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Am Dresdner Altmarkt entstehen Sozialwohnungen

Dank Fördermitteln Am Dresdner Altmarkt entstehen Sozialwohnungen

In der letzten verbliebenen Baulücke am Altmarkt baut der Projektentwickler Revitalis Real Estate AG 200 Wohnungen. 15 Prozent der Wohnungen werden gefördert. Vorstand Thomas Cromm beschreitet damit Neuland beim innerstädtischen Wohnungsbau in Dresden – zunächst ungewollt.

Am Altmarkt entstehen Sozialwohnungen.
 

Quelle: Revitalis/ cube viz

Dresden.  In der letzten verbliebenen Baulücke am Altmarkt baut der Projektentwickler Revitalis Real Estate AG 200 Wohnungen. 15 Prozent der Wohnungen werden gefördert. Vorstand Thomas Cromm beschreitet damit Neuland beim innerstädtischen Wohnungsbau in Dresden – zunächst ungewollt. Vor gut zwei Jahren hatte sich die Revitalis zur Münchner Immobilienmesse Expo Real auf die Ausschreibung des Altmarkt-Grundstücks beworben. Doch kurz vor Abschluss des Verkaufsvertrages sei die Kommunalwahl dazwischen gekommen, sagt Cromm. Der neuen rot-grün-roten Mehrheit im Stadtrat ist der soziale Wohnungsbau besonders wichtig. „Da konnten wir nicht Nein sagen“, so Cromm. Allerdings konnte fast ein Jahr lang niemand genau sagen, welche Fördermöglichkeiten es im Gegenzug gibt.

Jetzt liegt nun die neue Richtlinie des Freistaats vor. Dieser will von 2017 bis 2019 insgesamt 140 Millionen Euro in den geförderten Wohnungsbau stecken. Das erfolgt in Form von Baukostenzuschüssen. Hauptsächlich werden davon die beiden Großstädte Dresden und Leipzig profitieren. Über die Herausforderungen, die Dresdens Wachstum an den Markt für Wohn- und Gewerbeimmobilien stellt, diskutierten in dieser Woche die Teilnehmer des 7. Dresdner Immobiliengesprächs im Schloss Eckberg. Dazu hatte der BFW Landesverband Mitteldeutschland eingeladen.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie hohe Umweltauflagen, Mietpreisbremse und explodierende Preise boome der Osten, schätzte Uwe Kraft ein. Der BFW-Vorstand und Geschäftsführer der ElbeBau Dresden GmbH sieht die Branche in der Stadt gut aufgestellt. Das zeige sich auch in den Ergebnissen. Im vergangenen Jahr wurden 1513 Wohnungen fertiggestellt, das war nach sehr langer Durststrecke ein neuer Rekord. In diesem Jahr dürfte die Zahl noch höher liegen. Um die sich durch die wachsende Stadt ergebenden Chancen besser nutzen zu können, plädierte Uwe Kraft für ein stärkeres Miteinander der städtischen Ämter, nur so könnten Baugenehmigungen zügig erteilt werden.

Stadtplanungsamtsleiter Stefan Szuggat hofft, dass sich die private Wirtschaft künftig auch für das Förderangebot entscheidet. „Interessenten können sich ab sofort melden“, kündigte er beim Immobiliengespräch an. Die Baukostenzuschüsse – bei einer 60-Quadratmeter-Wohnung könnten das bis zu 37 800 Euro sein – sind an eine 15-jährige Mietpreisbindung und eine Anfangskaltmiete von 5,85 beziehungsweise 6,50 Euro je Quadratmeter gebunden. Bis Ende Januar werde Dresden nun dem Land ein konkretes Konzept vorlegen. Anders als bei anderen Förderprogrammen entscheidet die Stadt und nicht die Sächsische Aufbaubank über die Vergabe der Förderung. „Wir wollen keine Stigmatisierung“, sagte Szuggat. Deshalb sollen die Wohnungen Fenster zu beiden Seiten des Hauses haben, über Balkone, Loggia oder Mietergärten verfügen. Ab vier Geschossen sind Aufzüge einzubauen. Auf Barriere-Armut sei zu achten.

Cromm erklärte, dass der Bau der Wohnungen mit sozialer Bindung selbst mit der angekündigten Förderung zusätzlich Geld kostet. Das sei nur durch Querfinanzierungen zu sichern. Bisher habe die Revitalis Real Estate ausschließlich Mietwohnungen gebaut. Nun denke sie am Altmarkt auch an einen Anteil von Eigentumswohnungen nach. Die Hamburger Revitalis kam 2012 in die Stadt, um das „Wiener Loch“ zum Prager Carrée zu entwickeln. Im August wurden der Komplex mit 241 Wohnungen übergeben. „Die Vermietung läuft schneller als erwartet. Knapp drei Monate nach Fertigstellung sind bereits 160 Wohnungen vermietet“, sagte Cromm.

Insgesamt will das Unternehmen in den nächsten drei Jahren in Dresden weitere 750 Wohnungen, 12 000 Quadratmeter Gewerbe und ein Hotel schaffen. An der Theaterstraße, gewissermaßen als Fortsetzung des Erlwein-Gebäudes, hat der Bau von 167 Wohnungen bereits begonnen. Am Wettiner Platz wird auch schon gearbeitet. In etwa drei Jahren können auch die Wohnungen am Altmarkt fertig sein.

Zum großen Wohnungsbaustandort entwickelt sich der Postplatz. Die CG-Gruppe errichtet dort 198 Appartements sowie 242 Wohnungen, 230 Wohnungen schafft die Baywobau Dresden an der Wallstraße. Die Fay-Gruppe rundet das Ensemble mit 69 Wohnungen ab.

Am Neumarkt wird die CG-Gruppe 242 Wohnungen schaffen. Planungschef Szuggat muss sich keine Sorgen um den Wohnungsbau machen, er nennt weitere Pläne wie 3200 Wohnungen in Kaditz/Mickten, 2500 Wohnungen auf dem früheren Robotron-Areal, jeweils 700 Wohnungen in der Albertstadt und im Jägerpark sowie 190 Wohnungen in der Hafen-City.

Angesichts des wachsenden Wohnungsbedarfs und der niedrigen Zinsen stehen die Chancen derzeit für den Wohnungsbau gut, so die Vertreter der Branche beim Immobiliengespräch. BFW-Vorstand Kraft hofft, dass die Stadt schnelles Baurecht schafft und über eine Lockerung der Stellplatzregelung nachdenkt. Nicht jeder Mieter einer kleinen Wohnung brauche in der Stadt einen eigenen Parkplatz. In anderen Städten gibt es derartige Reglungen nicht mehr.

Von Thomas Baumann-Hartwig (mit kle)

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