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Alte Robotron-Fassade aus Dresden bleibt erhalten

DDR-Architektur im Freizeitpark Alte Robotron-Fassade aus Dresden bleibt erhalten

Langsam aber sicher verschwindet ein Stück DDR-Architekturgeschichte aus Dresden. Seit Anfang März verwandelt sich der Robotron-Komplex am Georgplatz in eine Abrissruine. Doch die kunstvolle Fassade des ehemaligen Rechenzentrums soll nun erhalten bleiben.

Prägte die Optik des Stadtteiles nachhaltig, muss aber nun weichen: Die Fassade des ehemaligen Robotron-Rechenzentrums.

Quelle: Marco Dziallas

Dresden. Langsam aber sicher verschwindet ein Stück DDR-Architekturgeschichte aus Dresden. Seit Anfang März verwandelt sich der ehemalige Robotron-Komplex am Georgplatz, einst Stammbetrieb des größten Computer-Herstellers der DDR, in eine Abrissruine. Weichen soll der leerstehende Trakt dem geplanten „Lingner-Altstadtgarten“, in dem bis zu 3000 Wohnungen neu entstehen sollen (DNN berichteten). Vom Atrium I ist mittlerweile nicht mehr als der nackte Rohbau zu erkennen, die Entkernung läuft auf Hochtouren, der Abriss steht kurz bevor.

Seit knapp zwei Wochen beginnt nun auch der Rückbau des Rechenzentrums nebenan, was viele Dresdner mit einem weinenden Auge wahrnehmen. Denn die künstlerisch gestalteten Aluminiumelemente der Fassade prägten jahrzehntelang das Stadtbild an jenem Ort. Wie nun die verantwortliche Immovation AG am Dienstag mitteilte, soll ein Großteil der Fassade erhalten bleiben und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden – aber an einem anderem Ort.

„Die Gebäude stehen nicht unter Denkmalschutz, doch wir sind für Ideen offen, die eine Erhaltung von baulichen Elementen der DDR-Architektur zum Ziel haben“, sagte Lars Bergmann, Vorstand der Immovation AG. Und genau dies geschieht jetzt. Bevor es zum Abriss des Rechenzentrums kommt, wurden die Aluminiumplatten fachgerecht abmontiert. Arbeiter sicherten zwei ganze Reihen im Auftrag des Amtes für Kultur und Denkmalschutz exemplarisch. Sie sind für das Lapidarium der Stadt vorgesehen.

Alle restlichen Fassadenteile wurden von der Firma Kühne Antiquitäten abgebaut und im Werksgelände bei Reichenau sorgfältig verpackt und eingelagert. „Wir führen den Auftrag für einen privaten Investor aus, der die Aluminiumplatten in Zukunft weiter verwenden will“, bestätigte Geschäftsführer Wolfhard Kühne gegenüber DNN. Doch der bislang unbekannte Investor wolle noch nicht genannt werden, ebenso wenig wolle er bereits jetzt über seine konkreten Pläne sprechen.

Fest steht jedenfalls, dass die ehemalige Fassade des Rechenzentrums erhalten bleiben soll und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird, so viel ließ der Investor immerhin durchblicken. „Nächstes Jahr werden die Fassadenteile in einem geplanten Freizeitpark im Raum Sachsen wieder zu sehen sein“, so Kühne.

Mit dabei beim Abbau der Aluminiumelemente Anfang August waren auch die Verantwortlichen von „Ostmodern“, die sich unter anderem für die nachhaltige Bewahrung von DDR-Architektur einsetzen und nicht zum ersten Mal mit dem Robotron-Komplex in Berührung kamen. Bereits den Aus- und Abbau der Buntglasfenster aus dem Treppenhaus des Atrium I kritisierte die Dresdner Initiative und erreichte immerhin einen Teilerfolg. Einige der von DDR-Künstlern geschaffenen Fensterscheiben wurden gesichert und der Stadt zur Aufbewahrung übergeben.

Die Erhaltung der Fassadenteile begrüßt Marco Dziallas von Ostmodern sehr: „Schön, dass die ornamental gestalteten Platten des noch immer unbekannten Künstlers gerettet werden und wieder öffentlich zu sehen sein werden, auch wenn wir noch nicht wissen, wo. Schade aber für Dresden, dass die Stadt es nicht geschafft hat, das Werk am Standort zu erhalten.“ Zudem sei der Abriss des gesamten Komplexes sehr bedauerlich. So hätte man laut Dziallas die drei Solitärbauten Hygienemuseum, ehemalige Robotron-Kantine und Rechenzentrum zu einer Museumsinsel der Moderne umfunktionieren können – auch mit Hinblick auf Dresdens Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025.

Nichtsdestotrotz soll der Abriss zügig voran gebracht werden. Die mit dem Rückbau des Robotron-Komplexes beauftrage Firma Nestler soll bis Jahresende den Abriss der beiden benachbarten Gebäude abgeschlossen haben, teilte Immovation-Sprecher Michael Sobeck mit.

Der Startschuss für den Bau des „Lingner-Altstadtgartens“ soll dann nächstes Jahr erfolgen. Vor zwei Jahren hatte die Kasseler Unternehmensgruppe Immovation AG das 98 000 Quadratmeter große Grundstück gekauft. In mehreren Abschnitten sollen bis 2025 zwischen Lenné- und St. Petersburger Straße bis zu 3000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten entstehen. Der komplette Bebauungsentwurf wird derzeit noch von mehreren Architekten in Abstimmung mit der Stadt Dresden entworfen.

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Von Sebastian Burkhardt

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