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Als die Stasi in Dresden eine Bombe legte - Morgen öffentliche Veranstaltung in Akten-Behörde

Als die Stasi in Dresden eine Bombe legte - Morgen öffentliche Veranstaltung in Akten-Behörde

Mitten in der Nacht schleppte die Stasi die Bombe an. Kurz vor Acht begannen ihre Mitarbeiter an diesem Januartag mit Schachtarbeiten. Und 8.10 Uhr war es soweit: Bombenfund, Information an die Volkspolizei.

Die ganze Aktion im Winter 1968 war fingiert, von den Bauarbeiten bis zum Sprengkörper, der völlig ungefährlich war. Mit einem schier unglaublichen Aufwand verfolgte das Ministerium für Staatssicherheit in Dresden ihr Ziel. Sie wollte möglichst unbemerkt in eine Wohnung in der Neustadt eindringen. Die aufsehenerregende Aktion bot dazu die beste Gelegenheit. Im Schatten der Evakuierung des Hauses konnten die Stasi-Leute in die verdächtige Wohnung gelangen.

Stein des Anstoßes waren zwei Soldaten aus der Nachbarschaft. Sie glaubten, aus der Wohnung nebenan die Geräusche von Funkaktivitäten zu vernehmen. Ihre Meldung beim Vorgesetzten landete natürlich prompt bei der Staatssicherheit. Die Berliner Mauer stand erst ein paar Jahre, im Kalten Krieg zwischen Ost und West war noch längst kein Tauwetter absehbar. Da machte man sich natürlich verdächtig, wenn aus der Wohnung angebliche Funkergeräusche tönten. Wer funkt und mit wem?

Schnell machte die Stasi eine Familie ausfindig, die in der Vergangenheit schon mal auffällig geworden war. Akribisch untersuchte der Geheimdienst jede Minute des Tagesablaufs. Wann verlassen sie das Haus, wann kehren sie zurück? Besuchen sie zwischendurch tote Briefkästen? Könnten sie im Auftrag westlicher Geheimdienste handeln? Die Stasi musste den Verdacht letztlich ungeklärt zu den Akten legen. Wie lange sie unverdrossen daran festhielt, was sie noch alles unternahm, um die Agententätigkeit nachzuweisen und wie es dem Sohn der Familie erging, der in der Nationalen Volksarmee Funker werden wollte, das schildert Sebastian Lindner morgen Abend bei einem Vortrag (ab 18 Uhr) in der Reihe "Geschichten aus den Stasi-Akten" in der Dresdner Stasi-Unterlagenbehörde.

Donnerstag, 28. Mai 2015, 14 bis 18.30 Uhr, Führung und Lesung, Stasi-Unterlagenbehörde (BStU), Außenstelle Dresden; Seiteneingang "C", Riesaer Straße 7, 14.30 und 16.30 Uhr Führungen im Archivbereich (Treffpunkt Foyer 2. Obergeschoss), 18 Uhr Lesung aus Stasi-Akten: "Evakuierung eines Wohngebietes". Der Eintritt ist frei.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.05.2015

Ingolf Pleil

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