen besonders schweren Diebstahls landete Ines E. vor Gericht. Carsten R. trat als Nebenkläger auf, der per Adhäsionsklage das Geld von der Angeklagten zurückhaben wollte.

Am ersten Verhandlungstag relativierte sich einiges (DNN berichtete). Die 28-Jährige räumte zwar ein, den Safe von der Wand gehebelt und den Fahrzeugschein aus einem kleinen Loch am Boden gefingert zu haben, den Diebstahl des Geldes wies sie entschieden zurück. „Das Auto gehörte mir. Er hat mir den Schein aus meinen Unterlagen genommen und in den Tresor gelegt, um zu verhindern, dass ich mich von ihm trenne.“ Carsten R. unternahm viel, um ihr den Diebstahl in die Schuhe zu schieben. Er drohte einer Mitarbeiterin mit Entlassung, wenn sie ihre Polizeiaussage nicht zu seinen Gunsten korrigiere und überredete seinen Bruder zu einer Falschaussage. Im Gericht räumte der dies ein.„Wir haben keine 33000 Euro bekommen, sondern jeder nur 5000 Euro. Ich habe falsch ausgesagt.“

Danach hätte Carsten R. eigentlich die Füße still halten sollen, aber der 46-Jährige ist beratungsresistent. Er entschuldigte sich am Dienstag zwar halbherzig für die falsche Beschuldigung und begründete die, mit „enormen emotionalen Belastungen“, unter denen er damals gestanden habe, hatte aber einen neuen Adhäsionsantrag in der Tasche. Er forderte von der Angeklagten 6200 Euro. Diese Summe sei wirklich im Tresor gewesen – die 5000 Euro seines Bruders und 1200, die ihm gehörten. Am ersten Tag hatte Carsten R. die Aussage verweigert, am Dienstag sagte er aus. Er hätte es lassen sollen, denn er redete sich um Kopf und Kragen. Da stimmte keine Geldsumme, keine Zeitangabe und auch vieles andere nicht. Er spekulierte einfach ins Blaue. Als Betriebsleiter sollte er sich eigentlich mit Zahlen auskennen, aber bei ihm ist zwei und zwei wohl gern auch mal drei oder fünf. Glaubwürdig war er nicht – er hat bei der Polizei gelogen, seinen Bruder angestiftet und auch am Dienstag waren seine Aussagen sehr zweifelhaft. Das machte ihm Richter Joachim Meißner auch klar – so richtig verstanden hat es Carsten R. wohl nicht. „Selbst wenn Geld im Tresor gewesen war, man kann ihnen nichts mehr glauben“, resümierte der Staatsanwalt. Zudem stellt sich die Frage, wie Ines E. einen drei Zentimeter dicken Briefumschlag mit dem Geld durch ein kleines Loch ziehen konnte.

Meißner stellte auf Antrag der Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Ines E. gegen eine Zahlung von 100 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung vorläufig ein. „Ein kleiner Denkzettel muss sein, Selbstjustiz, wenn auch auf niedrigster Stufe geht nicht.“ Ines E. war zufrieden. Ihr Anwalt, Andreas Suska, hätte für einen Freispruch sicher weiter gekämpft, respektierte aber die Entscheidung seiner Mandantin, die einfach diese unsägliche Geschichte hinter sich haben wollte.

Von Monika Löffler

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