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Albert-Tower behält Seitenflügel: Das Projekt Bürgerhaus und Einkaufsmarkt am Albertplatz wird umgeplant

Albert-Tower behält Seitenflügel: Das Projekt Bürgerhaus und Einkaufsmarkt am Albertplatz wird umgeplant

Für das Projekt Sanierung Hochhaus Albertplatz und Umnutzung zum Bürgerhaus sowie den Bau des Einkaufszentrums sind Umplanungen erforderlich geworden.

Der Investor Simmel Dresden GmbH möchte aus statischen Gründen und wohl auch aus wirtschaftlicher Sicht die beiden Seitenflügel des Hochhauses entlang der Königsbrücker Straße und der Antonstraße zumindest in abgespeckter Höhe erhalten. "Vertiefende statische Berechnungen des Vorhabenträgers" hätten den Teilerhalt notwendig gemacht, teilte auch das Presseamt der Stadt auf Anfrage mit. Ursprünglich sollten die beiden Seitengebäude abgerissen werden.

Mittlerweile hatte das Stadtplanungsamt zwei Dresdner Architekturbüros (dd1 architekten; ZDR Architekten) und das Berliner Büro Kersten + Kopp Architekten zu einem Werkstattverfahren eingeladen mit der Aufgabe, die bisherige Planung entsprechend zu modifizieren. Neben der Stabilität des Hochhaus-Denkmals sollte auch das gleichfalls denkmalgeschützte Brunnenhäuschen Beachtung finden. Nach DNN-Informationen wünschte der Investor zudem Änderungen an den Fassaden der Würfelhäuser.

Gegenwärtig werde der nun vorliegende neue Entwurf an den rechtskräftigen "Vorhabenbezogenen Bebauungsplan Dresden-Neustadt, Einkaufszentrum und Bürgerhaus am Albertplatz" angepasst, informierte die Stadt. Mehr wird über die neue Variante des viel diskutierten Bauprojektes nicht mitgeteilt. Obwohl das Interesse der Bürger an dem zentralen Punkt in der Neustadt sehr groß ist, können sie sich kein Bild von ihrem Bürgerhaus und der umgebenden Bebauung machen.

Nach Informationen der DNN wird der Entwurf des Berliner Büros die Realisierungsgrundlage liefern. Kersten + Kopp Architekten sollen ihren Vorschlag nun an den Bebauungsplan anpassen. Die früher vorgestellte Begrünung der Hausfassaden ist passé. Jetzt wechseln gegliederte Betonelemente und große Glasflächen einander ab und geben den Blick in die Läden frei. Grün sollen stattdessen die Höfe werden und Rankgitter weitere Farbe bringen.

Die Öffentlichkeit zu informieren, liege in der Entscheidung des Bauherren, so die Stadt. Dieser habe das Werkstattverfahren finanziert. Thomas Löser, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat und Sprecher Stadtentwicklung, sieht dennoch die Stadt in der Pflicht. "Ich begrüße das Werkstattverfahren, weil es Qualität sichert. Aber ich fordere auch, dass die Ergebnisse und die Entscheidung der Jury öffentlich gemacht werden. Wenn es die Stadt nicht tut, sollte Edeka dazu verpflichtet werden."

Der Bauherr äußert sich zurückhaltend. "Wir sind in der heißen Phase der Nachbesserung für den Bauantrag", erklärte dazu Simmel-Sprecher Michael Feindura. Noch in dieser Woche werde es einen Termin mit den Architekten geben. Investor Peter Simmel drängt auf Eile. Laut Feindura möchte er noch im März die Baugenehmigung in den Händen halten. Offenbar will er aufwändige Änderungsverfahren vermeiden. Das 30-Millionen-Euro-Projekt mit Edeka-Einkaufsmarkt, Bürgerhaus mit verschiedener kultureller und sozialer Nutzung und Tiefgarage soll nach seinen Plänen im Oktober 2014 fertig sein.

Mit dem Erhalt von Dresdens ältestem Bürohochhaus und der Aufwertung der Brache ringsum ging bereits eine lange Debatte um die Größe der Einzelhandelsfläche einher. Nunmehr ist sie auf 5880 Quadratmeter festgelegt. Kritische Stimmen gibt es darüber hinaus auch zur Anbindung der Geschäfte und Einrichtungen an den Verkehrsknotenpunkt und zur Erreichbarkeit für Nichtmotorisierte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.02.2013

Bleier, Genia

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