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Altes Technisches Rathaus in Dresden: Behördenversagen beim Brandschutz

Altes Technisches Rathaus in Dresden: Behördenversagen beim Brandschutz

Dresden. Beim früheren Technischen Rathaus auf der Hamburger Straße in Dresden gab es von Anfang an ein Behördenversagen beim Brandschutz sowie Vorkommen von Giftstoffen im Boden, in den Wänden und in den Decken.

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Das Technische Rathaus: Von Anfang an soll es Behördenversagen beim Brandschutz sowie Vorkommen von Giftstoffen im Boden, in den Wänden und in den Decken gegeben haben.

Quelle: Sebastian Kahnert

Das hat der zeitweilige Stadtratsausschuss nach 22 Sitzungen zwischen März 2010 und Juni 2012 einhellig festgestellt. Doch was die politische Verantwortung und tatsächliche Gesundheitsgefährdungen angeht, spaltet das „Giftrathaus" den Dresdner Stadtrat.

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Hier haben die Behörden versagt.

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Seit wann ist der Komplex leer geräumt?

Bis Ende 2010 sind alle Verwaltungsmitarbeiter auf das Lingner-Areal (Ex-Robotron) und ins World Trade Center (WTC) sowie auf einige kleinere Standorte umgezogen. Ursprünglich beherbergte der Komplex einmal bis zu tausend Mitarbeiter aus dem Bereich Bau und Stadtentwicklung. Der Münchner Unternehmer Rüdiger Freiherr von Künsberg hatte 1991 das „Erika"-Schreibmaschinenwerk von der Treuhand erworben, zum Bürohaus umfunktioniert und 1992 an die Stadt Dresden vermietet.

Wieso mussten die Mitarbeiter raus?

Den Stein ins Rollen gebracht hatten die Architektin Regine Töberich und der Bielefelder Rechtsanwalt Holger Rostek mit einer Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung, Betrug und Bestechlichkeit. Mitarbeiter aus dem Rathaus waren an Krebs erkrankt und zum Teil gestorben. Rostek führte mehr als 50 Fälle an. Studien von Gutachtern hatten Gifte und Schwermetalle im Mauerwerk, Boden und Grundwasser ergeben. Es kam heraus, dass der Umbau 1992 schlampig erfolgte. Vor die mit Giften kontaminierten Wände des alten Werkes wurden lediglich Trockenbauwände gesetzt.

Welche Gifte wurden festgestellt?

Fachleute haben – vom Eigentümer der Immobilie und vom Umweltamt beauftragt – im Grundwasser und im Boden Trichlorethen und andere leichtflüchtige halogene Kohlenwasserstoffe gefunden. Diese Substanzen gelten als krebserregend, wenn sie in den Körper gelangen. Zudem wurden Cyanide, Salze der Blausäure, festgestellt. Tri-Stoffe wurden zur Fettreinigung, Cyanide in der Galvanik verwendet. Ein Hauptherd war unter dem Gebäude X, einem von sieben aneinander gebauten Gebäuden. Im „X" traten immer wieder Ölflecken und Geruchsprobleme auf.

Wie reagierte die Stadt?

Der zuständige Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) legte andere Gutachten vor, nach denen es keine bedenklichen Schadstoffkonzentrationen in der Luft und damit keine Gesundheitsgefahr gegeben hat.

Auch die Staatsanwaltschaft ermittelte. Mit welchem Ergebnis?

Nach 14 Monate langen Ermittlungen kam Staatsanwältin Beate Kozik im September 2010 zu dem Schluss, dass es keine gesundheitlichen Risiken im Technischen Rathaus gebe. Damit seien die Vorwürfe gegen Finanzbürgermeister Vorjohann haltlos.

Wie steht es mit den Vorwürfen um mangelhaften Brandschutz?

Hier herrscht Einigkeit unter den Fraktionen zum Behördenversagen, allerdings ohne Konsequenzen. Seit 1992 hat der Brandschutz nie den gesetzlichen Vorschriften entsprochen, gibt es gravierende Mängel wie fehlende Brandwände und fehlende Fluchtwege. Die Bauaufsicht habe zu keiner Zeit die geltenden Brandschutzbestimmungen durchgesetzt, heißt es unisono.

Worum geht es in dem Streit der Blöcke CDU, FDP und Bürgerfraktion gegen Linke, SPD und Grüne?

Während die einen keine gravierenden Gesundheitsgefährdungen sehen, beklagen vor allem Grüne und Linke, dass nicht zu Ende untersucht wurde. Die bürgerliche Mehrheit verweigerte sich ab der 14. von 22 Sitzungen des Zeitweiligen Ausschusses weiteren Befragungen von Mitarbeitern der Stadt. Anlass aus Sicht der Mehrheit: Linke-Fraktionschef André Schollbach habe Vorjohann inquisitorisch und wie einen Verbrecher behandelt.

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