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Allergologin: "Heuschnupfen ist keine Bagatelle"

Allergologin: "Heuschnupfen ist keine Bagatelle"

Wer unter Allergien leidet, sollte sich damit keinesfalls abfinden. Das ist die Botschaft von Dr. Bettina Hauswald. Die Hals-, Nasen-, Ohrenärztin und Allergologin aus dem Dresdner Universitätsklinikum appelliert an all jene, die unter Heuschnupfen leiden, sich in fachärztliche Behandlung zu begeben.

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Die Allergologin Bettina Hauswald aus dem Universitätsklinikum Dresden zeigt, dass die Impftabletten unter die Zunge gelegt werden. Dort lösen sie sich in Sekundenschnelle auf.

Quelle: Ralf U. Heinrich

Aus Studien weiß sie, dass "im bundesdeutschen Durchschnitt nur zehn Prozent der Allergiker eine Immuntherapie bekommen. Bei den anderen werden nur die Symptome mit Medikamenten behandelt und die Allergie kommt jedes Jahr wieder", kritisiert Hauswald.

Die Sachsen stehen in Sachen Therapie etwas besser da. "Hier sind es 16,5 Prozent der Allergiker", bei denen sich die medizinische Behandlung nicht darauf beschränkt, etwas gegen geschwollene Schleimhäute, laufende Nasen, Niesanfälle, juckende oder brennende Augen und Husten zu tun. Aber auch dieser Prozentsatz könne nicht zufrieden stellen, findet die Allergologin. "Unbehandelt führen vier von zehn Allergien zu allergischem Asthma bronchiale - eine chronische Entzündung der Atemwege mit dauerhaft bestehender Überempfindlichkeit", warnt Hauswald. "Heuschnupfen ist keine Bagatellerkrankung. Sie beeinflusst den ganzen Körper und führt in Schule, Beruf und Straßenverkehr zu Beeinträchtigungen." Wichtig sei, frühest möglich mit der Therapie zu beginnen.

Uniklinik sucht für Studien mit Impftabletten noch Probanden

Die Fachärztin aus dem Universitätsklinikum sieht mehrere Ursachen, warum immer noch zu wenige Allergiker ursächlich behandelt werden: ungenügende Aufklärung und damit Unkenntnis über die möglichen Folgen einer Nichtbehandlung, Angst vor der Behandlung oder Scheu vor dem Behandlungsaufwand. Denn bei der gebräuchlichsten Therapie - der Hypersensibilisierung mittels Spritzen (Subkutane Immuntherapie) - sind über mehrere Jahre viele Arztbesuche nötig. Zudem scheue auch "der eine oder andere Arzt diese Therapie, weil sie einen allergischen Schock auslösen kann", weiß Dr. Hauswald aus Erfahrung. Wesentlich verträglicher und mit weniger Arztbesuchen verbunden, sei die Heuschnupfentherapie mittels Tropfen bzw. Tabletten. "Allerdings sind diese auch teurer und werden von den Kassen nur mit bestimmter Indikation bezahlt", weiß sie.

Die Leiterin des Bereiches Allergologie und Rhinologie der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde führt mit ihrem Team regelmäßig Studien durch, um verschiedene Therapien zu testen. Gegenwärtig stehen in drei neuen Studien Tabletten eines Mailänder Pharma-Unternehmens im Mittelpunkt, mit denen Heuschnupfen-Patienten therapiert werden, die unter einer Gräserpollen-, einer Birkenpollen- und/oder einer Milbenallergie leiden. "In Italien und Frankreich sind die Tabletten schon seit zehn Jahren auf dem Markt. Jetzt geht es um die Zulassung in Deutschland", erklärt der Studienarzt Dr. Yury Yarin.

Die Impftabletten, die nach nichts schmecken, legt man unter die Zunge, wo sie sich in Sekundenschnelle auflösen. "Je nach vorliegender Allergieform dauert die Studie drei bis sechs Monate. In dieser Zeit sind zwischen fünf und acht Arztbesuche obligatorisch." Da die Behandlung aber in der Regel länger nötig ist, garantiert Dr. Bettina Hauswald allen Studienteilnehmern, dass sie auch nach Ende der Studie mit den Tabletten weiter behandelt werden. "Die bei Immuntherapien gesammelten Erfahrungen zeigen, dass die Behandlung nach einem Jahr in 60 bis 70 Prozent der Fälle zum Erfolg führt, nach einem weiteren Jahr in 80 Prozent der Fälle."

Gesucht werden nun Personen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren, die allergisch auf Birkenpollen, Gräserpollen und/oder Hausstaubmilben reagieren. Wer mitmachen möchte, sollte sich sofort melden, denn ein Einstieg ist nur noch bis Ende Januar möglich. Fahrtkosten werden erstattet. Weitere Kosten entstehen den Studienteilnehmern nicht. "Die Studien wurden von der zuständigen Bundesbehörde - dem Paul-Ehrlich-Institut Langen - und der federführenden Ethikkommission in Köln und Dresden der Ärztekammer genehmigt", so Hauswald.

iKontakt: HNO-Klinik des Uni-Klinikums Carl Gustav Carus Dresden, Fetscherstr. 74, Tel.: 4583506; E-Mail korina.rydl@uniklinikum-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.01.2014

Steinbach, Catrin

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