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Am Neustädter Markt sollen künftig wieder Fahnen wehen

Am Neustädter Markt sollen künftig wieder Fahnen wehen

Am Neustädter Markt sollen bald wieder Fahnen wehen. Das plant die Stadt und hat aus diesem Grunde vor einem halben Jahr die 121 Jahre alten bronzenen Fahnenmasten am Eingang der Hauptstraße auf ihre Einsatzbereitschaft prüfen lassen.

Ergebnis: Ohne gründliche Sanierung flattert da gar nichts. Nicht nur die Seilzüge erwiesen sich nach eingehender Untersuchung als überholungsbedürftig, viel mehr Sorge bereitete einem hinzugezogenen Statiker, dass ein Mast nicht mehr im Lot stand.

Als schließlich ein Zehn-Tonnen-Kran am 12. Mai Masten und Postamente von ihrem Granitsockel gehoben hatte, "haben wir das Chaos gesehen", erinnert sich Ralph Günther, der technische Leiter von Fuchs & Girke. Das Unternehmen aus Ottendorf-Okrilla ist seit Jahren in Sachen Denkmalpflege und Restaurierung unterwegs und den meisten Dresdnern bekannt als Vergolder des in Wurfweite leuchtenden Goldenen Reiters.

Als die Fachleute den normalerweise von Granit umhüllten Unterbau der Masten sahen, war klar, warum einer nicht mehr im Lot stand: "Da drin war alles korrodiert", so Günther. Heißt: Zur ursprünglich geplanten Erneuerung von Oberflächen und Seilzügen der Masten - die Kosten liegen bei etwa 30 000 Euro - gesellte sich nun der Auftrag für den wesentlich aufwändigeren stählernen Unterbau. Da dürfte lässig nochmal die doppelte Summe zusammenkommen, schätzen Profis.

Inzwischen haben die Metall-Fachleute von Fuchs & Girke die Bronzeteile gereinigt und verpassen ihnen einen neuen Anstrich. Doch ehe Masten und Postamente an ihren alten Platz vor den Platanen der Dresdner Hauptstraße zurückkehren können, "wird es wohl Sommer werden", schätzt Günther ein. Erst dann werden die neuen Edelstahlkonstruktionen, die die schweren Rohre später halten, fertig gebaut sein.

Die zwei gut 20 Meter hohen, den Masten auf Venedigs Markusplatz nachempfundenen bronzenen Fahnenmasten stehen seit dem 14. September 1893 am Neustädter Markt. Sie waren von Heinrich Epler geschaffen worden - in Erinnerung an einen Dresden-Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm I., König von Preußen. Der hatte von hier aus Einzug in die Stadt gehalten. Die Postamente der Masten sind mit jeweils einem Reliefbild von Wilhelm I. und Sachsens König Albert verziert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.12.2014

Barbara Stock

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